Mit schnellen Zeiten machten die Erfurter Lauftalente beim IFAM Outdoor in Brüssel sowie bei der Langen Laufnacht in Karlsruhe auf sich aufmerksam. In Karlsruhe unterbot Gloria Herold den U20-Landesrekord über 5.000 Meter, derweil steigerte Helena Guttke nochmals ihre Bestzeit über 800 Meter.
Von einer Bestzeit zur nächsten: Helena Guttke (Race Erfurt) hatte unlängst in Brüssel für ein starkes Ausrufezeichen über 800 Meter gesorgt. Beim IFAM Outdoor verbesserte die U20-Läuferin ihre Freiluftbestzeit um mehr als vier Sekunden auf 2:04,24 Minuten. „Es waren Top-Bedingungen, die sie toll genutzt hat“, sagte Enrico Aßmus aus dem Trainergespann mit Nils Schuann. Zugleich bedeutete diese Zeit auch deutliche Normerfüllung für die U20-Weltmeisterschaften in Eugene (USA; 4. bis 9. August). Gefordert sind 2:07,50 Minuten. Aber es ging noch schneller. Nämlich bei der Langen Laufnacht in Karlsruhe, wo sie ihre aktuelle Topform mit der nächsten Steigerung auf 2:03,60 Minuten untermauerte. „Ihre Leistung sieht stark nach einem WM-Ticket aus“, sagte Enrico Aßmus über die deutsche U20-Jahresbeste. Vergeben werden die Startplätze aber erst nach den Deutschen Jugendmeisterschaften (U20) in Bochum Wattenscheid (10. bis 12. Juli).
Gloria Herold mit Spitzenzeit über 5.000 Meter
Ebenfalls unter diesem Richtwert blieb ihre Trainingspartnerin Cäcilia Weimann, die sich in Brüssel mit 2:05,93 Minuten stark präsentierte. „Sie war mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden, sie hätte schon gern dem einen oder anderen Paroli bieten können oder schlagen wollen. Dennoch ist es aller Ehren wert, dass sie in ihrem ersten U20-Jahr mit einer WM-Norm eingestiegen ist“, resümierte Enrico Aßmus. In Karlsruhe konnte sie ihre Topzeit aus Brüssel nicht nochmal bestätigen. Sie kam in 2:08,45 Minuten ins Ziel.
Die Hitze schien Gloria Herold (Race Erfurt) nichts auszumachen. Sie startete über 5.000 Meter, nahm das Heft in die Hand und gestaltete die letzten zwei Kilometer von vorn. Im Ziel stand eine neue Bestzeit von 16:17,02 Minuten im Protokoll. Doch damit nicht genug, hat sie mit dieser Spitzenzeit auch gute Chancen auf ein WM-Tickt für Eugene. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei: Obendrauf gab es noch den Landesrekord. Gloria Herold hat die 41-jährige Bestmarke von Dagmar Schuh geknackt. In diesem 5.000-Meter-Rennen stand noch eine weitere Bestzeit zu Buche. Nämlich für Helena Manzke (Erfurter LAC) mit 17:10,14 Minuten.
Einen starken Eindruck hinterließ zudem Leonard Kaufmann (LG Ohra Energie), er startete in der Jugend U20 über 5.000 Meter. Er wurde Vierter in neuer Bestzeit von 14:49,64 Minuten. Derweil tastete sich Smilla Bauer (Erfurter LAC) langsam an die Norm für die U18-Europameisterschaften in Rieti (Italien; 16. bis 19. Juli) heran. In Brüssel gab die erste Bestzeit über 800 Meter in 2:10,32 Minuten. In Karlsruhe gab es die nächste Steigerung auf 2:09,43 Minuten. Für den internationalen Höhepunkt sind 2:09,00 Minuten gefordert.
Karl Geburek erstmals unter 9 Minuten
Nicht weniger gefordert waren die Hindernis-Asse Robin Müller (LG Ohra Energie) und Karl Geburek (ASV Erfurt). Nach seinem Aus in Brüssel stand nun in Karlsruhe für Robin Müller die erste Zeit über 3.000 Meter Hindernis in dieser Sommersaison mit 8:37,46 Minuten im Protokoll. Keine zufriedenstellende Zeit, aber eine mit deutlichem Verbesserungspotenzial. Karlsruhe erwies sich für Karl Geburek erneut als gutes Pflaster. Wie bereits im Vorjahr war er hier erneut schnell unterwegs. Und wie. Er durfte sich in der U23-Wertung mit neuem Hausrekord von 8:50,76 Minuten über Platz frei freuen. Erstmals überhaupt blieb er dabei unter der Neun-Minuten-Marke. Für Robin und Karl ging es anschließend gleich ins Trainingslager nach St. Moritz. Mit dem bisherigen Saisonverlauf zeigte sich Enrico Aßmus zufrieden: „Wir haben drei JWM-Normen durch Gloria, Helena und Cäcilia sowie Smilla, die knapp dran ist.“
Mit Andor Schumann (Race Erfurt) fehlt derzeit einer der Top-Läufer. Krankheitsbedingt konnte er bisher keine Rennen bestreiten. „Er ist auf dem Weg der Besserung, er ist zurück im Training. Wir werden ihn jetzt behutsam in Richtung Deutsche Jugend-Meisterschaften aufbauen und vorbereiten“, sagte Enrico Aßmus.




