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29.08.2017

Deutsche Seniorenmeisterschaften im Wurfmehrkampf – und Langstaffeln Komplimente und Anerkennung für ein starkes Leichtathletik Team

Hans-Jürgen Lange beim Diskuswurf, er startet bald für den TSV Zella-Mehlis

Nun bereits zum sechsten Mal sowie zum dritten Mal infolge richtete die Abteilung Leichtathletik des TSV Zella-Mehlis unter dem Motto „Zella-Mehlis verbindet-Sport vereint“,  in hoher Qualität die Deutschen Seniorenmeister-schaften im Werferfünfkampf und in den Langstaffeln aus.

 

Zella-Mehlis – Erneut hat sich Zella-Mehlis in enger Zusammenarbeit mit dem Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV)  als würdiger Ausrichter der deutschen Seniorentitelkämpfe im Wurfmehrkampf  und in den Langstaffel-Wettbewewerben 4 x 400 m, 3 x 800 m und 3 x 1000 Meter erwiesen. Bei optimalen äußeren und materiellen Bedingung auf den Leichtathletikanlagen des Arena- Sportkomplexes „Schöne Aussicht“ riefen über 530 Athleten aus 144 Vereinen beste Leistungen ab. „Zella-Mehlis hat sich aufgrund seiner einzigartig idealen Bedingungen und hervorragenden Organisation zu einem Mekka des deutschen Seniorensports entwickelt“, lobte Gisela Stecher, Bundesbeauftragte für Wettkampforganisation Seniorensport im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) das Engagement des TSV Zella-Mehlis um Leichtathletik-Abteilungsleiter Günther Karl und Wettkampfleiter Ralf Hafermann. Der letzte Wettkämpfer hatte noch nicht die Anlage verlassen, da gab es schon die Zusage, dass der TSV Zella-Mehlis auch 2018 Ausrichter der nächsten deutschen Seniorenwurf-Meisterschaften sein wird. Ganz zur Freude von Hans-Jürgen Lange (TSV Mellrichstadt), der sich im Herbst zum TSV Zella-Mehlis wechseln wird. Nach 1990, als sich Dynamo Meiningen auflöste, gab es für Lange, der bis dato zu den erfolgreichsten Gehern der DDR gehörte und 1980 in Eisenhüttenstadt DDR-Meister über 50 km wurde, keine Leichtathletik-Heimstatt mehr. Da Lange damals keinem Sportklub angehörte, wurde ihm die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Moskau verwehrt. Das ging sogar so weit“, erinnert sich Lange, „dass die Meisterschaften und damit auch der Titel auf Geheiß der DDR-Sportführung annulliert und auch die Leistung aus der Statistik gestrichen wurde. „Heute bin ich zwar wieder in der Statistik aufgeführt, jedoch ohne Zeit“, so der 64-Jährige. Die Freude und den Spaß an der Leichtathletik hat Hans-Jürgen Lange trotz seines Wechsels von Thüringen nach Bayern nie verloren.  Fortan widmete er sich den Wurf- und Stoßdisziplinen. Weitsichtig mit dem Ziel, diese Disziplinen bis ins hohe Alter betreiben zu können. Mittlerweile gehören Kugelstoßen und der Diskusweitwurf zu seinen Schokoladendisziplinen. Mit 33,58 Meter im Diskuswurf und 11,04 m bewegte sich Lange unter den Top-4 bei den Senioren der M 60. Insgesamt belegte er mit 2636 Punkten den 15. Rang. „Im Hammerwerfen konnte ich mit nur 26,03 m nicht genug Punkte für einen Platz unter den Top-6 einfahren“, so der Meininger. Doch Leistungen und Plätze haben bei solchen Meisterschaften für leidenschaftliche Leichtathleten nicht unbedingte Priorität, sagt auch Gisela Stecher. Viel wichtiger ist es, dass von solchen Meisterschaften Impulse zum Mitmachen ausgelöste werden. „Werfen und Stoßen könne man bis ins hohe Alter, ohne dabei den Stützapparat übermäßig zu belasten. „Zudem festigen die Wurfdisziplinen das motorischen Können und sind eine ideale Schulung für ganz spezifisches koordinatives Handeln“, so Stecher. Allein schon aus dieser Sicht müsse man den Organisatoren des TSV Zella-Mehlis ein riesiges Lob aussprechen, trotz des enormen logistischen Aufwandes leichtathletische Meisterschaften für Senioren auszurichten. Das ist ein weiterer Grund, warum Hans-Jürgen Lange nach Thüringen zum TSV Zella-Mehlis wechseln will. Wie er zu verstehen gab, richtet der bayrische Landesverband keine Seniorenwett-kämpfe im Wurfmehrkampf aus. Das bestätigte auch Günter Karl. So habe es von Bayern eine Anfrage an uns gegeben, ob sie sich nicht im Rahmen der Deutschen Meisterschaften zur Ausrichtung der bayrischen Titelkämpfe einklinken könnten. Noch mehr geht aber nicht, so Karl, hatten wir doch mit der gleichzeitigen Ausrichtung der Thüringer Meisterschaften und vor allem auch mit den Langstaffelmeisterschaften ein Mammutprogramm zu bewältigen.

