Chemnitz: Rasantes Experiment – Lukas Peter mit Bestzeit über 300 Meter

Novum für die Viertelmeiler: Beim 23. Internationalen Hallenmeeting in Chemnitz wurde eine neue Wettkampfform ausprobiert. Bedingung für die Teilnahme über 400 Meter war die Teilnahme am Vorlauf über 300 Meter. Rasant unterwegs war Lukas Peter, der eine neue Bestzeit aufstellte. Auf starke Konkurrenz traf Max-Ole Klobasa im Dreisprung.

Weder das eine noch das andere: Rico May tat sich ein wenig schwer, die Leistungen seiner Athleten im Gesamtbild einzuordnen. „Sie haben weitere Wettkampferfahrung sammeln können. Die Ergebnisse waren wirklich in Ordnung“, resümierte er. Seine innerliche Zerrissenheit zeigte sich beispielsweise bei Weitspringer Kevin Brucha (LC Jena), der 7,38 Meter als Siegerweite im Protokoll stehen hatte. „Der vierte und fünfte Versuch waren nur ganz knapp übergetreten. Die Weite war wirklich gut“, berichtete Rico May. Anwesend war auch der Leitende Bundestrainer Sprung, Uwe Florczak, der nach dem Wettkampf lobende Worte für Kevin Brucha hatte.

Zudem fehlte ihm die Konkurrenz. Bei einer nur geringen Anzahl an Athleten dauerte der Wettkampf lediglich eine gute halbe Stunde. „Da kann man sich vorstellen, das er aller paar Minuten dran war. Er konnte sich zwischen den Versuchen nicht richtig erholen, wenn man bedenkt, dass er einen Anlauf von über 40 Metern hat. Da braucht er schon eine gewisse Erholungszeit.“ Bei Dreispringer Max-Ole Klobasa (LC TopTeam Thüringen) haderte Rico May damit, dass er vor dem Brett abgesprungen war. Sein bester Versuch wurde mit 15,33 Meter gemessen, wo er deutlich (etwa 30 Zentimeter) verschenkte. Erstmals in dieser Hallensaison gestaltete Max-Ole Klobasa seine Sprünge aus dem langen Anlauf heraus. „Damit hat er mehr Geschwindigkeit, die er erstmal im Wettkampf umsetzen muss. Diesen Anlauf hat er seit fast zwei Jahren nicht mehr umgesetzt. Wir sind dennoch zufrieden“, sagte Rico May, der besonders die Konkurrenzsituation mit dem mehrfachen deutschen Dreisprung-Meister Max Heß (LAC Erdgas Chemnitz) hervorhob.

Strategie ging bei Lukas Peter auf

Gespannt blickte Rico May auf die 400 Meter, dem als Teilnahme der „Vorlauf“ über 300 Meter vorausging. An den Start gingen Lukas Peter und Luise Herdegen (beide LC Jena). Als Strategie hatten sie einen richtig schnellen Lauf über 300 Meter ausgegeben. Sehr gut umsetzen konnte dies Lukas Peter, der mit einer fabelhaften Zeit von 33,99 Sekunden nur drei Zehntel über der Zeit von Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz; 33,69 sec) blieb. „Er ist das Rennen richtig gut angegangen. Für einen Langhürdler ist diese Zeit wirklich nicht schlecht und zeigt das Potenzial von Lukas“, sagte Rico May. 120 Minuten später stand sein Athlet erneut am Start. Die 400 Meter beendete er als Fünfter in 48,94 Sekunden. „Er war geplagt durch sehr feste Waden. Die Halle wurde erst saniert und renoviert wie ein neuer Belag aufgebracht. Dieser war sehr fest, woran man sich erst gewöhnen muss.“

Etwas langsamer war Luise Herdegen die 300 und 400 Meter angegangen, woraus die Zeiten von 41,16 und 59,43 Sekunden resultierten. Auf den letzten Metern ging es dafür umso besser. „Sie hat genügend Selbstvertrauen getankt, um die nächsten Rennen schneller angehen zu können“, meinte Rico May. Immer besser in Schwung kommt Malte Stangenberg (LC TopTeam Thüringen), der mit schnellen Zeiten über 60 und 200 Meter einen guten Eindruck hinterließ. Vor allem über 200 Meter, die er in 21,80 Sekunden und neuer Hallen-Bestzeit abschloss. Zuvor maß er sich mit der deutschen Sprint-Elite wie Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar; 6,59 sec) und Marvin Schulte (SC DhfK Leipzig; 6,78 sec). Zufriedenstellend seine beiden Resultate aus dem Vorlauf (6,89 sec) und Finale (6,87 sec). -sam-

Ergebnisse