Bochum-Wattenscheid U18: Härtetest, Titelambitionen und Medaillenhoffnungen

Nach Ulm ist vor Bochum-Wattenscheid: Das zweite lange DM-Wochenende steht bevor. In Bochum-Wattenscheid kämpfen die Aktiven in den Altersklassen U20/U18 um Meistertitel, neue Bestzeiten und einem Ticket für die U20-EM. Wir blicken in einer zweiten Vorschau auf die U18-Nachwuchstalente.

Die U16-Sprintstaffel des Erfurt LAC hat es in Ulm eindrucksvoll vorgemacht. Nun sind die U18-Talente der Startgemeinschaft Team Thüringen mit Matthes Liek, Eugen Pölitz, Felix Messerer, Colin Schäfer und Pepe Krause gefordert. Sie stehen als Zweite auf der Meldeliste. „Wir wollen nach Gold greifen. Die Vorleistungen stimmen positiv“, hofft Sprint-Landestrainer Tobias Schneider auf einen zweiten goldenen Staffelmoment. In der weiblichen Jugend U18 schickt der LC Jena eine Staffel mit Emma Charlott Münnich, Lanah Sprengler, Lotta Rudolph und Helena Wagner ins Rennen. „Wir freuen uns in diesem Jahr besonders, dass wir wieder eine Staffel am Start haben, die mit ihren zwei u16-Athletinnen, die älteren Stafffeln ein bisschen ärgern und eine Bestleistung anstreben wird – hier geht es uns aber vor allem um das gemeinsame Erlebnis und das Teamgefühl bei der Deutschen Meisterschaft“, beschreibt Max Otto Strobel aus dem Trainergespann mit Sixten Haak die Situation.

Härtetest vor EYOF

Auf der Sprintgerade peilt Matthes Liek (Erfurter LAC) das Finale an. Ebenso wie über 200 Meter. Nach einer sehr holprigen Vorbereitung stürmte Pepe Krause (1. SV Gera) beim Internationalen Sparkassenmeeting in Osterode nach 10,91 Sekunden ins Ziel. Sprint-Landestrainer Tobias Schneider sieht da noch Potenzial für mehr, das er vielleicht beim nationalen Höhepunkt abrufen kann. „Die Athleten des zweiten U18-Jahres gehen naturgemäß mit anderen Zielen in eine solche DM – hier gilt jedoch für alle Starter den Fokus auf sich selbst zu legen und sich für ein gutes Jahr zu belohnen. Das gilt insbesondere für Merlin Leuthardt (LG Ohra Energie), der eine beständig ansteigende Form zeigt und durchaus mehr als einen Lauf anstreben dürfte“, blickt Max Otto Strobel voraus.

Gemeinsam wurde entschieden: Andor Rik Schumann (Erfurter LAC) peilt einen Doppelstart über 400 und 800 Meter an. „Wir - Nils, Andor und ich - haben gemeinsam entschieden, dass er beide Strecken angeht, um sich für seinen EYOF-Start nochmal Tempohärte zu holen. Der Zeitplan lässt diesen Doppelstart auch zu“, erklärte Enrico Aßmus aus dem Trainergespann mit Nils Schumann. Drei Hürdensprinter sind mit Merlin Leuthardt (LG Ohra Energie), Tim Wehner und Luca Büttner (beide LC Jena) gemeldet. Tim Wehner erlebt schon seine zweite DM mit Einzelstarts. „Tim kämpft mit einer Oberschenkelverletzung – hier schauen wir, wie es geht und nehmen uns die Zeit, die seine Entwicklung braucht“, sagt Max Otto Strobel.

"Alles kann, nichts muss"

Newcomer über 400 Meter Hürden ist Colin Schäfer (ASV Erfurt), der als jüngerer U18-Jahrgang seinen DM-Start genießen soll. „Mal sehen, wie weit er kommt. Er soll den Lauf nehmen, um zu lernen. Ebenso wie über 200 Meter“, sagt sein Trainer Tobias Schneider. Ebenfalls für diese beiden Strecken qualifiziert hat sich Felix Messerer (Erfurter LAC). „Felix, der erstmals die Einzelnorm für eine DM erreicht hat, kann hier mit dem Anspruch „Alles kann, nichts muss“ rangehen und sollte die DM einfach genießen. Felix schaut mit der Staffel, wie schon in der U16, natürlich auf die vorderen Plätze – hier ein großer Dank an Tobias Schneider für die unkomplizierte Zusammenarbeit in der Vorbereitung der DM“, blickt Max Otto Strobel voraus.

Im Mittelfeld platziert über 2.000 Meter Hindernis ist Julian Weißenborn (Erfurter LAC), der mit Steigerung seiner bisherigen Bestzeit durchaus Chancen hat, in die Top 10 zu laufen. 1,91 Meter - das war das DM-Ticket für Tim Nega (SSV Schiller-Gymnasium Eisenberg). Als jüngerer U18-Jahrgang ist die Teilnahme bereits ein voller Erfolg. Sollte der junge Hochspringer seine Meldeleistung bestätigen oder sogar noch höher springen, ist eine Top-10-Platzierung durchaus im Bereich des Möglichen.

