Erfurt: Matthes Liek knackt mit Fabelzeit Thüringer Hallenrekord

Großartig und mitreißend! So könnte man die Leistungen der jungen Athleten der U16 und U14 bei den Thüringer Hallenmeisterschaften am Samstag kurz zusammenfassen. Die Altersklassen lebten wie schon in der Vorwoche von spannenden Duellen und Entscheidungen. Und es vergeht seit Jahresbeginn kein Wochenende, wo es nicht einen neuen Hallenrekord zu bejubeln gibt. Für die nächste Fabelzeit sorgte Matthes Liek über 60 Meter, er steigerte die alte Bestzeit der M13 um sechs Hundertstel. Einen zweiten Hallenrekord verfehlte er nur hauchdünn.

In Etappen führte der Thüringer Leichtathletikverband seine Hallenmeisterschaften durch. In der vierten und letzten Runde wurden die Einzelmeisterschaften der U20 (Bericht), U16 und U14 durchgeführt. „Dafür muss man dem Verband ein Lob aussprechen, dass er diese Meisterschaften ermöglicht hat, weil die Kinder diese auch gebraucht haben, um sich zu messen, zu sehen, auszutauschen und zu sehen, warum sie überhaupt trainieren. Dieser Wettkampf war echt wichtig. Es hat allen Spaß gemacht“, sagte TLV-Sichtungstrainer Steffen Droske.

Pfeilschnell unterwegs: Matthes Liek und Hannes Spee

Als Blocktrainer Sprint ging Tobias Schneider das Herz auf, was er dort auf der Tartanbahn sah. „Der Sprint in Thüringen lebt, was ich in den unterschiedlichen Altersbereichen gesehen habe“, sagte der 36-Jährige. Besonders beeindruckt zeigte er sich über die Leistung von Matthes Liek (Erfurter LAC). Er steigerte den Thüringer Hallenrekord in der M13 über 60 Meter um sechs Hundertstel. Sowohl im Vorlauf als auch im Finale trommelte er eine Zeit von 7,69 Sekunden auf die Bahn. Die alte Bestmarke hatte 22 Jahre Bestand, aufgestellt hatte sie Steven Deja (SV Sömmerda; 7,75 sec). „Da wächst ein Talent heran, was wir im Auge behalten sollten“, sagte Tobias Schneider.

In der M15 überzeugte Hannes Spee (Eisenacher LV) mit einer Finalzeit über 60 Meter von 7,58 Sekunden. „Hannes hat gezeigt, dass er zu Recht im Landeskader Sprint ist“, meinte Tobias Schneider. Dahinter konnte Max Arnold (LC Jena) mit persönlicher Hallen-Bestzeit von 7,67 Sekunden glänzen. Er zeigte sich in der Breite sehr gut aufgestellt und knüpfte nahtlos an seine Leistungen aus der Vorwoche von den Mehrkampfmeisterschaften an. Die nächste Bestzeit stand für Max Arnold im Hürdensprint mit 8,69 Sekunden auf der Uhr.

„Mit den Leistungen der Läufer bin ich zufrieden, alle Athleten aus der Trainingsgruppe haben sich im 800-Meter-Rennen im Vergleich zum Vorjahr gesteigert“, freute sich Trainerin Astrid Hartenstein. Aaron Lautenschläger (LV Einheit Greiz) siegte in 2:09,54 Minuten vor Kolja Sattler (LV Gera; 2:14,69 min) und Pablo Martin (Erfurter LAC; 2:15,22 min). Im Weitsprung setzte sich Moritz Hartrumpf (Gothaer LAC; 5,87 m) durch. Max Arnold wurde mit 5,63 Metern Zweiter. Im Hochsprung ging der Titel an Aaron Fischer (SV Lerchenberg Altenburg; 1,50 m). Das nächste Topergebnis erzielte Lenny Dittmar (BIG Basketball in Gotha) mit der Kugel, er gewann mit 12,78 Metern.

