Am Abschlusstag der Thüringer Landesmeisterschaften wurden zahlreiche Spitzenleistungen auf und neben der Bahn vom böigen Wind verweht. Gerade die Sprints mit und ohne Hürden sowie der Sprungbereich litten unter den extremen Bedingungen. Nicht so der Wurfbereich, wo einige Spitzenleistungen erzielt wurden.
Im Wurf kam es allerdings zu einigen Topresultaten. Nur eine gültige Weite brachte Nelson Guth (Erfurter LAC) im Hammerwurf in die Ergebnisliste ein. Diese reicht für eine neue Bestleistung, die er auf 46,79 Meter steigerte. Mit dem Speer war Florian Ludwig (SV Victoria Mechterstädt) mit 47,17 Metern erfolgreich. In der Jugend U20 verbesserten Helge Buch und Julius Rigo (beide Erfurter LAC) ihre Bestzeiten auf 2:08,80 und 2:12,56 Minuten. Von Mannheim nach Arnstadt: Nach seinen 16,66 Metern bei der Bauhaus Junioren-Gala in Mannheim (bei 28 Grad und Sonnenschein) erlebte Lenny Dittmar (BiG Gotha) einen Tag später das andere Wetterextrem. Die vergangenen Wochen mit zahlreichen Wettkämpfen haben bei ihm ihre Spuren wie müde Beine hinterlassen. Und so gingen drei gültige Versuche mit der Tagesbestweite von 16,32 Meter ins Protokoll ein.
So richtig zufrieden blickte Alexander Brehm (Erfurter LAC) auch nach seinem Wettkampf in Arnstadt nicht drein. Zwei steigerte er sich im Vergleich zu seinem Start am Vortag in Mannheim auf 63,26 Meter, aber der Hammer hätten gern noch zwei, drei Meter weiter fliegen können. Im Dreisprung stellte Julie Meyer (LG Erfurt) ihre Bestleistung von 10,84 Meter ein. Gesprungen im sechsten und letzten Versuch. Im Speerwurf verbesserte Lea Weber (LG Ohra Energie) mit 37,29 Metern ihre Saisonbestleistung. Im Speerwurf der Jugend U18 gab es gleich reihenweise neue Bestmarken. Für die Tagesbestweite sorgte Paul Bastian Morgenroth (Erfurter LAC) mit 54,27 Metern, der damit über der Norm für die Deutschen Jugendmeisterschaften (U18) in Bochum-Wattenscheid blieb (3. bis 5. Juli). Das gilt ebenso für Marlene Otto (LC Jena), die im Dreisprung mit neuer persönlicher Bestleistung von 11,74 Metern auf dem DM-Zug aufsprang. Nur in der Halle war sie mit 12,23 Metern bisher weiter gesprungen.
Sensationelle Weite: Louis Charles Görtz mit erstem 60-Meter-Wurf
Zweimal rieß Arne Otto (Erfurter LAC) nach seinem Zieleinlauf über 80 Meter Hürden die Hände in die Höhe. Zweimal ging der Blick sofort an die Anzeigetafel, wo der Windwert mit angezeigt wurde. Zweimal sollte der Wind dabei zu kräftig wehen. So gab es zwar den Sieg über die Hürden in 10,43 Sekunden - eine neue Bestzeit in der M15 aber nicht. Die 800 Meter wurden zu einem Bestleistungs-Rennen. Angeführt von Franz Hahn und Yann-Luik Leßmann (beide Erfurter LAC), die ihre Bestzeiten auf 2:02,01 und 2:03,88 Minuten drückten. Zudem gab es die DM-Norm (U16) obendrauf.
Im Speerwurf dominierte Louis Charles Görtz (Gothaer LAC), der nach seiner Bestmarke im Kugelstoßen von 14,11 Metern, das nächste DM-Ticket für die nationalen Meisterschaften (U16) löste. Im ersten Versuch jagte er sein Arbeitsgerät auf eine Topweite von 60,10 Metern und setzte sich damit an die Spitze der deutschen M15-Bestenliste. Als Zweitplatzierter im Speerwurf übertraf Anwar Adem (SV 1899 Mühlhausen) mit 49,17 Metern ebenfalls den geforderten DM-Richtwert (49,00 m). Im Hammerwurf gelang Paul Schröder (1. TSV Bad Salzungen 1990) der ganz große Wurf auf 51,60 Meter, der ihm Rang zwei in der deutschen M15-Bestenliste sowie das DM-Ticket einbrachte.
Greta Faulstich mit Steigerungen
In der W15 pushen sich Klara Stockhaus (SV Empor Bad Langensalza) und Maxima Gioia Minchella (LC Jena) gegenseitig zu Bestleistungen. Bereits über 100 Meter gab es ein packendes Duell zwischen den beiden, das Klara Stockhaus in 12,28 Sekunden für sich entschied. Auch über die Hürden wurde es ein packender Zweikampf, den dieses Mal die junge Jenaerin in 11,41 Sekunden vor Klara Stockhaus in 11,45 Sekunden für sich entschied. Die 300 Meter Hürden gewann Alissa Ziegler (SV Concordia Großengottern) in neuer Bestzeit von 49,80 Sekunden.
