Vier Tage Leichtathletik: Bei den Finals in Dresden ist dies ab Donnerstag Programm. Beginnend mit den Mehrkämpfern und Starts über 5.000 Meter. Vor ausverkaufter Kulisse gehen die nationalen Titelkämpfe am Samstag und Sonntag im modernisierten Heinz-Steyer-Stadion über die Bühne. Zwei Erfurter Langstaffeln rechnen sich dabei Medaillenchancen aus. Ein weiterer Medaillenkandidat ist Speerwerfer Thomas Röhler.
Bereits am Donnerstag (31. Juli) beginnen die Deutschen Meisterschaften in Dresden. Eröffnet durch die Mehrkämpfer. Im Siebenkampf startet Clara Seidel (LC Jena), die beim Internationalen Mehrkampfmeeting in Bernhausen erstmals die Punktemarke von 5.000 knackte, und sich damit für die nationalen Titelkämpfe qualifizierte. Hervorzuheben ist, dass sie sich erst im ersten U23-Jahr befindet und sich nun erstmals mit den Frauen messen darf. Trainiert wird Clara Seidel seit einigen Monaten von Rico May. „Sie hat sofort einen DM-Platz bekommen. Darüber sind wir sehr stolz“, sagt ihr Trainer, der sie seit Mai betreut. „Ich sehe bei ihr noch ganz viele Möglichkeiten, um punktemäßig voranzukommen. Wir hoffen auf eine erfolgreiche Teilnahme wie Wettkampf, wo eine neue persönliche Bestleistung in der Gesamtpunktzahl das Ziel ist.“ Sie habe in den vergangenen Wochen gut trainieren können.
Eingebettet in den Mehrkampf an den ersten zwei Tagen ist noch eine weitere Disziplin. Freitag stehen noch die 5.000 Meter im Zeitplan. Spannende 5.000-Meter-Fights gab es schon bei den Deutschen U23-Meisterschaften in Ulm. Bronze ging dabei an Anton Saar (Erfurter LAC), der nun erstmals bei den Aktiven an den Start gehen wird. „Für ihn gilt es, Erfahrungen zu sammeln und wenn es das Rennen zulässt, nochmal die persönliche Bestleistung anzugreifen“, blickt sein Trainer Enrico Aßmus voraus.
Finale als Ziel
Das Gros der Thüringer Athleten wird an den darauffolgenden Tagen im Einsatz sein. Felix Jahn ist einer der hoffnungsvollsten Athleten aus der Trainingsgruppe von Rico May. Starten wird der Jenaer über 200 Meter, wo er in dieser Saison bereits zwei Mal unter der Marke von 21 Sekunden blieb. Seine bisher schnellste Zeit lief er mit 20,93 Sekunden in Regensburg. „Felix hat eine tolle Entwicklung genommen, alles ohne Kaderstatus und finanzielle Unterstützung. Nebenbei läuft bei ihm das Studium“, merkt sein Trainer an. Ein Finalplatz ist das Ziel bei ihm. Danach ist alles offen. Zumal die Konkurrenz ziemlich stark ist. „Von den Zeiten liegen doch alle eng beieinander. Man muss abwarten, wer letztlich startet. Das Ziel ist das Finale“, macht Rico May deutlich.
Ebenfalls mit Ambitionen für das Finale startet Florian Näbelung (LC Jena) über 110 Meter Hürden. Auch hinter ihm liegt eine tolle Entwicklung in diesem Sommer, in dem er seine Bestzeit auf 14,35 Sekunden steigern konnte. „Das große Ziel wird sein, seine Bestzeit zu bestätigen und den Endlauf zu erreichen. Im vergangenen Jahr hat er es nur knapp verpasst. Leider gibt es nur einen Vorlauf und dann gleich das Finale. Man muss sofort wach sein“, betont Rico May.
3.000 Meter Hindernis als eins der Highlights
Die 3.000 Meter Hindernis könnte sich zum Höhepunkte der DM entwickeln. Karl Bebendorf (Dresdner SC), der Lokalmatador gegen Frederik Ruppert (LAV Stadtwerke Tübingen), der neue deutsche Rekordler. „Da erwarte ich ein Publikum, was Karl nach vorne treibt, und er sich mit Frederik einen harten Fight liefern kann. Das wird allein schon von der Stimmung sicherlich der Höhepunkt des Wochenendes“, blickt Enrico Aßmus voraus. Er hat mit Robin Müller (LC Top Team Thüringen) ebenfalls einen aussichtsreichen Kandidaten im Rennen. Als Vierter ist der Thüringer gemeldet. „Vielleicht kann er diese Position mit einer schnellen Zeit verteidigen.“
Relativ früh machte Hochsprung-Ass Cedric Spieß (Erfurter LAC) mit erfüllter B-Norm von 2,05 Metern das DM-Ticket für Dresden klar. Ebenfalls gesprungen in Dresden. „Er hat durchaus das Potenzial für Höhen um 2,07, 2,08 vielleicht 2,09 Meter. Die Steigerung wird letztlich das Problem sein. Die Einstiegshöhe liegt bei 1,95 Meter. Es folgen 2,00, 2,05 und 2,09 Meter“, merkt Rico May an. Im Vorjahr wurde sein Schützling Vierter in Braunschweig. Diese Platzierung wird in diesem Jahr schwer zu halten sein. „Das Ziel wird bei ihm sein, seine Saisonbestleistung nochmals zu bestätigen und vielleicht noch eine neue Höhe anzugreifen.“
Gutes Gefühl nach ISTAF-Start, Langstaffeln mit Medaillenchancen
Beim ISTAF in Berlin zeigte sich Speerwerfer Thomas Röhler (LC Jena) am zurückliegenden Wochenende recht zufrieden mit seinem letzten Versuch auf 80,55 Meter. Sollte ihm ein ähnlich guter Versuch wie Wettkampf in Dresden gelingen, ist ihm durchaus eine Medaille zuzutrauen. Wie bereits im Vorjahr als er hinter dem deutschen Meister Julian Weber (USC Mainz) den zweiten Platz belegte. Bei den Frauen ist Marlene Körner (LC Top Team Thüringen) über 100 und 200 Meter gemeldet. Ob es den angepeilten Doppelstart geben wird, entscheidet sich erst vor Ort. Fix sind die 200 Meter, wo sie einen Finalplatz anstrebt. Wenn es die äußeren Bedingungen zulassen, ist ein Start bereits am Samstag über 100 Meter möglich. Ihre Bestzeiten hatte sie erst bei den Deutschen U23-Meisterschaften in Ulm auf 11,50 und 23,47 Sekunden verbessert. Daran möchte sie nun auch bei ihrem zweiten DM-Start bei den Aktiven anknüpfen.
Drei Langstaffeln komplettieren die Thüringer Meldeliste. Aussichtsreich die StG Team Thüringen in der männlichen wie weiblichen Jugend U20. „Wir stehen in der Meldeliste nicht da, was unser Potenzial widerspiegelt. Dementsprechend rechnen wir uns in beiden Staffeln sehr gute Medaillenchancen aus. Jetzt gilt es, alle gesund nach Dresden zu bekommen. Andor ist dieser Tage auch aus Skopje zurückgekehrt“, merkt Enrico Aßmus aus dem Trainergespann mit Nils Schumann an. Die dritte Thüringer Langstaffel über 3x1.000 Meter stellt die LG Ohra Energie.
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