Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, dann wartet auf die jüngsten Athletinnen und Athleten mit dem Finale in der Kinderleichtathletik noch ein absoluter Wettkampfhöhepunkt. Qualifiziert hatten sich die Teams zuvor in jeweils zwei Vorentscheiden (West-/Ostthüringen). Am zurückliegenden Samstag, dem Finaltag, konnte Marie Klewer als TLV-Beauftragte der Kinderleichtathletik um die 240 Kinder aus neun Vereinen in der Erfurter Hartwig-Gauder-Halle begrüßen. Für reichlich Spannung war in den einzelnen Altersklassen gesorgt. Die Frage nach einer Fortsetzung ist ebenfalls geklärt.
Die Teams waren im Vorfeld erneut sehr kreativ und begeisterten mit ihren originelle Team-Namen. Als „Klein und Schnell!“ startete der SV Hermsdorf mit seinen Jüngsten in der U8. Der Erfurter LAC schickte die „Turbozwerge“ ins Rennen, der LSV Ilmenau 1971 ging mit den „Ilmenauer Rennkücken“ an den Start. In der U10 mischte der LC Jena unter dem Namen „Die Rennschnecken“ mit. Unter den „Apoldaer Leichtraketchen“ verbarg sich der Apoldaer LV 90. Als „Schnellen Geparden“ trat der KSSV Victoria Weimar/Schöndorf in der U10 an. In der U12 reichte die Bandbreite von „Erfurter Fighter“ (Erfurter LAC) über „Die flinken Füße U12“ (LV Gera) bis „Die Red Flash Rot-Runners“ (LG Erfurt). Insgesamt starteten um die 240 Kinder aus neun Vereinen beim großen Finale der Kinderleichtathletik in Erfurt.
Einlauf unter großem Applaus
Bevor der erste Startschuss fiel, gehörte den Teams die große Bühne. Mit ihren selbstgebastelten Schildern und Bannern liefen die Kinder in die Hallenmitte ein. „Die Stimmung war richtig gut. Vor allem der LV Gera hat sich richtig ins Zeug gelegt. Sie hat man wirklich in der ganzen Halle gehört. Da war richtig Action“, berichtete Marie Klewer. Als Beauftragte im Verband für die Kinderleichtathletik war sie über den Wettkampftag eine sehr gefragte Person.
Dabei lief aber nicht immer alles rund: Besonders in einer Disziplin, dem Fünfersprunglauf. Dieser wurde auf zwei Bahnen durchgeführt, abgesichert durch die Kampfrichter. Allerdings wurde im Verlauf festgestellt, dass auf einer Bahn sechs Sprünge gemacht wurden. Zum Nachteil der anderen Bahn, wo der Sprunglauf regelkonform ausgeführt wurde. Also wurden die Regeln nochmals erklärt. Im Nachgang kam es immer noch zu sechs Sprüngen, so dass diese Disziplin schlussendlich nicht gewertet werden konnte. „Das war in dem Moment natürlich sehr ärgerlich. Für mich, für die Kinder und die Trainer. Aber wir lernen daraus“, sagte Marie Klewer.
Packende Entscheidungen
In den weiteren angebotenen Disziplinen lief es deutlich besser. Beim Sprint kümmerte sich TLV-Kampfrichterwart Sascha Mühlberger sogar allein um die Kinder. „Er hat sie allein aufgestellt. Das lief wirklich zack, zack, zack durch“, berichtete Marie Klewer. Und ausgeschieden ist nach einem Fehlstart auch kein Kind. Zum Wettkampfprogramm der U8 gehörten weiterhin die Einbeinhüpfer-Staffel, der Beidarmige Stoß und die Hindernissprint-Staffel. In der U10 und U12 wurde folgendes Programm durchlaufen: 40 bzw. 50 Meter Sprint, die Hindernissprint-Staffel, Weitsprung-Staffel sowie Medizinball-Stoß bzw. Kugelstoß.
Für die ersten drei platzierten Teams gab es neben Urkunden noch Medaillen. Darüber hinaus erhielten alle Kinder eine Urkunde. In der U8 gab es ein enges Finish zwischen den „Schnellen Flitzern“ (Erfurter LAC) und „Klein und Schnell!“ (SV Hermsdorf), beide Teams trennte nur einen Punkt. Der dritte Platz ging an die Ilmenauer Rennkücken (LSV Ilmenau 1971). Den Sieg in der U10 holte sich der LV Gera als „Die flinken Füße“ vor den „Power Pumas“ (Erfurter LAC) und „Schnelle Geparden“ (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf). Ein Kopf-an-Kopf-Rennen entwickelte sich in der U12: Als Sieger ging der Erfurter LAC als „Erfurter Fighter“ hervor. Dicht gefolgt von den beiden Zweitplatzierten „Blaue Raketen“ (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf) und „Chicken Win(g)s“ des LC Jena. „Trotz der Probleme hat das Finale allen super viel Spaß bereitet“, sagte Marie Klewer.
Format findet Fortsetzung
Im Rahmen dieses Finals stand außerdem die Frage im Raum, ob es dieses Format weiterhin geben soll. Gerade auch mit den Vorentscheiden. „Das Gros der Vereine hat sich für eine Fortführung dieses Formats ausgesprochen“, zeigte sich Marie Klewer erleichtert. Die Frage kam auf, weil dieses Jahr die Resonanz für Austragungsorte der Vorentscheide etwas verhalten ausfiel. „Man muss dazu sagen, dass wir die Termine auch sehr spät publik gemacht haben. Auch waren diese nicht im Wettkampfkalender ersichtlich, so dass die Rückmeldungen etwas verhalten ausfielen“, sagte Marie Klewer, die für nächstes Jahr Besserung verspricht. Ebenso haben auch schon einige Vereine ihre Bereitschaft zur Ausrichtung eines Vorentscheids bekundet.
Auch da kann das Team um die Sichtunsgtrainer Steffen Droske und Svenja Engler wie Marie Klewer Hilfe und Unterstützung bei der Umsetzung anbieten. „Wir wollen andere Vereine ermutigen, in dem wir sagen, wir helfen in der Vorbereitung, in der Umsetzung und der Disziplinplanung. Wir möchten außerdem die Einstiegsschwelle so gering wie möglich halten, und hoffen, dass noch mehr Vereine mitmachen.“ Mit diesem Wettkampf-Format der Kinderleichtathletik geht es dem Team weniger darum, „die klassische Leichtathletik abzuschaffen“. Marie Klewer sieht es mehr als Ergänzung zum bestehenden Programm. „Wo gibt es das sonst, dass wir mit solch einem Format so viele Kinder in Bewegung bringen. Noch dazu im Team. Dass die Kinder völlig ausrasten, weil sie sich im Team freuen. Noch dazu ist es für viele Kinder auch der erste Wettkampf.“






