Crosslauf-Spezialist Roman Freitag dreht nach zwei Runden auf

Etwas ruhiger ließ Roman Freitag die ersten zwei Runden bei den Crosslauf-Landesmeisterschaften in Günthersleben angehen. Vorn sorgte Robin Müller für die nötige Geschwindigkeit. „Ich wusste, er ist stark unterwegs, was er auch schon in den vergangenen Wochen gezeigt hat“, berichtete Roman Freitag, der nach der Hälfte des Rennens das Tempo anzog und sich auf den zwei weiteren Runden immer mehr absetzen konnte. In seinem ersten U23-Jahr gewann er die Männerkonkurrenz in 16:13 Minuten.

Seiner Favoritenrolle wurde der 20-jährige Eisenacher auf der neuen Strecke mehr als gerecht. Gut für ihn: die Männer, die Jugend U18 und U20 starteten gemeinsam. So hatte er mit dem U20-Läufer Robin Müller (Erfurter LAC) einen starken und schnellen Konkurrenten an seiner Seite, der auf den ersten beiden Runden das Feld anführte. Danach ergab sich für Roman Freitag die Chance an ihm vorbeizugehen. „Ich habe dann versucht Druck zu machen, weil ich wusste, dass ich auf der Zielgerade nicht schneller bin wie er. Der Idealfall ist dann eingetreten, ich konnte mich von ihm absetzen“, erzählte Roman Freitag, der ungefährdet zum Sieg in der Männerklasse rannte.

Bei der Schuhwahl griff er auf Turnschuhe mit gutem Profil zurück. Eigentlich wäre er gern in Spikes gelaufen. Das wiederum ließ die Strecke nicht zu. „Für mich war die Strecke zu wenig Cross, man lief sogar ein Stück auf Asphalt. Ein bisschen mehr Wiese, ein wenig mehr Matsch kommen mir mehr entgegen und es kommt dann richtiges Crossfeeling auf. Roman Freitag liebt den Cross, er mache ihm einfach am meisten Spaß. Schon zwei Mal erlief er sich in den Jugendklassen den deutschen Vizemeister-Titel. Jetzt startet er erstmals bei den Aktiven. Das Ziel in diesem Jahr sind die Deutschen Crossmeisterschaften in Sonsbeck (18. Dezember). „Für mich wird es vorrangig darum gehen, mitzulaufen und eine gute Zeit anzubieten. Positionsmäßig wird noch nicht so viel möglich sein.“

Zuvor sammelt er weiter Crosslauf-Kilometer in Darmstadt (21. November) und Pforzheim (28. November) bei sicherlich ein bisschen mehr schlammigen Untergrund. Anfang Dezember folgt ein zweiwöchiges Ski-Trainingslager in Balderschwang, um die Grundlagenausdauer zu stärken. Die Crosslauf-Landesmeisterschaft war demnach „eine gute Trainingseinheit. Man läuft nicht alleine, hat ein wenig Wettkampf-Feeling – es ist einfach gut als Vorbereitung für die anderen Wettkämpfe“.

Günthersleben war erstmals Austragungsort einer Crosslauf-Landesmeisterschaft. Im Vorjahr pandemiebedingt abgesagt, wurden in den Jahren zuvor die Crossmeister traditionell in Ohrdruf ermittelt. Nun musste ein neuer Ausrichter gesucht werden. Dieser fand sich mit dem Gothaer LAC, dessen Organisatoren für den Crosslauf einen abwechslungsreichen 1,2 Kilometer Rundkurs absteckten. Das Profil erwies sich zwar als flach, aber dennoch schnell. Wettkampfleiter Torsten Greiner zeigte sich mit der Crosslauf-Premiere zufrieden: „Beim ersten Mal ist natürlich ein wenig Aufregung dabei, ob alles so passt, aber das hat es. Auch mit dem sanierten Sportplatzgebäude, das am Vortag erst offiziell übergeben wurde. Mit unserer Veranstaltung war es für das neue Gebäude ebenfalls eine Premiere.“ -sam-