Die Formkurve zeigt bei Greta Faulstich (LG Ohra Energie) wieder nach oben. Das bestätigte sich in ihren gezeigten Leistungen. So gab es nach ihrer Kugelstoß-Bestmarke (13,59 m) auch mit dem Diskus eine Steigerung auf 37,81 Meter. „Ich habe gar nicht gedacht, dass der letzte Versuch im Kugelstoßen nochmal so gut wird. Nach einem kleinen Tief hoffe ich, dass es jetzt stabil weitergeht. Als es nicht so gut lief wurde ich von meiner Familie und Herrn Schrock super unterstützt. Bei dem Wind Diskus zu werfen, war nicht so schön und ganz schön kalt“, resümierte Greta Faulstich. Mit dem Hammer war Hannah Werner (Gothaer LAC) mit 46,85 Metern erfolgreich.
Reihenweise neue Bestmarken purzelten in der M14 über 800 Meter. Der Sieger Levi Pitschel (LSV Schmölln; 2:12,06 min) war in dieser Saison schon schneller unterwegs. Bei regulärem Wind gab es neue Bestzeiten über 80 Meter Hürden. Als Sieger aus dem Rennen ging Joko Kozeny (LAV Elstertal Bad Köstritz) in 11,54 Sekunden hervor. Im Hochsprung meisterte Pius Friedrich Florstedt (1. SV Gera) 1,70 Meter, für ihn neue Bestleistung. Während des Wettbewerbs leistete er sich nur zwei Fehlversuche über 1,62 Meter. Mit dem Speer erstmals über 40 Meter: Das gelang Tom Jakob (LG Ohra Energie) im dritten Versuch auf 40,52 Meter, mit dem er den Wettkampf gewann. Diskus und Hammer stand für die W14 auf dem Programm. Im Diskuswerfen trennten Karlotta Vogel (LAV Elstertal Bad Köstritz) und Emily Böde (SV 1899 Mühlhausen) als Erst- und Zweitplatzierte neun Zentimeter. Beide warfen Bestleistungen von 27,29 und 27,20 Metern. Im Hammerwurf ging der Sieg an Nora Lisa Rödiger (LC Jena) mit 33,44 Metern.
Andy Dittmar auf dem Weg in Richtung 18 Meter
Drei neue Bestleistungen, eine Premiere und vier Medaillen: Das ist die Ausbeute von Martin Hohmann (Erfurter LAC) in der M40. Über 100 und 200 Meter gab es in 11,56 und 23,86 Sekunden neue Bestleistungen sowie den jeweiligen Titel. Eine Premiere erlebte Martin Hohmann im Dreisprung, den er mit dem Titel und 11,36 Metern abschloss. Im Weitsprung musste er sich in der Männerwertung nur Sebastian Köllmer (ZSG Grün-Weiß Waltershausen; 6,46 m) geschlagen geben. Mit dem Rad reiste Dirk Reddmann (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf) an. 40 Kilometer hin, 40 Kilometer zurück. Und zwischendurch erlief er sich den Titel in der M50 über 800 Meter. Er steigerte seine Saisonbestzeit auf 2:34,18 Minuten. Im Kugelstoßen der M50 setzte sich Favorit und Weltrekordhalter Andy Dittmar (BiG Gotha) mit 17,75 Metern durch. Ein Ungültiger war noch näher an der 18-Meter-Marke
„Ich habe bei dem ungültigen Versuch schon gemerkt, das war der 18er. Das ist das Saisonziel“, sagte Andy Dittmar, der mit sich haderte. „Mir fehlen für die 18 Meter Trainingsstöße. Ich habe in letzter Zeit dienstlich bedingt und darüber hinaus den Fokus noch ein bisschen auf andere Geschichten gelegt, und nicht so viel gestoßen. Dazu hatte ich nach dem Wettkampf in Ohrdruf an den Adduktoren auf der rechten Seite, genau da, wo ich abdrücke, so ein dumpfes Gefühl und den Wettkampf daraufhin abgebrochen. So habe ich diese Woche im Training nur einen Angleitstoß gemacht und wieder gemerkt, da ist irgendwas und erneut abgebrochen. Mir fehlen Wettkampfstöße, um die Sicherheit reinzubekommen.“ In Arnstadt verlief mit einer intensiven Erwärmung alles schmerzfrei, so dass er sogar „All In“ ging.
Vielseitige Masters
In der W55 konnte Anke Seise (SV Concordia Großengottern) ihre Bestzeit über 100 Meter auf 16,24 Sekunden drücken. Peu á peu aufwärts: Im Training deuten sich bereits die ersten Stöße über 12 Meter an, im Wettkampf verbesserte Carmen Hildebrandt (Eisenacher LV) ihre Saisonbestleistung im Kugelstoßen auf 11,39 Meter. 80 Meter Hürde, Speer und 800 Meter: Marion Stedefeld (SV Concordia Großengottern) hatte sich für Sonntag in der W60 einiges vorgenommen. Groß die Freude bei ihr nach dem zweiten Versuch im Speerwurf, der bei 21,14 Metern landete. Danach verzichtete sie auf weitere Versuche. Sie musste zum Start über 800 Meter, den sie nach 2:45,35 Minuten beendete. Begonnen hatte ihr Wettkampftag mit dem Hürdensprint und 13,54 Sekunden.
Marion Stedefeld gehört auch zu der Riege der Mehrkämpferinnen. Rudolf König (Saalfelder LV) hat den einen oder anderen Mehrkampf ebenfalls schon mitgemacht. In Arnstadt absolvierte er fünf Disziplinen in der M70. Die 100, 200 und 400 Meter gewann er in 13,25; 27,72 und 70,52 Sekunden. Vier Versuche absolvierte er im Kugelstoßen. Nach dem vierten Versuch und einer Tagesbestweite von 11,24 Metern verzichtete er auf weitere Versuche. Im Speerwurf ging der fünfte Titel ebenfalls an ihn mit 32,68 Metern. Ergebnisse



