Erfurt: Greta Faulstich mit dem zweiten Paukenschlag

Die Hallensaison begann für Greta Faulstich mit einem Paukenschlag: Beim TLV-Hallenmeeting wuchtete sie die 3-Kilo-Kugel in der W13 erstmals über die Marke von elf Metern. Für sie standen 11,09 Meter im Protokoll. Bei den Thüringer Hallenmeisterschaften packte sie nun noch einige Zentimeter drauf und hat eine ganz spezielle Marke im Visier.

Tobias Schrock war guter Dinge: Der Lehrertrainer am Erfurter Sportgymnasium und verantwortlich für das Grundlagentraining/Wurf traute Greta Faulstich (LG Ohra Energie) an jenem Tag eine Weite um die 11,30 Meter zu. Umso gespannter war er auf die kommenden sechs Runden, die mit Weiten von über zehn Meter recht gut begannen. Kurzerhand nahm er sie sich nach den ersten Durchgängen zur Seite und zeigte ihr mögliche Verbesserungen auf. Die Zehn vor dem Komma stand in den weiteren Runden konstant. Belohnt wurde ihre Geduld dann im sechsten und letzten Stoß, als Greta Faulstich seine Prognose in Meter umsetzte. Sie wuchtete ihre Kugel auf 11,26 Meter.

Judo als Abwechslung zur Leichtathletik

Der Ausreißer sorgte für pure Erleichterung. „Den Wettkampf habe ich mir genauso vorgestellt. Auch von der Weite. Ich bin sehr zufrieden“, sagte Greta Faulstich, die noch mehr in sich verspürt. Nämlich den Hallen-Landesrekord. Gehalten von Victoria Armann (LG Altenburger Land) mit 11,49 Metern. „Ich möchte schon gern in die Nähe dieser Bestmarke stoßen“, sagte die junge Athletin, die ebenso gut den Diskus, Hammer und Speer fliegen lassen kann.

Dafür trainiert sie drei Mal wöchentlich und pendelt von ihrer Heimat Goldbach ins benachbarte Gotha. „Mit meiner Heimtrainerin Nicole Dürrfeld trainiere ich sehr viel Kugel, aber auch andere Disziplinen wie Sprint und Weitsprung. Das macht mir sehr viel Spaß, weil es abwechslungsreicher ist, als nur Wurf und Stoß.“ Was ihr ebenfalls sehr zu Gute kommt, ist mit Judo eine andere Sportart abseit der Leichtathletik. „Da sind meine Freunde, da habe ich Spaß und ist für mich eine schöne Abwechslung, als wenn man nur eine Sportart macht. An Wettkämpfen nehme ich nur sehr selten teil, um mich nicht zu verletzen.“

Sommer: Umstellung auf das Drehstoßen

Zusätzlich zu ihrem Heimtraining in Gotha besucht sie als Entwicklungskader (E-Kader) des Thüringer Leichtathletik-Verbandes das Stützpunkttraining in Erfurt, wird dort betreut von Richard Debuch und Tobias Schrock. „Wir kooperieren mit ihrer Heimtrainerin Nicole Dürrfeld wirklich sehr gut. Im Heimtraining ist Greta wirklich sehr gut aufgestellt“, sagt Tobias Schrock. Im Sommer soll der nächste Schritt im Kugelstoßen folgen. „Wir werden uns erstmals dem Drehstoßen widmen. Wenn sie das gut lernt und gut kann, dann kann das eine Option für ihre sportliche Zukunft sein“, blickt Tobias Schrock voraus. Genauso sieht er im Hammerwerfen bei ihr viel Potenzial. „Greta ist eine sehr aufnahmefähige und leistungswillige Athletin, die auf jeden Fall diesen Disziplinblock Wurf machen will. Da ist sie schon sehr fokussiert.“

Um ihr sportliches Vermögen weiter zu fördern, möchte Greta Faulstich schon bald den nächsten großen Schritt wagen. Nämlich den auf die Sportschule. Dafür weilt sie seit Montag zu einer Probewoche in Erfurt. Von ihren Talenten zeigt sich Tobias Schrock sehr begeistert: „Das ist ihre Schnelligkeit, Schnellkraft wie ihre sehr stabile Körpermitte. Das ist eigentlich sonst immer so ein Riesenproblem, aber Greta hat einen stabilen Rumpf, was auch daran liegen mag, dass sie mit dem Judo noch eine andere Sportart betreibt.“ Das sind alles gute Voraussetzungen, um demnächst für einen weiteren Paukenschlag zu sorgen. -sam-