Ein vollgepackter zweiter Meisterschaftstag brachte zwei Medaillen für Thüringer Starter: Im Hammerwurf der U18 untermauerte Bruno Wedemann seine Topform und belohnte sich mit dem Meistertitel bei den Deutschen Meisterschaften der U18/U20 in Bochum-Wattenscheid. Erste Medaille für Andor Rik Schumann, er gewann die Silbermedaille über 400 Meter. Zuvor hatte er bereits als Vorlaufschnellster das Finale über 800 Meter erreicht. Mit Pepe Krause und Merlin Leuthardt standen zwei U18-Sprinter im Finale über 100 Meter.
Deutscher U18-Meister im Hammerwurf: Für Bruno Wedemann (Erfurter LAC) erfüllte sich dieser Traum am Samstagnachmittag, als er im fünften Versuch sein Arbeitsgerät auf 63,85 Meter beförderte. Der sechste Versuch landete nochmals über 63 Meter, es standen 63,01 Meter im Protokoll. Mit der Topweite, nah an die 64 Meter, sicherte er sich den Meistertitel. Gleichzeitig untermauerte er mit dieser Leistung seine absolute Topform. In diesem Feld erreichten Nils Rauch (SSV Erfurt Nord; 53,01 m) und Loris Ritter (Erfurter LAC; 50,74 m) die Plätze zehn und zwölf.
Andor Rik Schumann mit "schweren Beinen" zu Silber
Für die erste Medaille des Tages aus Thüringer Sicht sorgte mit Andor Rik Schumann (Erfurter LAC) ein Bahnläufer. Mit der drittschnellsten Vorlaufzeit (48,78 sec) hatte er sich für das Finale über 400 Meter qualifiziert. Im Finale wurde es dann nochmals ein wenig schneller, er erreichte nach 48,46 Sekunden als Zweiter das Ziel. Zuvor hatte er bereits mit einem großen „Q“ und als Zeitschnellster den Endlauf über 800 Meter in 1:54,28 Minute erreicht.
„Auf den letzten Metern über 400 Meter hat Andor doch Laktat gespürt wie noch nie. Gerade mit dem Vorlauf über 800 Meter in den Beinen am gleichen Tag. Die letzten 30 Meter waren schon ein hartes Brot, die letzten Schritte gingen dann nicht mehr, so dass er Rang zwei belegte. Man muss wirklich sagen, er hatte starke Konkurrenz gegen die er sich geschlagen geben musste“, resümierte Enrico Aßmus aus dem Trainergespann mit Nils Schumann und führte weiter aus, „er ist wirklich schwer, diesen Doppelstart auch in einen Doppelsieg umzumünzen. Ich sehe es so, dass er nicht Gold verloren hat, sondern Silber gewonnen.“
Lauf-Trainingsgruppe überzeugt, Zwei Sprinttalente überraschen
Einen starken Eindruck hinterließ die komplette Trainingsgruppe: Mit ihm ins Finale über 800 Meter stürmte Jordan Lux (Erfurter LAC) in neuer Bestzeit von 1:55,30 Minute. In der weiblichen Jugend U18 gelang dies Helena Guttke (Erfurter LAC), die sich mit einem großen „Q“ und dem direkten Finaleinzug in 2:11,21 Minuten belohnte. In der Jugend U20 gelang dies Ben Arthur Burkhardt (Erfurter LAC) in 1:54,20 Minute sowie Leni Hanselmann (Erfurter LC) in 2:13,28 Minuten. „Das war echt toll und macht Hoffnung auf vordere Platzierungen am Sonntag“, blickte Enrico Aßmus voraus. Zufrieden durfte er auch mit den Leistungen seiner Aktiven über 3.000 Meter gewesen sein. Alle drei schlossen die Rennen mit neuen Bestzeiten ab. Als Fünfte erreichte Gloria Herold (Erfurter LAC) in 10:04,50 Minuten das Ziel in der U18-Wertung. In den U20-Konkurrenzen verbesserte sich Leonard Kaufmann (LG Ohra Energie) auf 8:42,96 Minuten, Helena Manze kam in 10:05,29 Minuten als starke sechste ins Ziel.
