Erfurt erwartet Europarekordler, arrivierte Sprintasse und Stabartisten

Erfurt ruft, und die Athleten kommen: Das 13. Erfurt Indoor am kommenden Freitag (13. Februar) bietet eine breite Palette von Disziplinen. Diese reicht vom Sprint mit und ohne Hürde über die Mittelstrecken bis zum Stabhochsprung mit nationalen wie internationalen Topstars wie dem neuen 1.000-Meter Europarekordler Mohamed Attaoui, die arrivierten DLV-Sprintasse um Rebekka Haase und Kevin Kranz, 800-Meter-Vorjahressiegerin Majtie Kolberg und Stabhochspringer Torben Blech.

Es ist längst kein Geheimnis mehr: Die schnelle Erfurter-Bahn lockt die Athleten an. Erneut am einem Freitag. In diesem Jahr fällt das Meeting auf einen 13., und soll ein Glückstag für die Veranstalter des 13. Erfurt Indoors werden. Bereits im Vorfeld erwies sich der Termin als absoluter Glücksgriff. Die Meldeplätze waren enorm begehrt, so sehr, dass in den vergangenen Wochen nichts mehr ging. In 13 Disziplinen – sieben bei den Männern und sechs bei den Frauen - haben 250 Athleten und Athletinnen aus 30 Nationen gemeldet.

19-Jährige überrascht: Philina Schwartz mit weiterem Höhenflug?

Ein Glückstag soll dieser Tag ebenso für die Athleten werden. Den Kampf auf der kurzen Zielgerade gehen je 16 Frauen und Männer an. Besonderes Augenmerk gilt den DLV-Assen wie einem deutschen Top-Trio. Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar), Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) und Sophia Junk (LG Rhein-Wied) waren 2025 Teil der WM-Bronze-Staffel über 4x100-Meter-Staffel. An der deutschen Spitze steht eine junge Sprinterin aus Berlin: Die 19-jährige Philina Schwartz, die jüngst erst ihren Höhenflug weiter fortsetzte und in 7,18 Sekunden unter der Hallen-WM-Norm für die Torun (Polen; 20. bis 22. März) blieb. Bei den Männern gelang dies schon Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) in exakt 6,59 Sekunden. Ebenfalls in diesem Bereich können Robin Ganter (MTG Mannheim), Heiko Gussmann (Sprintteam Wetzlar) und Deniz Almas (TV Wattenscheid 01) sprinten.

Aufschwung im deutschen Hürdensprint: Für die neue Ära stehen Athletinnen wie die deutsche Hallenmeisterin Marlene Meier (TSV Bayer 04 Leverkusen), die aktuell schnellste deutsche Hürdensprinterin Rosina Schneider (TV Sulz), die DM-Zweite- und -Dritte Amira Never (LAC Erdgas Chemnitz) und Lia Flotow (1. LAV Rostock) sowie Fransziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen). Bei den Männern wird das Feld vom Tschechen Jonáš Kolomaznik (PB 7,62 sec) angeführt. In Dortmund behauptete sich Stefan Volzer (TSV Bayer 04 Leverkusen) in 7,79 Sekunden und lief nah an seine Bestzeit (7,75 sec) heran.

Hoffnungsvolle Sprinttalente in Lauerstellung

Mit acht Teilnehmerinnen zählen die 200 Meter eher zu kleineren Feldern. Angeführt von der DM-Zweiten und WM-Teilnehmerin Jessica-Bianca Wessolly (VfL Sindelfingen). Zu den hoffnungsvollen Sprint-Talenten zählt Jolina Ernst (TV Wattenscheid 01), sie peilt einen Doppelstart über 60 und 200 Meter an. Die 21-Jährige feierte im vergangenen Sommer ihren Durchbruch in die internationale Klasse. Es gab jeweils Bronze mit der deutschen Staffel bei der U23-EM und den University Games, anschließend lief sie bei den Deutschen Meisterschaften über 100 und 200 Meter ins Finale. Daraufhin erlebte sie ihre ersten Weltmeisterschaften in Tokio.

Mit zwei Topzeiten ließ Langsprinter Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg) zuletzt aufhorchen. In Luxemburg blieb er in 45,94 Sekunden als bisher einziger deutscher Athlet unter der 46-Sekunden-Marke. Auch fehlt nicht viel an der WM-Norm. Gefordert sind 45,80 Sekunden. Zuletzt folgte der Meetingsieg in 46,00 Sekunden in Dortmund, der ihm zusätzlichen Auftrieb für die weitere Hallensaison geben dürfte. Ebenso wie Corinna Schwab (LAC Erdgas Chemnitz) mit einer Zeit unter 53 Sekunden. Bisher stehen für die 26-Jährige 53,12 Sekunden zu Buche. Für schnelle Konkurrenz ist am Freitag mit der US-Amerikanerin Paris Peoples sowie den DLV-Assen Skadi Schier (SCC Berlin), Elisa Lechleitner (LAZ Ludwigsburg) und Judith Franzen (TSV Bayer 04 Leverkusen) gesorgt. Hoch hinaus wollen die Stabhochspringer: Allen voran Torben Blech (TSV Bayer 04 Leverkusen), der diese Saison 5,70 Meter meisterte.

Mittelstrecken traditionell stark besetzt

Mit stattlichen Meldezahlen kommen die Mittelstrecken-Felder daher: Allein 44 Männer über 800 Meter. Mit Mohamed Attaoui (Spanien) steht der neue Europarekordler über 1.000 Meter an der Spitze des Feldes. Er ist in einer absoluten Topform. Zudem gemeldet Hindernis-Spezialist Karl Bebendorf (Dresdner SC) und Malik Skupin-Alfa (LG Offenburg), der zuletzt in Dortmund in neuer Bestzeit von 1:45,95 Minute nur knapp über der WM-Norm (1:45,90 min) blieb. Im Vorjahr sorgte Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) über 800 Meter für absolute Begeisterungsstürme, als sie ihre Bestzeit auf 2:00,53 Minuten steigerte. Vielleicht gelingt ihr nun der nächste Coup. In Karlsruhe war sie mit Nele Weßel (Königsteiner LV) bereits über 1.500 Meter schnell unterwegs, beide überzeugten mit neuen Spitzenzeiten.

Das 44-Mann starke Teilnehmerfeld über 1.500 Meter führt der Tscheche Filip Sasinek an. Er bringt eine Saisonbestzeit von 3:38,62 Minuten mit. Marvin Heinrich (Eintracht Frankfurt) blieb zuletzt in Dortmund (3:39,93 min) nur knapp über seinem Hausrekord. Gespannt sein darf man ebenso auf den Start der 30 teilnehmenden Frauen über diese Distanz. Am schnellsten gemeldet ist die Polin Aleksandra Plocinska. Mittendrin die DLV-Mittelstrecklerinnen Vera Coutellier (Cologne Athletics) und die deutsche Hochschulmeisterin Verena Meisl (TV Wattenscheid 01).

In der Halle sind die 3.000 Meter die längste Meisterschaftsdistanz. In Erfurt wurde diese Distanz zusätzlich ins Programm aufgenommen. Zwei der zehn gemeldeten Starter bringen Bestzeiten von unter acht Minuten mit. Das sind Hindernis-Spezialist Robin Müller (LG Ohra Energie; PB 7:59,22 min), der den Thüringer Hallenrekord (7:49,00 min) angreifen möchte, und Christoph Maximilian Schrick (Königsteiner LV; PB 7:59,61 min). 

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