Zu den deutschen Marathon-Gehern zählten am Samstag bei den Europameisterschaften in Birmingham das Geschwister-Paar Ada und Karl Junghannß. Während Karl Junghannß kurzfristig auf einen Start verzichten musste, beendete seine Schwester das Rennen auf Rang neun. Unter der Woche war der dritte Thüringer bei der EM, Thomas Röhler, unglücklich in der Speerwurf-Qualifikation gescheitert.
42 Ein-Kilometer-Rennen mit jeweils etwa zehn Höhenmetern. Zwischendrin die Halbmarathon-Entscheidung bei Männern und Frauen. Die Marathon-Geher und -Geherinnen mussten am Samstagvormittag in der City von Birmingham extrem aufmerksam sein, um bei der extremen Belastung den Überblick zu bewahren. Bei den Frauen arbeitete sich Ada Junghannß (Erfurter LAC) – Schwester von Karl Junghannß – im Verlauf des Rennens Platz um Platz nach vorn und sicherte sich mit 3:40:37 Stunden als Neunte einen Top-10-Platz. Ihre Bestzeit aus dem Vorjahr steigerte die Thürngerin dabei gleich um drei Minuten.
„Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, was die Zeit und die Platzierung angeht. Denn die Strecke war nicht einfach, man musste beim Belag immer aufpassen, dass man nicht stolpert. Die ersten anderthalb Stunden war es mit den Halbmarathon-Gehern recht chaotisch. Das musste man mehr als sonst aufpassen. Natürlich hätte ich gern den Wettkampf zusammen mit meinem Bruder bestritten. Aber leider konnte er nicht starten“, resümierte Ada Junghannß. Ihr Bruder Karl Junghannß (Race Erfurt) hatte seinen Start kurzfristig absagen müssen.
Unglückliches Quali-Aus für Thomas Röhler
Unter der Woche war bereits Speerwerfer Thomas Röhler (LC Jena) in der Qualifikation im Einsatz. Der Olympiasieger von 2016, der in Birmingham seine erste internationale Meisterschaft seit vier Jahren bestreitet, lag mit 78,67 Metern aus dem ersten Versuch lange auf Position zwölf. Dann jedoch verdrängte ihn der Finne Topi Parviainen (78,88 m) auf Rang 13. Mit dem letzten Versuch schien sich Thomas Röhler in die Top Zwölf zurückzukämpfen: Der Wurf wurde zunächst gültig gegeben und mit 79,02 Metern gemessen. Anschließend fiel allerdings auf, dass der 34-Jährige beim Abwurf links auf die Linie getreten war. So wurde der Versuch nachträglich ungültig gegeben, Thomas Röhler beendete die Qualifikation auf Rang 14.
„Ich habe nicht gesehen, dass ich die linke Linie touchiert habe. Für mich war es eine technische Entscheidung, an die linke Seite zu rücken, um im Endeffekt den Block gerade zu nehmen, weil wir wussten, dass das aktuell das Problem ist. Vieles klappt schon nach schwierigen Jahren – aber unter hohem Tempo die Linie zu halten, klappt aktuell noch nicht perfekt. Dass ich die Linie dann touchiert habe, ist Pech. Es gibt nur Julian, der raussticht, auch Nick hat sich super präsentiert heute. Dahinter wäre alles offen gewesen. Natürlich hätte ich an der Lotterie auch gern teilgenommen. Andererseits muss ich es realistisch sehen: Für mich ist es immer noch eine langfristige Reise. Ich freue mich riesig, dass ich mich für diese EM qualifiziert habe. Das ist ein wichtiger Schritt, der für den Kopf wertvoll ist. Ich plane auf jeden Fall bis 2028“, bilanzierte der 34-Jährige.
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