Zuweilen werden Gewinner einer Saison überwiegend an ihren Medaillen gemessen. Dass es dafür nicht immer Medaillen braucht, das bewies Helena Manzke in der abgelaufenen Hallensaison. Die U20-Athletin des Erfurter LAC glänzte auf gleich drei Strecken mit neuen Bestzeiten. Bei den Deutschen Hallen-Jugendmeisterschaften in Sindelfingen blieb sie über 3.000 Meter etwas unter ihren Möglichkeiten. Zum Auftakt der Freiluftsaison steht am kommenden Sonntag mit den Deutschen Meisterschaften im Straßenlauf in Uelzen gleich der nächste Höhepunkt an.
Für ihren Trainer Enrico Aßmus ist Helena Manzke eine der Gewinnerinnen in der diesjährigen Hallensaison. Auf gleich drei Strecken konnte die Läuferin ihre bisherigen Bestzeiten ordentlich nach unten drücken. Zum Auftakt gab es einen neuen Hausrekord über 800 Meter. Beim TLV-Hallenmeeting stand über vier Hallenrunden eine Zeit von 2:16,32 Minuten auf der Uhr. Ihre vier Jahre alte Hallen-Bestzeit steigerte sie um mehr als zwei Sekunden. Dem nicht genug folgte beim Erfurt Indoor über 1.500 Meter die nächste Top-Zeit. Nämlich 4:35,36 Minuten. Ihre alte Hallen-Bestzeit über diese Strecke stammte noch aus dem Jahr 2022 und stand bei 4:52,13 Minuten. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei: Bei den Thüringer Hallenmeisterschaften in Erfurt blieb Helena Manzke über 3.000 Meter sogar erstmals unter der Marke von zehn Minuten. Sie gewann in 9:53,23 Minuten.
„Das hat sich im Training schon abgezeichnet, es war schon ziemlich gut. Ich habe auch in den vergangenen Monaten genug Selbstbewusstsein gewonnen, dass ich eine Zeit unter zehn Minuten laufen kann. Das war eigentlich das Ziel aus dem Sommer gewesen. Umso glücklicher bin ich, dass ich es jetzt in der Halle endlich geschafft habe“, zeigte sich Helena Manzke erleichtert. Bei 3.000 Meter fangen bei ihr die Lieblingsstrecken erst an. Wenngleich in der Halle schon 15 Runden vor ihr liegen, im Freien sind es dann siebeneinhalb. „In Erfurt vergingen die Runden wie im Fluge, man fühlte sich wie im Adrenalinrausch.“
Trainingspartnerin Gloria Herold ist absoluter Zugewinn
Diese Leistung bescherte ihr zugleich das Ticket für die Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen. Dort konnte sie in 10:05,26 Minuten nicht ganz an ihre tolle Vorleistung aus Erfurt anknüpfen. „Mit der Positionierung im Rennen war ich zufrieden. Ich bin in meiner Gruppe vorn gelaufen, konnte meinen eigenen Schritt laufen und war auch im Sturz hinter mir nicht betroffen. Hinten raus haben mir doch ein wenig die nötigen Körner gefehlt“, resümierte Helena Manzke, die mir Rang sieben die Hallensaison beendete. Auch ihr Trainer Enrico Aßmus haderte mit ihrer zuletzt gezeigten DM-Leistung. „Damit war ich jetzt nicht zufrieden, da sie bei ihrem absoluten Höhepunkt ein bisschen an der mentalen Stärke wie ihrem Selbstvertrauen noch zulegen kann. Dieser Schritt ist ihr noch nicht gelungen. Ich habe ihr da einiges mehr zugetraut. In diesem Rennen war vielleicht sogar mit Platz drei eine Medaille möglich.“
Im Rückblick auf ihre Hallensaison findet er sehr wertschätzende Worte: „Ich fand ihre Entwicklung im Training und wie sie ihre Bestleistungen gesteigert hat schon beachtlich.“ Für ihren enormen Leistungssprung gibt es gleich mehrere Gründe. Sei es das Training an der Seite von Gloria Herold, „wodurch die Entwicklung von Helena ein bisschen Schwung aufgenommen hat“, oder eine Vorbereitung ohne Krankheiten und Verletzungen. Dem kann Helena Manzke nur beipflichten. Mit Gloria Herold hat sie eine starke Laufpartnerin an ihre Seite bekommen. „Es macht richtig viel Spaß mit ihr im Training. Vor allem , dass ich nicht mehr allein trainiere“, weiß sie die gemeinsamen Einheiten sehr zu schätzen.
Nächster Höhepunkt: DM im Straßenlauf
Angesprochen, seit wann sich ihre Laufzeiten immer mehr bergauf entwickeln, nennt Helena Manzke den Start bei den Landesmeisterschaften Straße in Dingelstädt über 10 Kilometer in 36:27 Minuten. Das war Ende September. Die Straße ist ebenfalls ein gutes Stichwort. Denn am kommenden Sonntag geht es in Uelzen um die Titeljagd bei den Deutschen Meisterschaften im Straßenlauf. Von Videos kennt Helena Manzke die Strecke bereits. Es ist ein Zwei-Kilometer-Rundkurs. „Die Strecke ist ziemlich flach und hat Pflasterpassagen, wenn es durch die Fußgängerzone geht. Mein Ziel ist es, ein klein bisschen schneller wie noch in Dingelstädt zu laufen. Eine Zeit nah an die 36 Minuten oder drunter wäre schön“, blickt die junge Läuferin voraus.
Sie freut sich bereits auf die Freiluftsaison mit Rennen auf der Bahn und auf der Straße. Sie liebäugelt sogar in diesem Jahr mit einem Halbmarathon. „Wenn es rundherum passt, dann vielleicht beim Erfurter Nachtlauf.“ Auch einen Marathon könne sie sich irgendwann vorstellen. Die langen Strecken ab 3.000 Meter taugen ihr einfach. Wenngleich sie in der Halle bewiesen hat, sie ist auch auf den kürzeren Strecken schnell unterwegs.





