Erfurt: Nachwuchs-Geher Alexander Schwarz ist dem Saisonziel nah

Nachwuchs-Geher Alexander Schwarz hat ein Kriterium auf dem Weg zu den U18-Euorpameisterschaften in Rieti bereits erfüllt. Nämlich bei den Landesmeisterschaften in Arnstadt, als er in neuer Bestzeit von 21:54,66 Minuten unter dem geforderten Richtwert blieb. Umso mehr ist der Blick nun auf die Deutschen Jugendmeisterschaften (U18/U23) in Bochum-Wattenscheid gerichtet. Die beiden bestplatzierten deutschen Athleten der U18-DM werden bei erfüllter DLV-Normanforderung vorrangig nominiert. Sein Ziel: Deutscher Jugendmeister.

Alexander Schwarz (ASV Erfurt) ist 15 Jahre jung, geht erst seit anderthalb Jahren und steht nun vor seinem internationalen Debüt. Dafür musste er in den vergangenen Monaten ordentlich was leisten. Da gibt es einerseits den DLV-Richtwert über 5.000 Meter Gehen. Gefordert sind für die U18-Europameisterschaften in Rieti (Italien; 16. bis 19. Juli) 22:10,00 Minuten. Dieses erste Kriterium erfüllte er bei den Thüringer Landesmeisterschaften in Arnstadt in 21:54,66 Minuten. Auf der Rundbahn verteilt standen Landestrainerin Julia Henze und Nachwuchs-Bundestrainer Otto Junghannß, die ihm abwechselnd die Zwischenzeiten zuriefen. Mit ihn die Karten spielte ihm das Wetter. „Ich mag es eher, wenn es um die 10 Grad sind mit leichtem Regen. In Arnstadt hatte ich das für mich perfekte Wetter“, sagte Alexander Schwarz.

Mut zum Wechsel bringt neuen Erfolg

Anschließend ging es ins Trainingslager in Oberhof als direkte Vorbereitung auf die Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid (3. bis 5. Juli). Das Wetter zeigte sich in diesen Tagen eher von seiner wechselhaften Seite die Palette reichte von Regen bis Sonnenschein. Dennoch fand das Team um Trainerin Julia Henze gute Trainingsbedingungen vor. „Am Ende war es ganz schön warm, was sich besonders bei den harten und schnellen Einheiten bemerkbar machte. Aber wir sind gut durchgekommen. Ich fühle mich gut auf die Jugend-DM vorbereitet“, betont Alexander Schwarz, der erst vor anderthalb Jahren mit dem Gehen begonnen hat.

Als Läufer wechselte er zur fünften Klasse auf das Erfurter Sportgymnasium. Er teilt das Schicksal wie einige andere Athleten bereits vor ihm – als Läufer kam er an den Punkt, wo die Zeiten irgendwann nicht mehr reichten. Die Ausschulung stand im Raum – die Anmeldung für die neue Schule bereits ausgefüllt. „In der Zeit wurde ich schon ein bisschen fallengelassen“, sagt er mit zittriger Stimme. Aufgefangen hat ihn Julia Henze. Als Landestrainerin im Gehen reichte sie ihm die Hand. „Sie kam auf mich zu, und meinte, ich solle das Gehen doch mal probieren. Gut, dachte ich mir, die Ausdauer bringst du schon über das Laufen mit. Die Technik war wirklich das Schwerste, wofür du viel Disziplin und Zeit brauchst, um diese zu erlernen“, berichtet Alexander Schwarz, der den Mut fasste, und sich darauf einließ. Mit Erfolg.

Große Überraschung in Ulm

Bei seinem ersten Wettkampf in München ging es vorrangig um die Kadernorm für den Verbleib am Sportgymnasium. „Dank Paul [Alberto Gutierrez Müller], der für mich das Tempo gemacht hat, bin ich an diesem Tag die Norm gegangen.“ Somit konnte er in Erfurt am Sportgymnasium bleiben, und steigerte sich dann von Wettkampf zu Wettkampf. Das gipfelte bereits im vergangenen Sommer mit dem Start bei der U16-DM in Ulm in den Titelgewinn. „Der Meistertitel kam doch sehr überraschend für mich, weil ich ja erst einige Monate beim Gehen war und auch nicht zu den Favoriten gehörte. Davor musste ich noch die Mehrkampf-Norm erfüllen, um überhaupt bei dieser DM starten zu können“, erinnert sich Alexander Schwarz zurück.

Es folgte zu Jahresbeginn ein dritter Platz bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Jugend U20 im Hallengehen – und das als 15-Jähriger. Bei den Deutschen Meisterschaften im Straßengehen in Kelsterbach über 5 Kilometer ging er in seiner Altersklasse der Jugend U18 zum Meistertitel. Dem könnte nun der nächste Schritt in Wattenscheid folgen. „Mit der Norm im Rücken kann ich zwar entspannt in die Meisterschaften gehen, aber auch fokussiert, weil ich deutscher U18-Meister werden möchte“, sagt Alexander Schwarz. Um das zweite Kriterium für einen Start bei der U18-EM zu erfüllen, muss man erst- oder zweitbester deutscher Athlet der U18-DM werden.

Große Unterstützung erfahren

In diesem Tagen vor den nationalen Titelkämpfen sind die Umfänge im Training nicht mehr allzu groß. Doch davor hat er sehr viel Zeit auch mit seinem Papa Christian ins Training und entsprechende private Trainingslager investiert. „Ich wurde dahingehend durch den Verband und Steffen Droske sehr groß unterstützt, dass ich die Trainingslager mit meinem Papa genehmigt bekommen habe“, berichtet Alexander Schwarz, der im gleichen Atemzug seinem Verein dem ASV Erfurt dankt. „Ich bin vor Jahren zum ASV Erfurt gewechselt. Ich fühle mich dort sehr gut aufgehoben.“

Die Nachwuchs-Geher sind bereits am ersten DM-Tag (Freitag) gefordert. Anreisen werden sie deshalb schon am Donnerstag. Unterstützt wird Alexander vor Ort von seinen Eltern Christian und Sabine - seine ganz persönlichen Glücksbringer. „Sie sind für mich wirklich eine große Unterstützung. Das ist nicht alles selbstverständlich, was sie bisher für mich gemacht haben.“ So haben sie mit ihrem Sohn die Eichsfelder Heimat in Dingelstädt verlassen und sind nach Erfurt gezogen - wohnen nur 500 Meter entfernt vom Sportgymnasium. Und wenn es mit seinem ersten internationalen Start klappt, dann wird in Rieti kräftig von der Tribüne aus angefeuert.