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09.08.2017

Geändert: 75. Deutsche U18/U20 Leichtathletikmeisterschaften 2017 in Ulm Sprinter Luis Brandner feiert Tripple

Luis Brandner (Erfurter LAC) wurde über 100m, 200m und mit der Staffel Deutscher Meister

Ulm – Bei den 75. Deutschen U18/U20-Leichtathletikmeisterschaften erkämpften die Nachwuchsathleten des Thüringer leichtathletik-Verbandes (TLV) vier Titel, 8 Silbermedaillen und zwei Bronzeplaketten. Wie im vergangenen Jahr waren es die Sprinter, die für die herausragenden Ergebnisse  sorgten und so die Vorjahrsbilanz mit insgesamt 12 Medaillen getopt werden konnte. Allen voran der noch 16-jährige Sprinter Luis Brandner (Erfurter LAC), der mit drei Titeln über 100 m, 200 m und mit  4 x 100 m – Staffel bei seiner ersten Deutschen Meisterschaft nicht nur zu den erfolgreichsten Athleten der Meisterschaften gehörte, sondern mit dem Tripple nach dem U18-WM-Erfolg ein neues Kapitel in seiner noch jungen leistungssportlichen Karriere aufschlug . Der 200-m-Bronzemedaillengewinner der U18-Weltmeisterschaften von Nairobi ließ sich weder über 100m noch über 200 m von der Konkurrenz beeindrucken und wartete über 100 m in 10,44 Sekunden gleich noch mit einer neuen persönlichen Bestzeit auf. „Nach einer doch mittlerweile sehr langen und anstrengenden Saison hätte ich mit so einer Zeit gar nicht mehr gerechnet“, ließ der Schützling von Gerhard Jäger wissen. Die 10,54 s bei der WM waren schon ein tolles Ergebnis. Jetzt noch einmal eine Zehntel draufzupacken, das ist schon richtig krass“.

So ging Brandner mit noch mehr Selbstbewusstsein an den 200-m-Start. Und auch hier konnte ihm die Konkurrenz den Titel in 21,53 Sekunden nicht streitig machen, auch wenn er seine persönliche Bestzeit (21,23 s) verfehlte. Damit war der Arnstädter eine wichtiger Garant für die 4 x 100 m-Staffel mit Hagen Träger, Hans-Arthur Margraf und Nick Przeliorz. Härtester Konkurrent der Erfurter Startgemeinschaft vom LAC und LAC-TopTeam war das Staffelquartett  des LC Jena mit Malte Stangenberg, Leon Eckardt, Philipp Cuno und Jonathan Ulrich. Die Erfurter Sprintgarde behielt ihre Nerven und sicherte sich in ausgezeichneten 41,13 Sekunden vor den Jenaern in 41,81 s den Titel. Im 100 m-Finale der MJU18 komplettierte Malte Stangenberg (LC Jena) als siebter den Erfolg der TLV-Sprinter. Großen Anteil am Erfolg hatte Julian Wagner (LAC Erfurt TopTeam), der die Staffel im Vorlauf ins Finale führte und tags zuvor die Silbermedaille über 100m in einem spannenden Finale erringen konnte.

Titel Nummer vier ging auf das Konto der talentierten Mittelstrecklerin Lena Posniak (LAC Erfurt). Die 16-Jährige lief ein beeindruckendes Rennen und konnte es gar nicht fassen, sich in 2:09,53 Minuten den Titel über 800 m erkämpft zu haben. „Ich habe meinen Spurt erheblich verbessern können“, so die Läuferin aus Sömmerda. Für sportliche Furore sorgte aber auch die 17-jährige Lara Gebel vom Schleusinger LV. Die aus Erlau stammende Läuferin, die wie Leopold Stefanski vom Schleusinger Leichtathletik-Verein kommt und für die LG Ohra Energie startet, sicherte sich wohl zur ganz großen Überraschung in 2:10,24 min hinter Posniak die Silbermedaille. Auch Gebel verbesserte ihre Grundschnelligkeit, als sie beim Feriensportfest in Wetzlar über 400m in 57,24 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit aufstellte.

Während es im Einzel über 100 Meter für die jungen Sprinterinnen des Erfurter LAC nicht wie erhofft klappte und der Endlauf verpasst wurde, sicherte sich das 4 x 100m-Staffelquartett mit Hanna Reetz, Lea Katzmarski, Helen Eigner und Charlotte Fromm in 47,48 s Silber. Dieser Erfolg glättete Trainer Alexander Fromm wieder alle Sorgenfalten.