Im Fokus des zweiten Wettkampftages standen die Sprinter: Gleich zwei Thüringer mit Pepe Krause (1. SV Gera) und Merlin Leuthardt (LG Ohra Energie) erreichten das U18-Finale über 100 Meter. „Nach der sehr holprigen Vorbereitung und seiner persönlichen Bestleistung von 10,86 Sekunden im Halbfinale hat sich Pepe den mehr als verdient. Erfreulich die zweite Bestzeit im Halbfinale von Merlin und das er ebenfalls im Finale stand. Das war eine schöne Überraschung“, freute sich Sprint-Landestrainer Tobias Schneider. Mit Zeiten von 10,86 und 10,94 Sekunden waren beide in den Endlauf eingezogen. Siebter wurde Pepe Krause (10,92 sec), Achter Merlin Leuthardt (11,06 sec).
Nicht über das Halbfinale kam Matthes Liek (Erfurter LAC; 10,99 sec) hinaus. „Da war ich schon ein bisschen enttäuscht von ihm. Da war definitiv mehr drin. Die Performance vor dem Zwischenlauf war nicht der Matthes, den ich kenne. So gilt es die Rennen unter Erfahrungen sammeln abzutun und am Sonntag über 200 Meter neu anzugreifen“, schätzte Tobias Schneider ein. Großer Erfolg der Halbfinaleinzug für Emma Charlott Münnich (LC Jena) über 100 Meter in der U18. Dort steigerte sie ihre Bestzeit auf 12,26 Sekunden.
Eva Kaebitz mit Bestzeit ins Halbfinale über 100 Meter
In der U20 stürmte Eva Kaebitz (SSV Schiller-Gymnasium Eisenberg) in neuer Bestzeit von 12,12 Sekunden ins Halbfinale, das sie in 12,27 Sekunden als 18. beendete. Max Arnold (LC Jena) steigerte seine Bestzeit über 100 Meter auf 11,04 Sekunden. In seinem dritten Rennen über 400 Meter Hürde erreichte U18-Athlet Colin Schäfer (ASV Erfurt) nach 56,82 Sekunden als 13. das Ziel. „Es wäre für ihn mehr möglich gewesen, aber da es erst sein drittes Rennen über diese Strecke war, gilt es reicher an Erfahrungen zu sein, um nächstes Jahr um den Finaleinzug mitzulaufen“, sagte Tobias Schneider. Felix Messerer (Erfurter LAC; 58,39 sec) wurde 18.
Zwei solide Hürdenläufe lieferten Sandrin Czogalla (65,92 sec) und Philina Alexandra Denisow (64,22 sec; beide Erfurter LAC) ab. „Sandrin kann stolz sein, dass sie es bis hierher geschafft hat. Gerade nach den anderthalb Jahren, wo sie nicht rennen konnte, und jetzt der Fuß eine ganze Saison gehalten hat und sie wieder Wettkämpfe bestreiten konnte“, merkte Tobias Schneider an.
Anna Amalia Riechel steigert Bestzeit über 400 Meter
Zwei siebte Plätze gab es für U20-Athletin Anna Amalia Riechel (LG Ohra Energie): Zunächst startete sie über die Stadionrunde, die sie in neuer Bestzeit von 56,19 Sekunden beendete. Als zweite Disziplin folgte der Hochsprung, wo sie mit ihrer Höhe von 1,72 Metern sicherlich ein wenig hadern dürfte. In dieser Saison hatte sie bereits 1,76 Meter übersprungen. In den technischen Disziplinen gab es weitere Top-10-Ergebnisse: Für das erste sorgte Hochspringerin Elisabeth Lehnen (FSV 1950 Gotha), sie meisterte 1,60 Meter und wurde Achte in der U18-Konkurrenz.
Den Endkampf hatten Helena Naussed (LC Jena) und ihre Trainerin Petra Felke im Kugelstoßen der U18 angestrebt. Mit 12,41 Meter belegte ihr Schützling Rang neun. Achter Rang für Tim Nega (SSV Schiller-Gymnasium Eisenberg) im Hochsprung der U18, er floppte über 1,90 Meter. Im Hammerwurf fand Alexander Brehm (Erfurter LAC) nur schwer in die U20-Konkurrenz. Mit dem dritten Versuch auf 62,14 Meter rettete er sich in den Endkampf, wo er sich nicht weiter steigern konnte und Rang acht belegte.




