Dessau: Wallstein springt 7,19 Meter, Meier mit stabiler Serie

Alles andere als einfach gestalteten sich die Bedingungen am Freitag beim 23. Internationalen Anhalt-Meeting in Dessau. Der stark böige Wind vereitelte dabei so manch starke Leistung. Gelegentlich erwies sich der Wind aber als große Hilfe. Vom Winde beflügelt setzte Benedikt Wallstein den nächsten 7-Meter-Sprung in die Grube, er steigerte sich auf 7,19 Meter. Über 2.000 Meter Hindernis verbesserte Robin Müller seine Bestzeit deutlich.

Für den Glanzpunkt im Hauptprogramm sorgte Speerwerfer Johannes Vetter (LG Offenburg). Ein neuer Meetingrekord: Er steigerte ihn auf 93,20 Meter. In dieser Konkurrenz starten zudem Maurice Voigt (LG Ohra Energie) und Tom Meier (LC Jena). Letzterer überzeugte erneut mit einer konstanten Serie und wurde mit 75,32 Meter Fünfter. „Tom hat mit einem erneuten Wettkampf über 75 Meter seine deutliche Steigerung in diesem Jahr untermauert. Stabile Wettkämpfe in diesem Bereich hat er jetzt mehrfach absolviert. Es gilt jetzt weiter an der Technik im Abwurf zu feilen“, sagte Petra Felke. Rang neun für Maurice Voigt (68,71 m).

Robin Müller mit deutlicher Steigerung, Aleksandar Askovic mit gutem Saisoneinstieg

Besonders zufrieden blickte Enrico Aßmus auf die Leistung von Robin Müller (Erfurter LAC) über 2.000 Meter Hindernis zurück. Im hinteren Feld des deutschen Rekordversuchs von Karl Bebendorf (Dresdner SC; 5:25,64 min), er verpasste ihn um neun Hundertstel, realisierte der U20-Athlet mit 5:51,03 Minuten eine neue Bestzeit. Er steigert sich dabei deutlich, seine alte Bestmarke stand bei 6:06,83 Minuten. Ein Erfurter Sprint-Duo startete über 100 Meter. Ein Schreckmoment gab es bei Luis Brandner (Top Team Thüringen), der seinen Vorlauf nach nur wenigen Metern abbrach und ins Ziel ging.

Sein ersten Saisonrennen absolvierte Aleksandar Askovic (Top Team Thüringen). „Der Einstieg fühlte sich den ganzen Umständen entsprechend ganz gut an. Ich bin vor zwei Wochen im Training gestürzt und habe mir die Wade verletzt. Deshalb waren wir uns nicht sicher, ob ich noch für Dessau fit werde. Aber die Wade ist wieder heil und die Form ist in Reichweite“, klang der 23-Jährige erleichtert. Im Vorlauf standen 10,60 Sekunden auf der Uhr, im Finale 10,46 Sekunden. Die beiden ersten Rennen stimmen ihn zuversichtlich für den nationalen Höhepunkt. „Ich bin guter Dinge für die Deutschen Meisterschaften in Braunschweig.“

Benedikt Wallstein beflügelt vom Wind

Im Vorprogramm des Meetings hatten die Nachwuchsathleten ihren großen Auftritt. Einer katapultierte sich dabei an die Spitze der U18-Bestenliste: Benedikt Wallstein (Gothaer Leichtathletik Centrum) bündelte im sechsten und letzten Versuche seine ganzen Kräfte und flog auf 7,19 Meter. Sein zweiter 7-Meter-Sprung innerhalb von acht Tagen. Er wirkte zufriedener als noch vor einer Woche. Gerade auch mit dem Blick auf die deutsche U18-Bestenliste.

Deutlich verbessert zeigte sich der 16-Jährige bei der Landung, worauf im Training besonders der Fokus gelegt wurde. „Endlich bin ich nicht versetzt gelandet. Das konnte ich eindeutig verbessern“, atmete er einmal kurz durch. Was ihm in den ersten Versuchen fehlte, war die nötige Lockerheit. Er wirkte in den ersten vier Versuchen zu verbissen. Das änderte sich in letzten beiden Durchgängen. Und siehe da: es passte vom Anlauf bis zur Landung. Der Wind verlieh ihm zusätzlich die nötigen Flügel, die ihn auf 7,19 Meter trugen. „Ich bin extrem happy“, freute er sich über seine Steigerung. Dritte mit neuer Bestmarke wurde Valentin Brenner (Erfurter LAC; 6,33 m).

Eileen Seebon mit engagiertem Rennen

In der U16-Konkurrenz über 800 Meter durften sich Karl Geburek (ASV Erfurt; 2:09,08 min) und Jonathan Enders (1. TSV Bad Langensalza; 2:11,45 min) über neue Bestzeiten freuen. Letzterer ging zudem noch im Weitsprung an den Start, er wurde mit 5,53 Meter Dritter. Knapp unter ihrer Weitsprung-Bestmarke blieb Caroline Freitag (Erfurter LAC; 5,46 m).

Einen starken Eindruck hinterließ Eileen Seebon (Erfurter LAC) über 3.000 Meter. Für ihren mehr als engagierten Auftritt bei doch sehr widrigen Bedingungen gab es viel Lob von Heimtrainer Enrico Aßmus: „Unter dem Aspekt, dass es sehr stark gewindet hat, habe ich großen Respekt gehabt, dass man da ganz allein von vorn eine neue persönliche Bestleistung abliefert.“ Und so stand für die U20-Läuferin eine neue Bestzeit von 10:08,13 Minuten im Protokoll. Emma Herwig (SV 1899 Mühlhausen/U18) wirkte aufgrund ihres vierten Saisonrennens ein wenig müde. Sie kam nach 10:24,87 Minuten ins Ziel. „Da wollen wir jetzt ein Stück weit schauen, dass wir einen Trainingsblock setzen“, sagte Enrico Aßmus.

Technische Unsicherheiten

Ein Wurf-Quartett aus Jena nutzte die nächste Wettkampfchance. Wenngleich die Bedingungen alles andere als einfach waren. Hinzu kam noch eine weitere Komponente. „Die technischen Unsicherheiten verhindern immer noch größere Weiten. Hier fehlen einfach die Trainingswürfe. Durch die Corona-Bedingungen und dem dadurch sehr unregelmäßigen Training fehlt hier einfach die Stabilität“, berichtete Trainerin Petra Felke.

In der U18-Konkurrenz konnte Mia Eitner ihre Jahresbestleistung auf 41,15 Meter steigern. Chantal Rimke und Lynn Marie Engelhard kamen jeweils auf 36,96 Meter. „Bei Lynn war deutlich zu sehen, das sie sehr vorsichtig an den Wettkampf herangegangen ist und sich noch nicht traut, ihr Potential auszuschöpfen. Bei Chantal liegt der Focus eindeutig beim Kugelstoßen. Also ist ihr Ergebnis mit dem Speer auch ok“, resümierte Petra Felke. Ein großes Fragezeichen stand hinter dem Start von Anna Güthlein (U20). „Anna hatte sich am Fuß verletzt und es stand lange in Frage, ob sie überhaupt werfen kann. Aber sie wollte den Wettkampf nutzen. Beim Einwerfen hat man ihr Potenzial gesehen. Da kann man auf die kommenden Wettkämpfe gespannt schauen.“ Sie kam auf 37,87 Meter. -sam-

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