Erfurt: Hammer-Auftakt: Benedikt Wallstein springt Landesrekord (Update)

Gleich im ersten Versuch packte er die Topweite im Weitsprung aus: Benedikt Wallstein flog auf 7,43 Meter. Damit überbot er den fast dreijährigen Hallen-Landesrekord in der Jugend U18 um 18 Zentimeter. Die nächste Spitzenleistung ließ er über 60 Meter folgen. Gelungener Auftakt in die Hallensaison: Das TLV-Hallenmeeting bot am Samstag noch weitere Topleistungen. Parallel wurden die Hallen-Landesmeister über 3.000 Meter, im 3.000 Meter Bahngehen und über 400 Meter gesucht.

Es ist eine schöne Tradition: Das Thüringer Leichtathletikjahr startet mit dem TLV-Hallenmeeting. Im Vorjahr musste es pandemiebedingt abgesagt werden. In diesem Jahr wurde es unter den gegebenen Corona-Maßnahmen ausgetragen. Lehrertrainer Rico May lobte die Organisation und die Kampfrichter: "Es war von den Bedingungen gar nicht so einfach. Das Team um Thomas Gentzel hat super Arbeit geleistet. In anderen Bundesländern sind solche Wettkämpfe überhaupt nicht möglich, weshalb es eine gute Variante war. Wir hatten auch Gäste aus anderen Bundesländern, dass zeigt, dass es eine attraktive Wettkampfmöglichkeit war."

Kugelstoß-Altmeister Andy Dittmar (BIG Basketball in Gotha) zeigte sich über den ersten Wettkampf des Jahres mehr als dankbar: „Kompliment an Veranstalter, Organisation und Kampfgericht – es hat alles wie am Schnürchen geklappt. Danke, dass solche Wettkämpfe stattfinden können.“ Mit diesen Worten sprachen beide wohl allen Anwesenden aus der Seele.

Bei den Dittmars erbrachte Sohn Lenny die beste Leistung des Tages. Alle seine sechs Stöße übertrafen die alte Bestmarke. Er siegte in der M15 mit 12,77 Meter. Andy Dittmar erreichte mit einer 17 vor dem Komma und 17,04 Meter sein Minimalziel. „Es waren meine ersten Angleitstöße seit Anfang September, da muss erst noch ein bisschen Fine-Tuning rein. Es folgen zwei Einheiten diese Woche, bevor nächsten Samstag für mich die Thüringer Hallenmeisterschaften bei den Aktiven anstehen“, blickte der 47-Jährige voraus.

Furioser Auftakt

An der Weitsprunggrube sorgte indes ein 16-Jähriger für reichlich Furore: Benedikt Wallstein (Gothaer LAC). Gleich 7,43 Meter im ersten Versuch: Der deutsche U18-Meister hat direkt da weitergemacht, wo er bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Sommer in Rostock aufgehört hat. Er pulverisierte den U18 Hallen-Landesrekord von 7,25 Meter, aufgestellt hatte diesen Kevin Brucha. Diese Weite ist gleichfalls eine neue persönliche Bestleistung. Damit kratzt er zudem an der knapp 25 Jahren alten deutschen U18 Hallen-Bestleistung von 7,54 Meter.

Aber auch über 60 Meter startete Benedikt Wallstein furios in die Hallensaison. Im Vor- und Endlauf stellte er in 6,88 Sekunden gleich zweimal eine neue persönliche Bestleistung auf. „Auch hier könnte der U18 Hallen-Landesrekord, welcher schon 24 Jahre besteht und bei 6,83 Sekunden steht, fallen. Eine Hammer-Auftakt in die neue Hallensaison von Benedikt Wallstein“, sagte sein Trainer Tobias Schneider. Aber auch mit den Leistungen seiner anderen Jugendlichen zeigte er sich sehr zufrieden. Valentin Brenner (LC TopTeam Thüringen) stellte über 60 Meter eine neue Bestleistung in 7,20 Sekunden auf, ebenfalls wie Floyd Mewes (Erfurter LAC) in 7,47 Sekunden und Marie Herre (LC TopTeam Thüringen) in 8,08 Sekunden. Carolin Adler (Erfurter LAC) zeigte auch ihr verbessertes Schnelligkeitsniveau in 8,41 Sekunden.

