Corona stoppt Kinderleichtathletik: Wettkampfserie ruht, Hoffnungen auf Spätsommer

Das neue Jahr begann für das Team der Kinderleichtathletik beim Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) vielversprechend. Erfolgreich gestartet war die Kinderleichtathletik-Kari-Ausbildung und der TLV Kila-Cup. Doch bevor es richtig losging, bremste die Corona-Krise ihre Bemühungen. Der Trainings- und Wettbewerbsbetrieb ruht. Ebenso wie die Ausbildung der Trainer im Bereich der Kinderleichtathletik.
 

Für die jüngsten Leichtathleten der U8, U10 und U12 war eine kleine Wettkampfserie mit einem großen Landesfinale angesetzt. Alle Termine standen fest. „Wir wollten diese Serie erstmals in Thüringen durchführen“, berichtet Marie Mußbach, die Beauftragte für die Kinderleichtathletik im TLV. Die Serie sollte ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Entwicklung der Kinderleichtathletik in Thüringen werden.
 

Auftakt beim TLV Kila-Cup mit 200 Kindern

 

Für den TLV Kila-Cup 2020 konnten sich die Thüringer Leichtathletik Vereine um eine Ausrichtung bewerben. Zur Auswahl standen vier Termine. „Die Resonanz war gut“, meint Marie Mußbach. Den Zuschlag erhielten der LC Jena, der SSV Erfurt Nord, Leichtathletik Sonneberg und die LG Erfurt. Für die Ausrichtung des Finals stieß man beim TLV auf offene Ohren. Der Auftakt beim LC Jena am 1. Februar konnte noch wie geplant durchgeführt werden. Über 200 Kinder machten mit.
 

Ein Team besteht dabei aus sechs bis zehn Athleten, Jungen und Mädchen gemischt und getrennt nach Altersklassen. „Im Vordergrund steht der Mannschaftscharakter, sie sollen gemeinsam etwas erreichen“, erklärt Marie Mußbach. So ein bisschen nach Art der DDR-Kindersendung „Mach mit, mach´s nach, mach´s besser“, in der zwei Schulklassen gegeneinander antraten und sich in unterschiedlichen Laufspielen beweisen mussten.

 

Eltern betätigen sich als "Zeitmesser"

 

Beim TLV Kila-Cup geht es auch um Wettbewerb, aber auf spielerische Art und Weise. Mit dabei ist immer eine Sprung-, eine Sprint- und eine Wurfdisziplin. Bei letzterer ist nicht nur das Kugelstoßen mit einer schweren Eisenkugel gemeint, es gibt auch leichtere Geräte wie den Basketball. „Oder wir lassen die Teams fünf Minuten über Hürden laufen – ein Athlet pro Mannschaft, dann Staffelstab übergeben und der nächste ist an der Reihe“, erklärt die 28-Jährige und weist im gleichen Atemzug auf eine weitere Besonderheit hin. „Während sich ihre Kinder sportlich betätigen, stehen auf der anderen Seite die Eltern und stoppen die Zeit. Eine Zeitmessanlage wie aus dem Hochleistungssport gibt es bei uns nicht. Bei uns geht es um Spaß, den die Kinder haben sollen.“
 

Verpflichtend ist für jedes teilnehmende Team mindestens ein Wettkampfhelfer und ein Mannschaftsleiter. Das können auch Eltern oder ältere Geschwister (mind. 16 Jahre) sein. „Wir sind über jede Hilfe sehr dankbar“, betont Marie Mußbach. Nach dem Wettkampf darf sich jeder Teilnehmer über eine Urkunde freuen. Nach dem Auftakt in Jena wären der SSV Erfurt Nord (1. Mai) und Leichtathletik Sonneberg (10. Mai) an der Reihe gewesen. Um sich für das TLV-Landesfinale zu qualifizieren, müssen die Kinder an zwei von vier Wettkämpfen teilnehmen. Eine kleine Hoffnung bestände noch, wenn es für die Veranstaltung der LG Erfurt am 5. September in der Erfurter Leichtathletikhalle grünes Licht gäbe. Das Landesfinale ist für den 26. September geplant.