Jakob Hüttner mit Medaillenchance, Bruno Wedemann in guter Form

Ein geteilter erster Platz in der Meldeliste: 7,16 Meter sprang Jakob Hüttner (LC Jena) in dieser Saison bereits weit. Das war Ende Juni. Sein Trainer Rico May hofft auf eine Bestätigung dieser Leistung, dann könnte es sogar in den Bereich einer Medaille im Weitsprung gehen. „Es gilt für ihn zunächst eine stabile Leistung zu zeigen, um damit in den Endkampf zu kommen. Seine Bestleistung von 7,16 Metern steht, das ist eine tolle Weite für den noch 16-Jährigen“, blickt sein Trainer voraus. Ob es einen Start über 100 und 200 Meter geben wird, wird „kräftemäßig“ entschieden. Erst auf den letzten Drücker sprang Felix Wolff (LC Jena) noch auf den DM-Zug auf. „Er war sehr, sehr lange raus. Er soll die DM genießen, versuchen in den Bereich seiner Bestleistung zu springen und wenn möglich, den Endkampf erreichen.“

Mit einer guten Form reist Bruno Wedemann (Erfurter LAC) an. Erst Anfang Juli steigerte er seine Hammerwurf-Bestmarke auf 64,62 Meter, weshalb sich Wurf-Landestrainerin Carolin Streipart sehr optimistisch hinsichtlich seines DM-Starts zeigt. „Das Ziel ist eine Medaille. Vier Athleten liegen innerhalb von zwei Metern“, blickt sie voraus. Was wiederum auf eine spannende Konkurrenz hoffen lässt. Bei Nils Rauch (SSV Erfurt Nord) ist die Bestätigung seiner Bestleistung (54,12 m) das Ziel. „Es wäre super, wenn er es in den Endkampf schafft“, hofft seine Trainerin. Für Loris Ritter (Erfurter LAC) ist der DM-Start bereits ein großer Erfolg. „Er wurde vor zwei Wochen vom Hammer an der Wade getroffen. Der Start war lange fraglich, sieht aber stand jetzt gut aus“, beschreibt Carolin Streipart die Situation. Im Speerwurf trifft Louis Wimmer (LC Jena) auf die starke nationale Konkurrenz. Aufgrund von „überdehnten Bändern Anfang Juni war lange nur eingeschränktes Training möglich. Das Ziel wird es sein, in seinen Bestleistungsbereich zu werfen.“

Gloria Herold und Helena Guttke mit guten Chancen

Vor einem Dreifachstart steht Emma Charlott Münnich (LC Jena): Zum Einsatz in der Sprintstaffel kommen noch zwei Einzelstarts über 100 und 200 Meter. „Emma zeigt eine beständig ansteigende Form und darf mehr als einen Lauf anstreben“, hofft ihr Trainer Max Otto Strobel. Für Sandrin Czogalla (Erfurter LAC) wäre der Einzug ins B-Finale über 400 Meter Hürden bereits „ein tolles Erlebnis“. Dafür müsste sie in den Bereich ihrer Bestzeit rennen, um das Ziel zu erreichen. Die 3.000 Meter nimmt Gloria Herold (Erfurter LAC) in Angriff. Sie ist als Viertschnellste gemeldet, und kann durchaus ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitreden. Ebenso wie Helena Guttke (Erfurter LAC) über 800 Meter. Sie ist als Zweitschnellste gemeldet.

Eine von neun Teilnehmerinnen im Hochsprung ist Elisabeth Lehnen (FSV 1950 Gotha), die sich mit ihrer neuen Bestleistung von 1,70 Meter für die U18-DM qualifiziert hatte. Diese Höhe meisterte sie in dieser Sommersaison gleich zwei Mal. Zuletzt bei den Landesmeisterschaften in Arnstadt. Zum jüngeren U18-Jahrgang gehört Marlene Otto (LC Jena), die sich im letzten Qualiwettkampf für ihre gewissenhafte Arbeit in ihrem ersten Dreisprungjahr überhaupt belohnte. „Sie kann hier mit dem Anspruch „Alles kann, nichts muss“ rangehen und sollte die DM einfach genießen“, sagt Max Otto Strobel. Im Kugelstoßen startet Helena Naussed (LC Jena). „Da wir relativ spät vom Drehen erst einmal wieder zum Angleiten umgestiegen sind, ist es Ziel, ihre Bestleistung von den Thüringer Landesmeisterschaften zu bestätigen und einen Platz zwischen sechs und acht zu erreichen“, blickte ihre Trainerin Petra Felke voraus.

Teilnehmerliste I Zeitplan I Livestream