Marcel Krieghoff ärgert die "Jungschen"

Bei den Männern dominierte Malte Stangenberg (LV TopTeam Thüringen) über 60 Meter, er steigerte seine Saisonbestleistung auf 6,87 Sekunden. In Richtung Sommer schwebt dem Kurzsprinter ein Wechsel vor. "Die kurzen Strecken sind nicht mehr so seine Strecken, eher dann die längeren. Er hat vor, von der 200 in Richtung 400 Meter im Sommer zu laufen. Er hat Grundschnelligkeit bewiesen. Wir haben am Mittwoch noch einen ganz starken wie schnellen Lauf über 300 Meter gemacht. Den hat er noch ein wenig in den Beinen gehabt", erklärte Rico May.

Einen starken Eindruck hinterließ Lukas Peter (LC Jena), der sich über 400 Meter in 48,10 Sekunden den Hallen-Landestitel sicherte. "Wir haben in den vergangenen Wochen viel ins Training investiert. Die Trainingsleistungen hat er super bestätigt und das Angangstempo getroffen. Am Ende wurde es für ihn dann schwer, aber es gelang ihm am Ende eine tolle Zeit für den Einstieg", sagte Rico May. Über 3.000 Meter lief einer allen davon: Marcel Krieghoff (SC Impuls erfurt). Das abgelaufene Jahr war für ihn eins aus der Kategorie „Extraklasse“. Der 37-Jährige gewann unter anderem die Silbermedaille bei der Berglauf-Altersklassen-Weltmeisterschaft in Österreich. Und mit einem Erfolg auf etwas kleinerer Bühne begann für ihn das neue Jahr: Er setzte sich über 3.000 Meter in 8:52,33 Minuten vor Roman Freitag (Erfurter LAC; 8:53,08 min) und Jacob Hofmann (LSV 1971 Ilmenau; 9:40,46 min) durch.

Comeback von Max-Ole Klobasa, Luise Herdegen mit aufsteigender Tendenz

Nach mehrmonatiger Verletzungspause meldete sich Dreispringer Max-Ole Klobasa (LC TopTeam Thüringen) zurück ins Wettkampfgeschehen. Aus verkürztem Anlauf brachte er einen gültigen Versuch mit 14,55 Metern in die Grube. "Es waren mehr ungültige Sprünge, die aber weiter als 15 Meter waren. Für den ersten Wettkampf war seine Leistung in Ordnung. Wenn alles normal läuft, haben wir jetzt jedes Wochenende ein Dreisprung-Wettkampft, so dass das für ihn gut laufen könnte", sagte sein Trainer Rico May. Einen Dreikampf absolvierte Maurice Voigt (LG Ohra Energie). Seine Paradedisziplin ist eigentlich der Speerwurf. In Erfurt testete er seine Vielsietigkeit über 60 Meter (7,37 sec), im Weitsprung (6,28 m) und im Kugelstoßen (13,14 m).

Bei den Frauen siegte über 60 Meter Lisa Goudriaan (Ohrdrufer LV; 8,35 sec). Ihre Saisonbestzeit hatte sie bereits im Vorlauf mit 8,28 Sekunden erzielt. Den Landestitel über 400 Meter holte sich Luise Herdegen (LC Jena; 57,93 sec). Die Hürdenspezialistin kommt jetzt langsam wieder in Schwung. "Nach einem kleinen Tief im vergangenen Jahr ist sie jetzt wieder auf dem aufsteigenden Ast. Sie ist die 400 Meter ohne große Vorbereitung gelaufen", berichtete Rico May.

Gleich drei neue Hallen-Bestleistungen gab es für Annabell Recke (LC Jena): Im Hürdensprint siegte die U20-Athletin in 9,23 Sekunden, sie sprang 5,72 Meter weit und 1,76 Meter hoch. "Wir haben den Weitsprung und das Hürdenlaufen mehr ins Training integriert, um für sie andere Reize zu setzen. Ihre Versuche im Hochsprung waren über 1,78 Meter sehr knapp, so dass sie auch in Richtung 1,80 Meter unterwegs sein kann, wenn sie ein bisschen frischer ist", schätzte Rico May ein.

