Erfurt: Hindernis-Männer kämpfen um Olympia-Startplätze

Dynamische Corona-Zeiten: Seit etwas mehr als einem Jahr ist unser Alltag vom Coronavirus geprägt. Es hat unser Leben verändert – in allen Bereichen. „Wir haben trotz allem in den vergangenen Wochen gut trainiert. Ich bin in der Gesamtheit zufrieden“, sagt Enrico Aßmus, der als Hindernis-Bundestrainer die Aktiven wie Martin Grau, Tim Stegemann (beide Top Team Thüringen) sowie Patrick Karl (TV Ochsenfurt) am Stützpunkt in Erfurt betreut. Im Nachwuchsbereich sind es unter anderem Robin Müller (Hindernis/Lauf) und Emma Herwig (Lauf).

Für Enrico Aßmus wie für alle anderen Trainer beginnt jetzt eine spannende Zeit. Dabei geht es verstärkt um die Fragen: Welche Wettkämpfe können stattfinden und wer darf teilnehmen? In den vergangenen Wochen schrumpften die Möglichkeiten stetig. Hinter immer mehr Ausschreibungen rückte der rote Balken mit der Aufschrift „Abgesagt“. Vereinzelt gibt es sie aber noch: Optionen für den Saisoneinstieg. Selbst in Erfurt ist ein kleines Sportfest für die Jugendlichen am 30. April angesetzt. Anschließend gilt es über das Jugendmeeting in Dresden (8. Mai) sowie das Anhalt-Meeting in Dessau (21. Mai) weitere Wettkampfpraxis zu sammeln.

Für die Hindernis-Asse steht Anfang Juni mit den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig (5./6. Juni) schon der erste Höhepunkt bevor, wo es viele Punkte für die Olympia-Qualifikation gibt. Für die Olympischen Spiele qualifizieren können sich die Athleten über zwei Wege. Entweder bis zum Ende des verlängerten Quali-Zeitraums am 29. Juni noch ordentlich Punkte für die entsprechende Position in der Weltrangliste sammeln oder eben die Norm (8:22 min) knacken. Um einen der drei Olympia-Startplätze über 3.000 Meter Hindernis kämpfen Martin Grau wie Trainingspartner Patrick Karl.

Vorsichtig optimistisch äußert sich Enrico Aßmus über den Leistungsstand von Tim Stegemann: „Tim hat nach längerfristiger Fußproblematik den Einstieg so langsam wieder gefunden. Natürlich ist es für ihn noch ein langer Weg. Mal schauen, wie sich bei ihm die nächsten Tage entwickeln.“

Im Nachwuchsbereich liegen die Hoffnungen unter anderem auf Robin Müller, der sich im Vorjahr überraschend über 3.000 Meter den nationalen Titel in der U18 holte. Seit diesem Jahr startet der Schleizer Läufer in der männlichen Jugend U20. „Für ihn ist das Ziel bei den Deutschen Jugendmeisterschaften um eine Medaille mitzukämpfen sowie über 3.000 Meter oder 3.000 Meter Hindernis die Norm für die Junioren-Europameisterschaften anzugreifen“, blickt Enrico Aßmus voraus. Einen sehr positiven Eindruck hinterließ zuletzt die U18-Nachwuchsläuferin Emma Herwig (SV 1899 Mühlhausen). „Sie hat sich in allen Leistungsbereichen stark verbessert. Ich bin sehr gespannt, wie sie in die Wettkämpfe reinkommt.“ -sam-