Bremen (Tag 1): Alexander Brehm belohnt sich mit Bronze

Als Dritter der deutschen M15-Bestenliste im Hammerwerfen reiste Alexander Brehm zu den Deutschen U16-Meisterschaften nach Bremen. Es war auch jene Platzierung, die er bei seinen ersten nationalen Meisterschaften erreichte. Als Fünfte verpasste Helena Manzke über 3.000 Meter das Podest nur knapp. Über 100 Meter brillierte Hannes Spee, Aspasia Winkler im Dreisprung.

Alexander Brehm hätte im Hammerwurf über sich hinauswachsen müssen, um im Kampf um die ersten beiden Plätze ein Wörtchen mitreden zu können. Gold und Silber gingen mit Weiten über die 60-Meter-Marke weg. Alexander Brehm (Erfurter LAC) packte seine Tagesbestweite von 48,31 Meter in der zweiten Runde aus. Diese Weite sollte für eine Medaille reichen. Sie glänzte bronzen. „Wir hätten uns schon gern die 50 vor dem Komma gewünscht. Dafür war der Ring sehr stumpf, was bedeutet man konnte nicht so leicht drehen. Da muss man richtig arbeiten. Es ist dann einfach schwer, in den Bereich der Bestleistung zu werfen, wenn der Ring so langsam ist“, erklärte sein Trainer Tobias Schrock.

Bestzeiten mit zu viel Rückenwind

Trotz der verpassten 50 Meter zeigte er sich mit der Leistung seines Schützlings dennoch zufrieden. „Die 48 Meter waren ebenfalls deutlich über dem, was wir uns überhaupt für dieses Jahr vorgenommen hatten. Das war schon eine sehr gute Saison und die Medaille sozusagen das Sahnehäubchen.“ Mit diesem hätte sich Hannes Spee (Eisenacher LV) auch gern belohnt. Wenngleich er dies eigentlich auch tat. Nämlich mit dem Einzug ins B-Finale über 100 Meter. „Ich hatte mir im Vorlauf eigentlich mehr erhofft. Mein Ziel war, dass ich das Finale erreiche und der Rest ist Zusatz.“ Das B-Finale beendete er als Zweiter in 11,51 Sekunden. Er haderte. Seine starke Bestzeit wurde abermals vom Winde verweht. Er schob mit +2,6 Sekunden pro Minute etwas zu kräftig von hinten. Dementsprechend geknickt wirkte er. Aufmunternde Worte gab es dann von seinen mitgereisten Eltern.

800 oder 3.000 Meter? Helena Manzke (LSV Lok Arnstadt) hatte sich über beide Strecken für einen Start bei der U16-DM empfohlen. Das spricht eindeutig für ihre große Bandbreite. „Wir haben uns aufgrund der besseren Platzierung in der deutschen Bestenliste für die 3.000 Meter entschieden“, sagte Trainerin Astrid Hartenstein. Helena Manzke lag gut auf Kurs in Richtung einer Medaille, musste dann aber Tanya Schulz (SV Rosche; 10:46,56 min) und Elisabeth Schneider (ASC 1990 Breidenbach; 10:51,37 min) im Kampf um die Bronzemedaille ziehen lassen. Die Thüringerin wurde in 10:52,42 Minuten Fünfte. Das Finale über 1.500 Meter Hindernis beendete Pablo Martin (Erfurter LAC) in 5:04,18 Minuten auf Rang acht.

Sandrine Hilke ohne Erfolgserlebnis

Einen starken Eindruck über die Langhürde hinterließ Max Arnold (LC Jena; 41,55 sec), der als Sieger des ersten Vorlaufs direkt in das Finale am Sonntag (13 Uhr) einzog. Beachtlich seine Leistung dahingehend, weil es erst sein viertes Rennen über diese Strecke war. Ebenso viel wurde die Strecke zuletzt auch trainiert. Sein Augenmerk an diesem DM-Wochenende liegt auf der Kurzhürde. Mit solch einem Erfolgserlebnis hätte Sandrine Hilke (1. SV Gera) ihre Saison auch gern abgeschlossen. Es war ihr einfach nicht vergönnt. Mit dem Schwungbein kam sie an die letzte Hürde und haute sie um. Anschließend verlor sie etwas das Gleichgewicht, stürzte und musste sich von einer schnellen Zeit verabschieden. Die Norm für den D-Kader (47,00 sec) schwebte ihr für das Rennen vor. Nach dem Sturz rappelte sie sich wieder auf und lief in 54,86 Sekunden ins Ziel.

Dieser Sturz passte irgendwie zu ihrer Saison. „Es hatte im Februar angefangen, der Psoas hatte sich richtig verspannt, so dass ich mein Bein kaum heben und nicht richtig laufen konnte. Anfangs ging joggen überhaupt nicht. Als die Verspannung aufgehoben war, hatten wir in unserer Schule unser Praktikum und habe mir in dieser Zeit noch eine Erkältung reingezogen, so dass mir weitere zwei Wochen fehlten. Dann begann aber bereits die Saison mit den Wettkämpfen, wo mir einfach die Grundlage gefehlt hat. Das war der Hauptgrund, weshalb ich nicht richtig in die Saison reingekommen bin.“ Umso mehr genoss sie die Atmosphäre bei der DM. Schon allein die Qualifikation bewerte sie als vollen Erfolg: „Es ist noch mal was ganz anderes als die Block-DM im vergangenen Jahr in Markt Schwaben. Umso schöner empfand ich es, hier zu sein und anzuschauen, was die anderen Athleten machen. Über die Kulisse war ich sehr erstaunt.“

Kulisse beflügelt zu Bestleistung

Die mehr als prächtig besetzte Tribüne wusste Aspasia Winkler (LC Jena) für sich zu nutzen. Die Dreispringerin animierte die Leute zum Anklatschen. Das Publikum nahm den Rhythmus auf und beflügelte sie zu einer neuen Bestleistung von 11,20 Meter, die auch in den Bestenlisten einen Platz finden wird. Bei den Windspielen, vorwiegend kräftiger Rückenwind, wurde nämlich so manch starke Bestleistung verweht. Für Aspasia Winkler gab es gleich doppelten Grund zur Freude. „Ich wollte schon in den Endkampf kommen, aber ich war nicht so aufgeregt wie sonst immer. Es war einfach schön, weil ich nicht so viel erwartet hatte wie zuletzt bei den Wettkämpfen in Thüringen oder Mitteldeutschland. Außerdem war es schön mehr Konkurrenz zu haben.“ Sie erreichte die Top 8 und wurde Siebte. Nicht ganz an seine Bestleistung konnte Moritz Hartrumpf (Gothaer LAC) im Dreisprung anknüpfen, er wurde mit 11,89 Meter Siebter.

Glänzend aufgelegt präsentierte sich die Sprintstaffel des LC Jena. Das Quartett mit Konstantin Weiß, Morten Kutzner, Max Arnold und Luca Büttner wurde in ihrem Vorlauf in 46,67 Sekunden Dritte und lief sich ins B-Finale (Sonntag; 14:40). In der Konkurrenz der W15 sammelte die Startgemeinschaft Jena-Bürgel wertvolle Erfahrungen. Die Staffel mit Joline Hohlfeld, Maya Kühn, Charlott Münnich und Lillith Graßhoff kam in ihrem Vorlauf in 51,97 Sekunden ins Ziel. -sam-

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