 

Dass so eine kleine Sportabteilung des TSV Zella-Mehlis nun bereits zum sechsten eine nationale Meisterschaft mit weit über 500 Teilnehmern aus 144 Vereinen aller deutschen Landesverbände ausrichtet, bleibt nicht ungehört. So schrieb der Sportjournalist Axel Krefeld jüngst: „Es bleibt festzuhalten, dass sich Zella-Mehlis mit der vorbildlichen Ausrichtung von nationalen Meisterschaften zum Mekka der Senioren-Leichtathletik entwickelt hat.“ Wirft man einen Blick in die Ergebnislisten, dann ist man überrascht, welch tolle sportliche Leistungen die Senioren-Athleten abrufen. So schleuderte der 43-jährige Jens Kresalek (PTSV Konstanz) den Speer auf respektable 54,43 Meter. Die 47-jährige Bettina Schardt (MTG Mannheim) ließ beim Diskuswurf stolze 42,38 m vermessen und der Hammer schlug bei 41,59 m ein. Auch der Wurf-Fünfkampfmeister der M65, Klaus Kynast (ASC 09 Dortmund schleuderte den 1 kg-schweren Diskus auf 40,39 m. Und auch Ines Jaensch vom TSV Zella-Mehlis, sechste der Meisterschaft in der W45, rief im Kugelstoßen mit 7,97 m  sowie im Gewichtweitwurf mit 8,87 m respektable Leistungen ab und sicherte sich gleichzeitig Gold in der Landesmeisterschaft. In der M70 waren es Raimund Riedl (LC Jena), Manfred Milz (Saalfelder LV) und Harald Albert (LC Jena), die mit ihren Leistungen zeigten, dass die Senioren-Leichtathletik in Thüringen auf einem hohen Niveau steht. Dazu gehört auch der Allrounder Manfred Löhn (ASV Erfurt), der 77-Jährige sicherte sich nicht nur den Landesmeistertitel, sondern erkämpfte mit 2793 Punkten den 6. Platz in der DM-Wertung. Mit 29,95 m erzielte Löhn die drittbeste Weite mit dem Diskus. Neben Ines Jaensch  erkämpfte mit Britt Holland eine weitere Athletin des TSV Zella-Mehlis Gold bei den Landesmeisterschaften.

 

Die Zella-Mehliser Organisatoren gönnen sich in Sachen nationale Senioren-Leichtathletik keine Pause. Am 02./03. September stehen auf der Sportanlage „Schöne Aussicht“ die Deutschen Senioren-Meisterschaften im Mehrkampf auf dem Programm.  Gleichzeitig schauen die Organisatoren um Leichtathletik-Abteilungsleiter Günter Karl schon auf das Jahr 2018, um dann bereits zum siebten Mal die besten Senioren-Leichtathleten Deutschlands zu den 16. Deutschen Senioren-Wurf-Mehrkampfmeisterschaften begrüßen zu können.

–schwabe