Helena Manzke im Alleingang zum Sieg

Aus der W15 hob Tobias Schneider die Sprint-Leistung von Johanna Stoy (Erfurter LAC) hervor. Sie begeisterte mit einer fabelhaften Zeit von 7,93 Sekunden. „Sie hat sich mit einer Zeit von unter acht Sekunden hervorragend präsentiert.“ Ins Schwärmen geriet Enrico Aßmus als Blocktrainer Lauf über den Erfolg von Helena Manzke (LSV Lok Arnstadt; 2:18,67 min) über 800 Meter. „Sie hat das Rennen im Alleingang gewonnen. Das war ein richtig tolles Rennen von ihr. Sie ist Sportschülerin und nimmt immer mittwochs am Stützpunkttraining teil, wo alle Läufer zusammenkommen. Helena ist wieder eine Sportlerin mit Potenzial für die nächsten Jahre.“

In der Breite sehr gut aufgestellt zeigte Aurora Klotz (LC Jena) ihr Potenzial, sehr zur Freude ihres Trainers Max-Otto Strobel. Sie gewann den Hürdensprint (9,41 sec) vor Sandrine Hilke (1. SV Gera; 9,55 sec) und meisterte im Hochsprung alle Höhen von 1,50 bis 1,60 Meter problemlos, was ihr den Titel einbrachte. Besonders gefreut hat sich Max-Otto Strobel über Aspasia Winkler (LC Jena), die im Weitsprung mit persönlicher Bestmarke von 5,30 Metern glänzte. „Im Vorjahr kämpfte sie noch mit sich und dem Brett. Jetzt sprang sie dreimal über 5 Meter. Ihre Leistung zeigt, dass sich Geduld, Beständigkeit und Training irgendwann auszahlen. Man darf nicht aufgeben“, meinte ihr Trainer.

Felix Wolff und Zeno-Rafael Musso dominieren in der M14

Felix Wolff (ASV Erfurt) und Zeno-Rafael Musso (Eisenacher LV) drückten den Wettkämpfen in der M14 ihren Stempel auf. Über 60 Meter siegte Felix Wolff (7,81 sec) vor Eddie Behr (1. SV Gera; 7,94 sec). Titel Nummer zwei ließ Felix Wolff im Hochsprung (1,55 m) folgen. Es war ein geteilter Spitzenplatz, denn mit Finn Langenhan (Gothaer LAC) war er sowohl höhengleich wie auch mit der gleichen Anzahl an Fehlversuchen. Im Weitsprung fehlte nicht mehr viel an der 6-Meter-Marke: Felix Wolff gewann mit 5,90 Metern vor Damian Bachmann (Erfurter LAC; 5,22 m). Über die Hürden war Zeno-Rafael Musso mit 9,86 Sekunden der Schnellste. Und auch mit der Kugel überzeugte er mit einer stabilen Serie. Gleich im ersten Versuch stand die 11 vor dem Komma, er setzte sich mit 11,02 Metern durch. Mit neuer Bestmarke erreichte Paul-Maximilian Hesse (HSG Nordhausen; 10,71 m) den zweiten Platz.

Einen Doppelerfolg in der W14 ging auf das Konto von Sandra Bauerfeind (Erfurter LAC), die sich über 60 Meter (8,36 sec) und im Weitsprung (4,76 m) durchsetzte. Die 800 Meter gewann Sandrin Czogalla (Erfurter LAC; 2:31,23 min). Im Hürdensprint blieben Kimberly Fritz (Erfurter LAC; 9,70 sec) wie Emma Charlott Münnich (LC Jena; 9,98 sec) unter der Zehn-Sekunden-Marke. Mit 1,40 Meter gewann Selma Hesse (SV Glückauf Sondershausen) den Hochsprung. Die 3-Kilo-Kugel wuchtete Helena Naussed (LC Jena) auf eine neue Bestmarke von 10,38 Metern.

