DM: Maurice Voigt mit viel Geduld zu großen Weiten

Berlin, Olympiastadion: Für Maurice Voigt wird es die Rückkehr an jenen Ort sein, wo er 2019 seine persönliche Bestleistung ebenfalls bei den Deutschen Meisterschaften geworfen hat. Ein gutes Omen für den Speerwerfer, der sich in diesem Sommer bereits auf 80,46 Meter gesteigert hat.

Es war jener 4. August 2019 als Maurice Voigt (LG Ohra Energie) den Speer auf 75,47 Meter segeln ließ. Ein PB für persönliche Bestleistung ploppte hinter seinem Ergebnis auf. Er wurde in diesem national hochklassigen Feld Fünfter. Nun kehrt er zurück in dieses Stadion. Ein Ort, der mit guten wie schönen Erinnerungen verbunden ist. „Für mich sind die Deutschen Meisterschaften in Berlin der Saisonhöhepunkt in diesem Jahr. Für mich als U23-Athlet gibt es leider keinen internationalen Höhepunkt. Aber die DM bei den Aktiven ist schon eine schöne Sache. Einen Monat später folgt dann noch die U23-DM“, gibt der U23-Athlet einen Ausblick.

Ein hartes Stück Arbeit

Gemeldet hat die komplette nationale Speerwurf-Elite, was auf einen spannenden Wettkampf hoffen lässt. Außerdem geht es um die Tickets für die Weltmeisterschaften in Eugene (USA; 15. bis 24. Juli) und der Heim-Europameisterschaften (München; 15. bis 21. August). Gefordert sind mindestens 84 Meter. Für Maurice Voigt noch unerreicht. Mitte Mai in Halle flog sein Speer erstmals über 80 Meter. Bei seiner DM-Generalprobe zuletzt in Schönebeck wirkte er mit seiner Siegerweite von 73,92 Meter weniger zufrieden. „Wenn man im Kopf hat, ich will jetzt weit werfen, dann verschwindet meist die Geduld – und dann fliegen die Speere nicht so, wie sie eigentlich fliegen sollten.“

Es ist immer und immer wieder ein hartes Stück Arbeit – im Training wie Wettkampf, um konstant in dem Bereich seiner Bestleistung zu werfen. Gerade für ihn, der noch ganz am Anfang des Männerbereichs steht. „Es bedarf noch ganz viel Übung, bis es vielleicht mal die ganz großen Weiten gibt. Die 80 Meter sind trotzdem eine Weite, die muss man irgendwann nochmal werfen. Es ist aber nicht so, wenn man sie einmal geworfen hat, dann wirft man sie immer wieder. Es ist kein Selbstläufer und man muss sich alles hart erarbeiten.“

kein normaler Wettkampf

Wenngleich es ein Weg der kleinen Schritte ist. Er konnte in diesem Sommer schon zeigen, dass er vieles in den vergangenen ein, zwei Jahren gelernt habe. „Ich habe gezeigt, dass ich es auch umsetzen kann, aber es fehlt noch das Training, dass ich es regelmäßig schaffe. Es gibt momentan so viele Punkte, die halt mal klappen, dann wieder nicht“, zeigt er seine Probleme auf. Einer dieser Punkte ist Geduld und erklärt auch gleich den Grund: „Wenn man Lust hat zu werfen, sich auf den Wettkampf freut und sich denkt, heute ist ein guter Tag, dann kann es sein, dass die Geduld komplett darunter leidet und alles was man sich mühsam im Training erarbeitet hat, dann einfach weg ist.“

Bei seiner Rückkehr ins Olympiastadion kann er eigentlich ganz befreit werfen. Den Druck verspüren andere. Nicht Maurice Voigt. Dennoch ist es für ihn kein normaler Wettkampf. „Bei der DM im Olympiastadion sind deutlich mehr Zuschauer, hinzu kommt unterbewusst ein bisschen Aufregung dazu und dann noch die Vorstellung, man wirft in einer Konkurrenz mit den „Großen“ – es ist halt ein ganz anderes Feeling. Natürlich möchte man immer weit werfen, aber ich setze mich nicht unter Druck, sondern versuche einfach mein Bestes zu geben und einen schönen Wettkampf mit ein paar weiten Würfen daraus zu machen.“ Einfach so wie vor drei Jahren. -sam-