Erfurt: Ambitionierte Jugendstaffel, Luis Brandner für Sprintstaffel „reaktiviert“

Zuletzt waren die Langstaffeln ausgelagert. Nun sind sie für die Jugend wieder ins DM-Programm integriert. Besonderer Fokus liegt auf Sonntag (30. Juni). Ab 11.10 Uhr wird der Deutsche Meister in der männlichen Jugend 20 über 3x1000 Meter ermittelt. Mit dabei die Startgemeinschaft Team Thüringen. Am Mittwoch flatterte noch eine überraschende Meldung rein: Nachmeldung der Erfurter Staffel über 4x100 Meter. Im Frühjahr gab Luis Brandner sein Karriereende vom Leistungssport bekannt, nun wurde der 24-Jährige für den Staffeleinsatz „reaktiviert“.

Von Oberhof nach Braunschweig: In den vergangenen Tagen bereitete sich die Trainingsgruppe von Landestrainer Enrico Aßmus am Kamm des Thüringer Waldes auf die kommenden nationalen Meisterschaften der Aktiven, Junioren (U23) und Jugend (U20/U18) vor. Den ersten DM-Stopp legt das Team am kommenden Wochenende (28. bis 30. Juni) in Braunschweig bei den Aktiven ein. Große Vorfreude herrscht bereits vor dem Start im Umfeld der Erfurter Jugendstaffel über 3x1000 Meter. Gemeldet sind mit Andor Rik Schumann, Ben Arthur Burkhardt, Fabio Schönfeld, Ben Frerichs (alle Erfurter LAC) und Karl Geburek (ASV Erfurt) fünf sehr ambitionierte Athleten. Drei wird und kann Enrico Aßmus nur aufstellen können. Keine einfache Entscheidung.

Erfurter Jugendstaffel mit reichlich Potenzial

„Ich werde das kurzfristig entschieden. Mitentscheidend ist die Verfassung“, erklärt er den Hintergrund. Dass die Jungs gut drauf sind, bewies ein Teil bereits am zurückliegenden Sonntag beim Rennsteig-Staffellauf. Zum Team der erfolgreichen Staffel gehörten Karl Geburek und Fabio Schönfeld, die unter dem Namen „Erfurter Goldstandard“ in 11:10,48 Stunden auf Rang zwei einliefen. Dieses Teamgefühl mit dem starken Ergebnis dürfte für Sonntag zusätzlich motivieren. Auf der Meldeliste taucht der Name der Erfurter Startgemeinschaft an der Spitzenposition auf. Enrico Aßmus relativiert: „Die Meldeliste täuscht etwas. Wir starten nicht als Favorit. Das sind für mich Paderborn und München. Ich sehe uns eher im Bereich Top 5.“

Doch Enrico Aßmus weiß um die Stärke seiner Truppe, in der reichlich Potenzial steckt. „Wir müssen uns nicht verstecken und werden versuchen, so weit wie möglich nach vorne zu kommen.“ Um die Truppe drumherum ist ebenfalls schon eine gewisse Spannung zu spüren. „Ich freue mich richtig auf die Staffel. Da sind teilweise Hindernisläufer und zwei junge 800-Meter-Läufer dabei. Das zeigt die extreme Stärke dieser Trainingsgruppe. Das kann ganz spannend werden“, sagt TLV-Leistungssportkoordinator Willi Mathiszik.

Nachmeldung der Erfurter Sprintstaffel

Wermutstropfen und Hoffnungsschimmer: So in etwa lässt sich das Gefühlschaos der Erfurter Sprintstaffel beschreiben. Bei den Mitteldeutschen Meisterschaften in Erfurt sorgte die Startgemeinschaft Top Team Thüringen mit Johannes Fleicher, Benedikt Wallstein, Friedrich Dietz und Julian Wagner über 4x100 Meter für einen goldenen wie erfolgreichen Moment. Sie hatte mit 40,66 Sekunden deutlich die DM-Norm unterboten und stürmten auf Rang drei der deutschen Jahresbestenliste. Doch zwischen all die Freude mischte sich plötzlich eine Nachricht, die weniger erfreulich klang. Der an Position zwei laufende Benedikt Wallstein, der sich nach Fußproblemen wieder zurückgekämpft und sich auf seine anstehende Sommersaison gefreut hatte, musste den nächsten Rückschlag verkraften. Diagnose: Muskelfaserriss.

Ausgerechnet jener Sonntag war die letzte Möglichkeit, um für die Meisterschaften zu melden. Trainer Tobias Schneider verzichtete zunächst auf eine Meldung. In diesen Tagen kam er mit der Nachricht um die Ecke, wir melden die Sprintstaffel nach. Aber wer sollte die vakante Position des verletzten Benedikt Wallstein übernehmen? Die Antwort kam prompt: Luis Brandner. Eben jener Luis Brandner, der im Frühjahr seine Leistungssportkarriere beendet hatte. Nun wurde er für diese besondere Maßnahme "reaktiviert" und ist Teil dieses Teams, dass sich in Braunschweig am Sonntag (30. Juni, ab 12.10 Uhr) präsentieren möchte, und vielleicht für Julian Wagner eine weitere Olympia-Chance aufzeigt. -sam-

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