Spannende Entscheidungen in der M/W 13

In der M13 lief Constantin Hilke (1. SV Gera) von vorn die 800 Meter und überquerte nach 2:30,63 Minuten die Ziellinie. Über 60 Meter Hürden legte Matthes Liek eindrucksvoll nach und brachte mit einer Zeit von 9,36 Sekunden den Thüringer Hallenrekord (9,34 sec) gehörig ins Wackeln. Colin Schäfer (ASV Erfurt) kam als Zweitplatzierter mit neuer Bestzeit von 9,97 Sekunden ins Ziel. Im Hochsprung ging der Titel an Collin Lampe (FSV Hirschberg; 1,45 m). Das Duell zwischen Matthes Liek und Colin Schäfer setzte sich im Weitsprung und Kugelstoßen fort. Der Athlet vom ASV Erfurt hatte dann zwei Mal die Tagesbestweite stehen und gewann die Konkurrenzen mit 5,16 Metern (Weit) und 10,72 Meter (Kugel).

Spannende Entscheidungen bahnten sich in der W13 zwischen Malina Fromm (Erfurter LAC), Marlene Otto (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf) und Finja Hoffmann (Ohrdrufer LV) an. Über 60 Meter hatte Malina Fromm die schnellsten Beine (8,54 sec). Im Hürdensprint siegte Marlene Otto (10,36 sec) knapp vor Malina Fromm (10,40 sec). Ihren zweiten Titel ließ Marlene Otto (1,48 m) im Hochsprung folgen. Die größte Weite verbuchte Finja Hoffmann mit 4,76 Metern für sich. Zweite wurde Malina Fromm (4,51 m), Rang drei belegte Marlene Otto (4,47 m). Im Kugelstoßen setzte sich Jolina Querfeld (LG Ohra Energie; 7,46 m) durch. Über 800 Meter hatte Liv Schindler (Erfurter LAC; 2:36,34 min) den schnelleren Schlussspurt. Dicht gefolgt von Amelie Herche (1. SV Kraftverkehr Heiligenstadt; 2:36,73 min).

Unerwarteter Erfolg im Weitsprung

Im Sprintfinale der M12 setzte sich Luca Toni Zaremba (LC Jena; 8,66 sec) durch. Ebenso wie über 60 Meter Hürden (11,31 sec). Über 800 Meter gab es einen Doppelerfolg für den Erfurter LAC: Es siegte Alexander Schwarz (2:28,36 min) vor Philipp Alexander Denisow (2:29,31 min). Bei seinen ersten Landesmeisterschaften sprang Dennis Lips (TSV Zeulenroda) direkt im ersten Versuch auf 4,38 Meter, die zugleich eine neue Bestleistung bedeuteten. Nach der sechsten und letzten Runde stand sein Name immer noch ganz oben. „Dieser Erfolg kam sehr unerwartet. Das Wichtigste war, dass die Athleten erste Erfahrungen gesammelt haben. Gerade auch nach dieser langen Durststrecke ohne Hallenwettkämpfe“, sagte sein Trainer Tom Mäusebach. Im Hochsprung ging der Titel an Luca Lion Gloger (WSSV Suhl 1990; 1,35 m). Im Kugelstoßen sorgte Paul Bastian Morgenroth (Erfurter LAC) für die Tagesbestweite von 7,90 Metern.

Nicht minder spannend die Entscheidungen in der W12. Im Sprint durfte Laura Kalinowski (1. TSV Bad Salzungen 1990) über den Titel in 8,60 Sekunden jubeln. Knapp gefolgt von Mira Prause (Erfurter LAC; 8,64 sec), die über 60 Meter Hürden in 10,34 Sekunden vor Lotte Etzhold (Erfurter LAC; 10,59 sec) und Victoria Keksel (Gothaer LAC; 11,01 sec) auftrumpfte. Das Rennen über vier Hallenrunden entschied Lucie Schmied (SV Empor Bad Langensalza; 2:39,49 min). Drei Versuche brauchte Franka Puderbach (SV Empor Bad Langensalza), um 1,30 Meter zu überspringen. Gleich in der ersten Runde nahm sie die Höhe von 1,35 Meter und sicherte sich den Hochsprung-Titel mit neuer Bestmarke. Im Weitsprung lieferte Lotte Etzhold mit 4,56 Metern die Tagesbestweite ab. Die 3-Kilo-Kugel stieß Arina Muravyeva (Erfurter LAC) nicht nur zum Sieg, sondern auf eine neue Bestweite von 7,52 Metern. -sam-

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