Erfurt: Olympia in Tokio – Abschied von Reus und Hilbert

Der Eine kam, Zwei gehen: Der Thüringer Leichtathletik-Verband verabschiedete am Donnerstag seine beiden Olympia-Starter Julian Reus (Sprint) und Jonathan Hilbert (Gehen). Die besten Wünsche gaben ihnen TLV-Präsident Heinz-Wolfgang Lahmann, Vize-Präsident Frank Jacoby und Bernd Neudert, Leiter OSP Thüringen, mit auf den Weg. Von seinem Saisonhöhepunkt kehrte Luis Brandner mit einer Goldmedaille zurück. Bei der U23-EM holte er mit der DLV-Sprintstaffel den Titel.

Im Erfurter Steigerwaldstadion war alles für die Verabschiedung hergerichtet: Im Mittelpunkt standen die Olympia-Starter Julian Reus (Top Team Thüringen) und Jonathan Hilbert LG Ohra Energie), die mit warmen und herzlichen Worten nach Tokio beziehungsweise Sapporo verabschiedet wurden. Gleichzeitig erinnerte Heinz-Wolfgang Lahmann auch an die Thüringer Athleten, die ihren olympischen Traum aus unterschiedlichen Gründen nicht träumen können.

Wie Speerwerfer-Olympiasieger Thomas Röhler (LC Jena), den eine Verletzung auf seinem Weg nach Tokio stoppte. Ebenso wie Sprinter Julian Wagner (Top Team Thüringen), der nach seiner starken Hallensaison mit seinem Einsatz bei der Hallen-EM nun auf sein Comeback hintrainiert. Andere wie Hindernisläufer Martin Grau (Top Team Thüringen) probierten alles, um die Norm zu erfüllen beziehungsweise über die Weltrangliste sich einen Startplatz zu ergattern. Es wurde ein schwerer Kampf. Und wieder andere wie Langstrecken-Geher Karl Junghannß (Top Team Thüringen) hatten die Norm, aber diese sollte am Ende über 50 Kilometer nicht reichen. Der Thüringer wurde als Ersatz nominiert.

Es war ein harter Weg, der glücklich endete: Für Julian Reus sind es nach London (2012) und Rio (2016) die dritten Spiele. Für ihn beginnt die Reise am kommenden Montag, wenn der Flieger zunächst ins Vorbereitungscamp nach Miyazaki abhebt. Mit seinen jungen Staffelkollegen will er sich den Traum vom olympischen Finale erfüllen. Vor seinem Olympia-Debüt steht Jonthan Hilbert, für den es am kommenden Donnerstag in Richtung Japan geht. Beide erhielten als Abschiedsgeschenk jeweils einen prall gefüllten Präsentkorb. (Anmerk. Wir werden in den kommenden Tagen noch ausführlicher auf die beiden und ihren Weg nach Tokio berichten)

Was wären die Athleten nur ohne dem Team dahinter: Trainer, Physiotherapeuten, Ärzte und ihre Familien. Für ihre Trainer Gerhard Jäger und Tobias Schneider (Sprint) und Petro Zaslavskyy (Gehen) gab es ebenfalls ein kleines Präsent. Daumen drücken für Tokio: Luis Brandner hat seinen Saisonhöhepunkt schon hinter sich und drückt nun den beiden Olympia-Startern die Daumen. Bei den U23-Europameisterschaften in Tallinn gewann der 20-Jährige mit der Sprintstaffel sensationell den Titel mit Europarekord. Die Goldmedaille hatte Luis Brandner in der Jackentasche aufbewahrt und holte sie zum Fototermin heraus. Für ihn war es der erste internationale Titel. Zwei WM-Bronzemedaillen kann er bereits sein Eigen nennen. Für ihn ist die Saison aber noch nicht beendet. Der nächste Start steht schon am kommenden Sonntag (18. Juli) bei den Offenen Mitteldeutschen Meisterschaften in Sömmerda über 100 und 200 Meter bevor.

Vielen Dank an den OSP Thüringen sowie Tobias Schneider für die Organisation der Verabschiedung im Erfurter Steigerwaldstadion. -sam-