Dortmund: Julian Wagner ist heiß auf Medaillenjagd

Eine handvoll TLV-Athleten starten an diesem Wochenende bei den nationalen Hallen-Titelkämpfen in Dortmund. Dabei wird aus einem Sprint-Quartett ein Duo, aus dem Julian Wagner um die Medaillen mitkämpfen kann. Derweil steht Luis Brandner vor seinem Comeback und Saisoneinstieg. In doppelter Mission ist Tiffany Eidner unterwegs. Über 3.000 Meter ist Martin Grau ein Medaillenkandidat.

Recht übersichtlich ist die Meldeliste aus Thüringer Sicht. Aber die Aktiven keinesfalls chancenlos. Bei den Frauen setzt Thüringens schnellste Frau auf die 60 Meter und ihre Sprungkraft. Tiffany Eidner (Bad Lobenstein TC) unterzog sich vor gut einer Woche einem letzten Formtest in Luxemburg. Sie startete jeweils über 50 und 60 Meter sowie im Weitsprung. Über 50 Meter konnte sie sich vom ersten zum zweiten Lauf von 6,73 auf 6,51 Sekunden steigern. Ihre Saisonbestleistung über 60 Meter verfehlte sie um acht Hundertstel, sie wurde im Finale mit 7,59 Sekunden Vierte. Im Weitsprung kratzte Tiffany Eidner mit 5,97 Meter an der Sechs-Meter-Marke. Das erklärte DM-Ziel dürfte eine Weite jenseits der 6-Meter-Marke sein.

Mit Rückenwind auf Medaillenjagd, Comeback von Luis Brandner

Bei den Thüringer Männern liegt der Fokus auf dem Sprint und den 3.000 Metern. Einer, der im Titelkampf über 60 Meter ein Wörtchen mitreden kann und möchte, ist Julian Wagner (TopTeam Thüringen). Im Vorjahr holte der 22-Jährige sensationell Silber in Leipzig. Aktuell belegt er hinter Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) den zweiten Platz in der deutschen Hallen-Jahresbestenliste. Und das mit erfüllter Hallen-EM-Norm (6,62 sec). „Wir wollten nach der 6,65 in Chemnitz auf jeden Fall im Vorfeld der Deutschen Hallenmeisterschaften die Norm abhaken Wir wussten das er es drauf hat, da er im Moment im fliegenden Bereich unglaublich stabil ist. Wenn er es schafft sich am Start gut zu treffen, ist in Dortmund alles möglich“, blickt Heimtrainer Tobias Schneider voraus.

Mit erfüllter Norm kann er etwas entspannter in den nationalen Titelkampf gehen. Dennoch heißt es diese Zeit nochmals zu bestätigen, um das EM-Ticket endgültig klar zu machen. Die Gefühlslage beim Youngster ist durchweg positiv. „Er ist fit und heiß. Er kann sich nur selbst schlagen. Die Konkurrenz ist nicht zu unterschätzen. Es haben jetzt zwei die Norm, entscheidend wird das Finale sein. Hier wird es eng zugehen, unter 6,66 muss man für eine Medaille sprinten“, sagt Tobias Schneider. Zu den weiteren Medaillenanwärtern zählen Deniz Almas (VfL Wolfsburg) wie Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar).

Ohne Vorgabe und Erwartungen startet Luis Brandner (TopTeam Thüringen). Er wird nach Hüftbeuger-Problemen in Dortmund in die Saison einsteigen. „Es freut mich, dass es doch noch mit einem Start klappt. Er ist momentan schmerzfrei und hat gut trainiert. Er soll einfach Spaß haben und sich zeigen.“

Start-Verzicht von Julian Reus und Aleksandar Askovic

Derweil verzichtet Sprint-Ass Julian Reus (TopTeam Thüringen) auf einen Start. Nach seinen 6,68 Sekunden zum Saisoneinstieg beim Erfurt Indoor sollte die Formkurve des 32-Jährige eigentlich weiter nach oben zeigen. Der erhoffte Leistungsschub blieb beim ISTAF in Berlin und zuletzt beim Testwettkampf mit Leistungsdiagnostik der Bundeskaderathleten in Leipzig (6,72/6,73 sec) aus. „Eine positive Tendenz gab es nicht. Sein Leistungsvermögen reicht nicht aus, um an der Hallen-DM teilzunehmen“, erklärt Tobias Schneider die Situation und kann dem Verzicht einen positiven Aspekt abgewinnen: „Wir haben mehr Zeit, um den Sommer vorzubereiten. Der erste internationale Höhepunkt mit der Staffel-WM wartet Anfang Mai, wo sich die deutsche Staffel für Olympia noch qualifizieren muss. Viel Zeit bleibt dafür nicht.“

Ebenfalls nicht dabei ist der Vorjahres-Dritte Aleksandar Askovic (TopTeam Thüringen), der zuletzt auf einem stabilen Niveau seine Rennen absolvierte. Aber nicht an seine Vorjahresleistungen anknüpfen konnte. Seit Dezember gehört er zur Erfurter Sprintgruppe um Tobias Schneider. „Das neue Umfeld hat noch nicht ausgereicht, um an seine Winterleistungen aus dem Vorjahr anzuknüpfen. Noch dazu schreibt er am Freitag eine wichtige Prüfung“, beschreibt sein neuer Heimtrainer seine gegenwärtige Situation. Aleksandar Askovic verbleibt wie Julian Reus nun mehr Zeit für Vorbereitung in Richtung Sommersaison.

Hindernis-Asse über 3.000 Meter, Rund-um-Service auf leichtathletik.de

Auf einem guten Weg sind Martin Grau und Tim Stegemann (beide TopTeam Thüringen). Die Hindernis-Spezialisten starten über 3.000 Meter. Im Vorjahr wurde Martin Grau über diese Strecke deutscher Hallen-Vizemeister. Eine Wiederholung durchaus denkbar. „Martin kann um eine Medaille beziehungsweise einen Podestplatz mitrennen“, sagt Heimtrainer Enrico Aßmus. Wenngleich die nationalen Hallen-Titelkämpfe für die beiden keinen Saisonhöhepunkt darstellen. Sie ist lediglich eine Zwischenstation auf dem Weg in Richtung Tokio. „Die Hallen-DM ist auf dem Weg des Trainings, dass sich dynamisch weiterentwickelt, mit dem Ziel im April, Mai in Bestform zu kommen, um diese zu nutzen, um die Olympia-Qualifikation zu schaffen“.

Nichts desto trotz verfügen beide über eine gute Grundlagenausdauer. „Punktuell können sie gute Leistungen aufstellen.“ Wie zuletzt beim Erfurt Indoor, wo Martin Grau mit 7:59,83 Minuten knapp über seiner Hallen-Bestleistung blieb. Derweil lief Tim Stegemann in 8:06,90 Minuten eine neue Bestzeit. Letzterer kämpfte zuletzt mit leichten Problemen am Fuß. „Die Abschlusseinheit am Montag verlief gut. Wenn er starten kann, er sich wohlfühlt, dann kann er eine Top-5-Leistung schaffen. Wir wollen aber kein Risiko eingehen. Wichtiger ist mir, mit den Jungs den nächsten Trainings-Belastungsblock im März abzusichern und zu realisieren“, meint Enrico Aßmus.

 

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