Ehemaliger DLV-Generaldirektor Frank Hensel gestorben

Tiefe Trauer um eine Größe der internationalen Leichtathletik: Im Alter von 70 Jahren ist am Sonntag der einstige Sportdirektor und Generaldirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) Frank Hensel in Frankfurt verstorben. Dies wurde dem DLV aus Familienkreisen mitgeteilt. Die nationale und internationale Leichtathletik trauert um eine Persönlichkeit, die sich über viele Jahrzehnte im Sport verdient gemacht hat. Zuletzt war Hensel Vizepräsident im Council des Europäischen Leichtathletik-Verbandes European Athletics.

 

„Für die Leichtathletik-Welt ist der Tod von Frank Hensel ein großer Verlust. Er hat sich viele Jahrzehnte und noch bis zuletzt in ganz unterschiedlichen Funktionen engagiert und genoss weltweit höchstes Ansehen. Der DLV drückt zusammen mit seinen Landesverbänden Hensels Familie und seiner Lebenspartnerin sein Beileid aus und wünscht vor allem viel Kraft in dieser schweren Zeit“, sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing.

Idriss Gonschinska: „Leichtathletik-Familie verliert großen Visionär“

DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska sagte: „Frank Hensel war ein sehr wichtiger Unterstützer und Freund für mich. In vielen Jahren der Zusammenarbeit habe ich viel von ihm gelernt, sowohl als Trainer als auch als Sport-Funktionär. Vor allem hat er mir gezeigt, was es heißt, sich auf dem nationalen und internationalen Parkett der Sportpolitik zu bewegen. Die deutsche und weltweite Leichtathletik-Familie verliert durch seinen Tod einen großen Visionär. Sein Tod macht mich sehr traurig.“

Der ehemalige Zehnkämpfer Frank Hensel, der einst als Jugendlicher beim TuS Rotenburg in Niedersachsen den Weg zur Leichtathletik gefunden hatte, begann als Hürden-Teamleiter und Bundestrainer sowie anschließend 1994 als Leistungssportdirektor seine Karriere beim DLV. Von 1998 bis 2016 fungierte er zunächst als Generalsekretär und dann als Generaldirektor beim Deutschen Leichtathletik-Verband in Darmstadt, darunter einige Jahre in einer Doppelrolle auch als Sportdirektor. Nicht nur auf nationaler, sondern auch auf europäischer und Welt-Ebene zählte Frank Hensel zu den kompetentesten Ansprechpartnern in Sachen Leichtathletik.

Nach seiner Karriere beim DLV wurde er in das „Executive Board“ von European Athletics berufen und engagierte sich dort als Vorsitzender der Member Federation Development Commission. Ferner war er als BOC-Geschäftsführer der Weltmeisterschaften 2009 und als stellvertretender Aufsichtsrat-Vorsitzender des Organisationskomitees Berlin EM 2018 maßgeblich am großen Erfolg der zwei zurückliegenden internationalen Leichtathletik-Titelkämpfe in Berlin beteiligt.

 

Clemens Prokop: Habe persönlichen Freund und Unterstützer verloren

„Frank Hensel hat über zwei Jahrzehnte die deutsche Leichtathletik geprägt, erst als Leistungssportchef und ab 1998 als Generalsekretär, und hat sich dabei sehr große Verdienste erworben. Ich persönlich habe mit dem Tod von Frank Hensel einen Freund und Unterstützer verloren, mit dem ich drei Jahrzehnte erfolgreich zusammengearbeitet habe. Sein Tod ist für mich ein großer Verlust. Die deutsche und internationale Leichtathletik ist um eine große Persönlichkeit ärmer geworden“, sagte DLV-Ehrenpräsident Clemens Prokop.

Als Generaldirektor war Frank Hensel auf der DLV-Geschäftsstelle in Darmstadt bis 2016 hauptamtlicher Chef von mehr als 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie zahlreichen hauptamtlichen Leichtathletik-Trainern in Deutschland. Er zeichnete sich vor allem durch seine große Menschlichkeit und seinen respektvollen Führungsstil mit hoher Kompetenz aus. Für jeden Einzelnen hatte er immer ein offenes Ohr, wenn es darum ging, Probleme zu lösen, und er erfreute sich großer Beliebtheit innerhalb der DLV-Belegschaft. Gleichzeitig war er ein erstklassiger Vermittler zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Gremien, da er immer zielorientiert nach Lösungen gesucht hat.

„Frank Hensel war nicht nur über 14 Jahre mein Chef beim Deutschen Leichtathletik-Verband, sondern darüber hinaus ein sehr guter Freund und Ratgeber für mich. Sein Abschied macht mich unendlich traurig, denn in einer Welt, in der alles immer hektischer wird, war er ein Fels in der Brandung und setzte sich mit seinem Weitblick für eine professionelle Kommunikations-Strategie sowie eine für den Verband notwendige Digitalisierung ein“, sagte DLV-Mediendirektor Peter Schmitt.

(Originalartikel auf leichtathletik.de)