Bei den Deutschen Meisterschaften in Dresden hat Speerwerfer Thomas Röhler (LC Jena) am Samstag für die erste Thüringer Medaille gesorgt. Wie im Vorjahr glänzte die Medaille silbern. In einem stimmungsvollen Finale über 3.000 Meter Hindernis kam Robin Müller als Vierter ins Ziel. Zudem machte Florian Näbelung den Finaleinzug über 110 Meter Hürden in neuer Bestzeit perfekt. Im Endlauf wurde er Fünfter.
Auffrischender Gegenwind machte am späten Samstagnachmittag den Aktiven auf und neben der Rundbahn ordentlich zu schaffen. Zu gern hätte Speerwerfer Thomas Röhler (LC Jena) die Leistungsbestätigungsnorm für die Weltmeisterschaften in Tokio (Japan; 15. bis 21. September) abgehakt. Dafür sind 81,75 Meter gefordert. Der starke Gegenwind (-3,0 m/s) machte dieses Unterfangen leider zunichte. Für ihn standen 78,74 Meter aus dem dritten Versuch als Tagesbestweite im Protokoll. Mit dieser Leistung erreichte er hinter dem deutschen Meister Julian Weber (USC Mainz; 84,36 m) den Silberplatz. „Es waren schwierige Bedingungen. Es war schon krass mit dem Gegenwind. Die 78 Meter zeigen, was wieder machbar ist. Ich bin eigentlich ganz happy“, sagte der 33-Jährige.
Hindernis-Ass Robin Müller Vierter, Florian Näbelung mit Bestzeit ins Hürdenfinale
Es war der erwartet heiße Kampf über 3.000 Meter Hindernis um den deutschen Meistertitel: In seinem „Wohnzimmer“ hatte Karl Bebendorf (Dresdner SC) die Fans lautstark auf seiner Seite. Sie pushten und beflügelten den Lokalmatador in 8:32,90 Minuten zum Sieg. Der deutsche Rekordler Frederik Ruppert (LAV Stadtwerke Tübingen) kam in 8:33,79 Minuten als Zweiter ins Ziel. Als Vierter war Robin Müller (LC Top Team Thüringen) gemeldet. Diesen Platz betätigte der Schützling aus dem Trainergespann um Enrico Aßmus und Nils Schumann in 8:42,24 Minuten. „Bis heute habe ich mich nicht so gut gefühlt im Training. Es war sehr schleppend die Erholung, weil meine Saison einfach schon so lang ist. Die zwei EM-Läufe in Bergen haben enorm Kraft gekostet. Hinten raus konnte ich motorisch nicht so viel ansteuern. Mit der Hindernistechnik bin ich zufrieden, aber von der Schnelligkeit ging es es nicht mehr so“, sagte Robin Müller.
Mit ordentlich Vollgas ins Finale: So schnell wie noch nie ging es für Florian Näbelung (LC Jena) durch den Hürdenwald. Im Halbfinale gesellte sich zu einer neuen Bestzeit von 14,19 Sekunden das große „Q“ für den direkten Finaleinzug über 110 Meter Hürden. Der 20-Jährige zeigte sich darüber mehr als begeistert. „Genauso wie wir es wollten – neue Bestzeit und Finale. Ich habe das einfach für den Kopf gebraucht. Nach dem die U23-DM nicht so lief, habe ich enorm viel auf die DM jetzt hier in Dresden gesetzt. Die Arbeit der letzten Wochen im Training hat sich absolut gelohnt.“ Im Endlauf war durch kleine Fehler zu Beginn des Rennens nicht mehr möglich als 14,37 Sekunden und Rang fünf. „Vom Gefühl war es ein gutes Rennen. Natürlich ist man sehr aufgeregt, da mit solch einer Vorlaufzeit reinzugehen. Es kam dann schon an der zweiten, dritten Hürde zu Problemen, und das wirkt sich dann langfristig auf das Rennen aus. Wenn du zu Beginn schon die Beschleunigung verlierst, fehlen dir da schon ein paar Zehntel“, resümierte der Athlet von Trainer Rico May
Marlene Körner mit solidem Auftakt über 100 Meter
Im Hochsprung meisterte Cedric Spieß (Erfurter LAC) 2,00 Meter und versuchte sich anschließend an 2,05 Meter. Eine Höhe, die er in dieser Sommersaison bereits übersprang. Nämlich im Mai beim DSC-Meeting im Heinz-Steyer-Stadion, und mit der er sich für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert hatte. Gleich drei Mal nahm er für diese Höhe Anlauf – drei Mal fiel die Latte. Es waren knappe Versuche. „Das haben wir uns das definitiv anders vorgestellt. Ich war von der Form her so gut drauf und habe beim Warm-Up gemerkt, heute geht was. Es war einfach so viel mehr drin“, zeigte sich der Sondershäuser enttäuscht über seinen Auftritt. Er wurde Zehnter.
Solider Auftakt für Marlene Körner (LC Top Team Thüringen) über 100 Meter: Im Vorlauf blieb sie in 11,57 Sekunden nur sieben Hundertstel über ihrer bisherigen Bestzeit – und buchte mit einem kleinen „q“ das Ticket für das Halbfinale. „Vom Gefühl her war meine zweite Hälfte besser als die erste. Es wäre schon schön gewesen, wenn es nochmal 11,50 Sekunden oder ein bisschen schneller gewesen wäre“, resümierte die Erfurter Sprinterin. Für sie sind es erst die zweiten nationalen Titelkämpfe im Sommer bei den Aktiven „Der Auftakt war gut, um auch die Abläufe kennenzulernen. Es ist doch ein wenig anders als bei den Jugendmeisterschaften.“ Auf eine zweite Runde verzichtete der Schützling von Trainer Tobias Schneider, um „Kräfte zu sparen“ für die 200 Meter am Abschlusstag, wo sie ihre Bestzeit über 200 Meter angreifen möchte. „Ich bin in dieser Saison noch nicht so oft die 200 Meter gelaufen. Das ist jetzt erst mein dritter Wettkampf“, sagte Marlene Körner, die von Tobias Schneider betreut wird.