 

Premiere der Kinderleichtathletik-Kari-Ausbildung mit 30 Sportschülern

 

Der TLV Kila-Cup 2020 ist nur ein Teil der Thüringer Kinderleichtathletik. Angeboten werden darüber hinaus Lehrgänge für Trainer. Auch da hat Marie Mußbach keine guten Nachrichten: „Wir werden die geplanten Lehrgänge im Mai und Juni nicht durchführen können.“ Wann das Angebot wieder aufgenommen wird, darüber gibt es noch keine Informationen.

 

Sehr erfolgreich verliefen hingegen die beiden Lehrgänge der TLV-Jugend zur Kinderleichtathletik-KaRi-Ausbildung zu Beginn des Jahres. An der Premiere nahmen 30 Erfurter Sportschüler teil. „Schön, dass wir mit Steffen Droske (Anmerk. TLV-Sichtungstrainer) in Erfurt einen starken Partner zur Durchführung gefunden haben. Wir erklären den Teilnehmern, was die Kinderleichtathletik ausmacht, die sehr einfachen Regeln und den Spirit. Gleichzeitig erhoffen wir uns, einige der Athleten als Kampfrichter zu gewinnen.“ In einer zweiten Runde richtete sich das Angebot an alle Vereine in Thüringen, zehn Teilnehmer unter anderem aus Erfurt, Sonneberg und Neustadt folgten der Einladung.
 

Die Kinderleichtathletik beim Thüringer Leichtathletik-Verband steckt noch in den Kinderschuhen. Es ist ein recht junges Projekt, das seit einem halben Jahr von Marie Mußbach betreut wird. Ihr Vorgänger Max Otto Strobel übernahm das Amt des Jugendwarts im Verband. Unterstützung erfährt das kleine Team durch die Jeaner René Kuhfuß und Jenny Plontke. So klein soll es aber nicht bleiben. Über weitere Mitstreiter würde es sich sehr freuen.

 

Marie Mußbach: 100 Prozent für die Kinderleichtathletik

 

Für die Erfurterin ist die ehrenamtliche Aufgabe beim TLV eine Herzensangelegenheit. „Die Kinderleichtathletik ist ein Thema, zu dem ich 100 Prozent stehe“, betont die junge Frau. Zur Leichtathletik kam sie als Zwölfjährige, drei Jahre später wird sie Übungsleiterin bei der LG Erfurt und kümmert sich dort um ihre Trainingsgruppen. In einer guten Woche betreuen sie und ihre beiden Trainerkollegen um die 100 Kinder. Sehen kann sie ihre Schützlinge gegenwärtig nur per Videochat. „Die Älteren bekommen von mir jede Woche Trainingspläne und hole mir von ihnen eine Rückmeldung über das was gut läuft und was eher schlecht. Für die Kleinsten drehe ich Videos zum Nachmachen.“ Das Telefon steht eigentlich nie still. Auch mit den Eltern ist sie im regen Kontakt. „Sie sagen mir sehr oft, dass ihre Kinder das Training sehr vermissen.“ Was bleibt ist die Hoffnung, dass sie bald wieder gemeinsam trainieren können.
 

Es wäre ein erster kleiner Schritt. Die angekündigten Lockerungen nähren die Chancen. Weitere kleine Schritte werden folgen. Und so blickt auch Marie Mußbach positiv nach vorn. Sie hegt für die Kinder und ihr Team die Hoffnung auf das TLV-Landesfinale im September und auf eine Fortsetzung des TLV-Kila-Cups im nächsten Jahr. „Für uns sind die Absagen der Veranstaltungen im Rahmen der Wettkampfserie schon ein kleiner Dämpfer. Wir haben im Team beschlossen, dass wir im nächsten Jahr einen neuen Versuch für die Serie starten werden. Wir geben so schnell nicht auf“, sagt sie lächelnd. Schließlich haben ihr die Aktivitäten zu Jahresbeginn gezeigt, dass sie mit ihrem Team auf dem richtigen Weg ist.
 

Kontakt: Marie Mußbach (mussbachtlv-sportde) // Telefon: 01520-3699532

 
Alles Wissenswerte zur Kinderleichtathletik in Thüringen findet ihr hier: https://www.tlv-sport.de/jugend/kinderleichtathletik/