Dresden: StG Team Thüringen holt bei den Jugendstaffeln das Gold-Double

Dieses Kunststück gelingt nicht alle Jahre: Die StG Team Thüringen holte am Sonntag bei den Jugendstaffeln das Gold-Double. Dieses gelang zuletzt 2018 bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg, als die beiden Jugendstaffeln des Erfurter LAC ganz oben standen. Ins Finale über 200 Meter stürmte Felix Jahn, der sich dort den fünften Platz sicherte.

Für einen glorreichen Auftakt sorgte das Trio über 3x800 Meter mit den beiden 800-Meter-Spezialistinnen Leni Hanselmann und Helena Guttke sowie Mittel- und Langstrecklerin Helena Manzke (alle Erfurter LAC). Sie setzten die Vorgabe ihres Trainergespanns um Enrico Aßmus und Nils Schumann souverän um. Für einen sehr schnellen Angang sorgte Leni Hanselmann, die bei den U20-Meisterschaften die Bronzemedaille sowie das U20-EM-Ticket für Tampere (Finnland; 7. bis 10. August) gelöst hatte. „Dieser schnelle Start war schon der Plan, den die Trainer ausgegeben haben. Wir wollten den Abstand möglichst groß halten“, sagte Leni Hanselmann. Sie hatte über die ersten beiden Runden bereits einen enormen Vorsprung für die zweite Läuferin Helena Manzke herausgelaufen.

Diese konnte die Führung behaupten. „Wir haben nur zwei starke 800-Meter-Läferinnen. Die 800 Meter haben sich für mich schon richtig hart angefühlt und komplett anders wie über die Mittelstrecken“, berichtete Helena Manzke, die den Staffelstab als Führende an die Schlussläuferin Helena Guttke übergab. Die deutsche U18-Meisterin über 800 Meter vollendete das Rennen so wie es begann, nämlich als Führende überquerte sie nach 6:37,89 Minuten die Ziellinie. Die Erfurter Mäedels feierten einen grandiosen Start-Ziel-Sieg.

Bedingungen gaben keinen "Rekordlauf" her

Von diesem tollen Erfolg hatte die Erfurter Langstaffel (3x1.000 m) um Ben Burkhardt, Karl Geburek und Andor Rik Schumann nichts mitbekommen. Sie saßen zu diesem Zeitpunkt im Callroom und warteten dort auf ihren Startaufruf. Ins Visier hatten sie den deutschen U20-Rekord aus dem Jahr 1997 genommen. Dieser steht bei 7:17,17 Minuten. Als Startläufer ging Ben Burkhardt ins Rennen. Er setzte sofort an die Spitze, lief sich einen kleinen Vorsprung heraus und übergab an den Hindernis-Spezialisten Karl Geburek (ASV Erfurt), der weiter an der Spitze marschierte und das Polster zur Verfolgergruppe weiter ausbaute.

Als Schlussläufer schickte er den EYOF-Sieger über 800 Meter Andor Rik Schumann auf die abschließenden 1.000 Meter. Er sorgte für den krönenden Abschluss und brachte die Staffel als Erste in 7:28,76 Minuten ins Ziel. "Vom Rennverlauf war das der Plan, aber wir wollten pro Läufer so fünf Sekunden schneller laufen und den deutschen U20-Rekord angreifen. Aber heute lief es nicht so. Der Wind auf der Gegengerade hat sich angefühlt, als ob man direkt in die Windturbine reinläuft. Auf der Zielgerade hat man den Wind dann gar nicht mehr gemerkt", berichtete Karl Geburek. Der deutsche U20-Rekord hat damit weiterhin Bestand. Für Andor Rik Schumann war dieser fast zweitrangig. "Mein Ziel war es einfach, den Abstand nicht zu verlieren und im Endeffekt das Rennen zu gewinnen. Das war die oberste Priorität. Der Rekord ist natürlich auch schön, aber man muss nicht immer alles haben."

Dieses Kunststück mit dem Gold-Double gelang zuletzt 2018 bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg. Damals traten zwei Staffeln des Erfurter LAC an und belohnten sich nach zwei grandiosen Rennen mit dem Titelgewinn. Nun wiederholte sich die Geschichte. Allerdings mit zwei Teams der StG Team Thüringen. "Das war eine tolle Geschichte, den Doppelsieg zu machen. Zumal es in beiden Rennen Start-Ziel-Siege gab. Von den ersten Metern konnten sich unsere Startläufer gleich absetzen und diese Position bis zum Ende verteidigen. Wir sind sehr glücklich darüber und auch ein wenig erschöpft. Umso mehr freuen wir uns jetzt auf eine kleine Pause", resümierte Enrico Aßmus.

Felix Jahn im Finale über 200 Meter - Rang fünf

Marlene Körner (LC Top Team Thüringen) hatte am Samstag nach dem Vorlauf über 100 Meter trotz kleinem "q" auf das Halbfinale verzichtet, um Körner für ihren Start über 200 Meter zu sparen. In einem Halbfinale mit der deutschen Meisterin über 100 Meter Gina Lückenkemper (SCC Berlin) ging sie über 200 Meter an den Start. Mit ordentlich Rückenwind (+2,5 m/s) gelang ihr in 23,90 Sekunden nicht der erhoffte Einzug in das Finale.

Dieser gelang derweil Felix Jahn (LC Jena), der in seinem Halbfinale mit der zweitschnellsten Zeit von 20,94 Sekunden in den Endlauf einzog. Dort fehlten ihm die nötigen Körner für eine noch bessere Platzierung. Er setzte den Schlusspunkt in 21,03 Sekunden und Rang fünf. "Die Kurve hat sich im Vergleich zum Halbfinale deutlich besser angefühlt, aber als ich aus der Kurve raus bin, ging gar nichts mehr. Der Körper war einfach platt vom Halbfinale, wo ich einfach zu viel auf der Geraden investieren musste", berichtete er nach seinem Rennen. 

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