Florian Näbelung überrascht, Chantal Rimke mit weiterer Steigerung

Flotter und überraschender Einstieg in sein erstes U20-Jahr: Florian Näbelung (LC Jena) gewann den Hürdensprint in 8,38 Sekunden. Im Sommer übersprang Finn Friedrich (WSSV Suhl 1990) erstmals die Zwei-Meter-Marke. Aus verkürztem Anlauf, sechs Anlaufschritte, meisterte er 1,95 Meter und stieg mit Hallen-Bestleistung im Hochsprung ein. "Er hat ein paar technische Sachen, die wir verändern müssen, und an denen wir arbeiten, aber für den ersten Wettkampf war das völlig in Ordnung. Seine Versuche über 2,00 Meter waren schon knapp", sagte Trainer Rico May.

Neue Bestleistung für Johann Drilltzsch (LC Jena), der mit der 6-Kilo-Kugel und 16,93 Meter auftrumpfte. Sein weibliches Pendant Chantal Rimke (LC Jena) stieß die 4-Kilo-Kugel in ihrem weitesten Versuch auf 13,59 Meter, die ebenfalls eine neue Bestmarke bedeutete. "Das war erst ihr zweiter Wettkampf mit der 4-Kilo-Kugel. Chantal hat eine sehr stabile Serie gehabt. Das war bei ihrem ersten Wettkampf mit der 4-Kilo-Kugel noch nicht so. Wir sind sehr optimistisch für die kommenden Wettkämpfe", sagte ihre Trainerin Petra Felke, die noch eine weitere Athletin betreute. "Helena Naussed gehört eigentlich der Trainingsgruppe von Romy Görbig an, trainiert aber einmal die Woche in unserer Trainingsgruppe für den Wurf. Helena konnte sich ebenfalls deutlich verbessern. Sie steigerte ihre Bestleistung auf 9,74 Meter in der AK W14 und hat den Wettkampf ebenfalls gewonnen."

Vielversprechende Auftakt-Leistungen in der U18

In der Jugend U18 gab es weitere Topresultate für die jungen Athleten: David Krivan (7,20 sec) und Nick Klenert (beide LC Jena; 7,31 sec) überzeugten mit zwei schnellen Zeiten über 60 Meter. Letzterer fand dann über 60 Meter Hürden nur schwer ins Rennen. Bis zur ersten Hürde waren es noch acht Schritte. Trainer Tobias Groenewold hofft beim nächsten Rennen auf weniger: „Vielleicht schafft er es dann mit sieben Schritten zur ersten Hürde. Die Leistung ist dementsprechend ausbaufähig.“ Seine Zeit: 8:42 Sekunden. Seine zweitbeste Weite der bisherigen Karriere ersprang sich David Krivan mit 6,91 Meter im Weitsprung. Über 400 Meter glänzte Fabio Schönfeld (Erfurter LAC) in 53,21 Sekunden mit einer neuen Bestzeit. Über 800 Meter verpasste er eine Zeit unter 2 Minuten nur hauchdünn, er siegte in 2:00,01 Minuten.

Den Hallen-Landestitel über 3.000 Meter erlief sich Karl Geburek (ASV Erfurt; 9:38,02 min) vor Ben Frerichs (Erfurter LAC; 9:41,20 min) und Oskar Meier (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf; 10:12,79 min). Im Hochsprung dominierte Tom Recke (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf), er siegte mit 1,83 Meter. Ein spannendes Duell bahnte sich über 60 Meter in der weiblichen Jugend U18 an. Im Finale setzte sich Hanna Räpple (Gothaer LAC; 7,96 sec) vor Mia Kirchner (ASV Erfurt; 8,04 sec) durch. Im Weitsprung lieferte Hanna Räpple eine konstante Serie mit Sprüngen um die 5-Meter-Marke ab. Ihr weitester wurde mit 5,06 Meter vermessen. Hallen-Landesmeisterinnen über 400 und 3.000 Meter wurden Johanna Stoy (Erfurter LAC; 61,41 sec) und Tessa Reichhardt (LV Altstadt 98 Nordhausen; 12:09,87 min). Über die Hürden wurde Nelly Heinzig (Apoldaer LV; 9,30 sec) Zweite, ebenso wie mit der Kugel (11,43 m). Tobias Schneider/sam

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