DM: Premieren-Start für Alina Schönherr auf der blauen Bahn

Bisher saß Alina Schönherr nur als Zuschauerin im Berliner Olympiastadion. Das könnte sich am kommenden Wochenende ändern, sie steht als Teilnehmerin über 800 Meter in der Meldeliste. „Der Puls ist noch ruhig“, sagt sie lächelnd.

Ob sie auch starten wird, entscheidet sich in diesen Tagen. Sie klingt ein wenig erkältet. „Ich hoffe sehr, dass ich starten kann. Die Erkältung kam jetzt zum ungünstigsten Zeitpunkt“, hofft sie auf einen positiven Ausgang. In diesem Sommer hatte sie bisher nur die B-Norm für die nationalen Titelkämpfe erfüllt, aber sie ist eine von 20 gemeldeten Athletinnen. Angeführt wird das Feld von Christina Hering (LG Stadtwerke München), der mehrfachen deutschen Meisterin und Topfavoritin über diese Strecke.

Stark besetztes DM-Feld über 800 Meter

Für Alina Schönherr (LSV Schmölln) ist der Vorlauf darauf ausgerichtet, „so gut wie möglich mitzulaufen“. Im Vorjahr ist ihr das relativ gut gelungen, als sie mit persönlicher Bestleistung den Vorlauf beendete, aber das Finale als Neunte nur denkbar knapp verpasste. „Das kann in diesem Jahr erneut passieren“, weiß die Dritte der Hallen-DM. „Jetzt im Sommer sind einige Athletinnen wie Tanja Spill oder Alina Ammann wieder dabei, die in der Halle noch gefehlt haben oder ausgefallen sind. Das Feld über 800 Meter ist deutlich stärker besetzt.“

Auf drei Saisonrennen kommt Alina Schönherr bisher – und das innerhalb von einer Woche. Ihr Auftakt erfolgte bei der Langen Laufnacht in Karlsruhe (2:09,06 min). Es folgte das Anhalt-Meeting in Dessau (2:08,11 min) und abschließend München (2:08,81 min). „An sich erholt sich der Körper von diesen Rennen recht schnell. Das größte Problem ist die Pendelei. Ich saß gefühlt nur im Auto, was unheimlich an der Kraft gezerrt hat. Und was noch hinzukam, waren die späten Starts. Ich bin eigentlich nicht der Mensch, dem diese Läufe in den Abendstunden liegen. Umso mehr kommen mir jetzt die Meisterschaftszeiten in Berlin entgegen“, berichtete sie von ihrem kleinen Wettkampfmarathon.

Berlin als DM-Auftakt

In Rehlingen hätte sie nach München als nächstes starten sollen. „Ich habe dann aber gemerkt, das Körper brauchte eine Pause.“ Und diese gab sie ihm. So hat sie vor den Deutschen Meisterschaften einen vierwöchigen Trainingsblock eingeschoben. Diese Vorbereitung hat sich bewährt, entstanden sei sie so durch Zufall im vergangenen Jahr. Die Hallensaison beendete sie mit dem dritten DM-Platz. Nun erwartet sie erstmals ein DM-Start im Berliner Olympiastadion. Bisher war sie nur Zuschauerin wie beim ISTAF. Jetzt steht sie selbst unten auf der blauen Bahn. Wie das sein wird? Sie kann es noch nicht fühlen.

Für Alina Schönherr ist Berlin der DM-Auftakt. Vier Wochen später rücken dann die Deutschen U23-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid in ihren Fokus. Und das mit einem höher gesteckten Plan wie in Berlin. „Das Ziel ist eine DM-Medaille. Die Chancen sind bei der U23-DM einfach höher.“ Aber jetzt erstmal Berlin, Olympiastadion und die blaue Bahn - insofern es ihre Gesundheit zulässt. -sam-