Als Mitfavoritin ging die zehnte der U18-WM über 400 m, Laura Kaufmann (LG Ohra Energie) an den Start. Doch bereits im Vorlauf deutete Cataria-Byll Brenda (CLV Siegerland) in 55,65 s an, dass auch sie Anspruch auf den Titel hat. Sie setzte dann auch ihr Vorhaben um und Kaufmann schaffte es in 55,15 s die Bronzemedaille mit nach Hause zunehmen, was auch Trainer Peter Grüneberg zufriedenstellte.

Mit enormen Leistungsfortschritten wartete Mittelstreckler Franz Rott (Erfurter LAC) in dieser Saison auf. Den Nachweis lieferte der Arnstädter jetzt auch bei der U18-DM mit dem Gewinn der Silbermedaille über 1500 m in 4:02,88 min ab. Rott blieb zwar weit unter seiner persönlichen Bestzeit von 3:54,98 min, doch bei so einem taktischen Rennen zählt nur die augenblickliche Form und das Können, und die reichten für Rott zur Silbermedaille.

Dreispringer Max-Ole Klobasa (LC Jena) ging als Jahresbester an den Start und rechnete sich damit beste Titelchancen aus. Das dem Athlet von Trainer Rico May dann der Mannheimer Devon Brender im letzten Versuch mit 14,27 m den Titel um 3 Zentimeter streitig machte, war dann doch schon etwas tragisch. Timo Grünbeck (Erfurter LAC) konnte mit 13,34 m zwar fast an seine Vorleistungen anknüpfen, landetet aber nur auf dem 13. Rang.

Eine sichere Medaillenbank sind nach wie vor die Geher von Trainer Petro Zaslavskyy. Dazu gehörte diesmal Jan Stramka, der sich im 10000-m-Bahngehen in 50:22,17 min Silber sicherte. Auf Platz fünf in 53:52,04 min folgte ihm Otto Junghannß und komplettierte damit den Erfolg der Zaslavskyy-Schützling.

Bei der weiblichen Jugend U20 gelang Lotte Reimann (LC Jena) mit 49,25m der Wurf zur Silbermedaille. Die Athletin von Petra Felke musste sich im Finale nur Lisa Weißbach (Dresdner SC 1898) geschlagen geben, die mit 51,89m den Titel mit dem 600 Gramm schweren Speer errang.

Für eine weitere Bronzemedaille der TLV-Starter sorgte Geherin Pauline Barz (Erfurter LAC). In 25:53,84 min musste sie sich der starken Konkurrenz aus Potsdam beugen. Trotzdem war die 19-Jährige nicht unzufrieden, konnte sie doch gleichzeitig eine neue persönliche Bestzeit ins Protokoll eintragen lassen. Auch die Plätze 4 und 5 gingen in diesem Rennen an Thüringer Starterinnen. So kamen Carolin Kirchner und Julia Henze (beide ASV Erfurt) auf den Rängen nach Pauline Barz ins Ziel und komplettierten ein tolles Thüringer Ergebnis.

Angesichts ihrer Vorleistungen hätten sich Max Körner als auch Leopold Stefanski (Erfurter LAC) gern auf einem Medaillenplatz wiedergesehen. Doch das Rennen über 800m lief nicht nach ihren Geschmack. Den Sieg sicherte sich der Cottbuser Constantini Schulz in 1:51,44 min. Körner landete in 1:54,56 min auf Rang sechs und Stefanski lief als achter in 1:55,54 min über die Ziellinie.

Knapp an einer Medaille schrammte 2000-m-Hindernisläufer Tim Schneegaß (Erfurter LAC) vorbei. Knapp an seiner Bestzeit (6:09,64 min) vorbei reichten die 6:10,99 min nur zum undankbaren 4. Platz. Ähnlich erging es 2000m-Hindernisläuferin Kira Reinhardt (LAC Erfurt). In 7:06,76 min landete die Mühlhäuserin im Klassement der WJU20 auf dem 5. Rang. Auch Joscha Bretschneider (LV Einheit Greiz) blieb leider nur die Blechmedaille, er zeigte in 53,92s über 400m Hürden ein starkes Rennen und kam 0,01s hinter Platz 3 ins Ziel. Max Kießling (LV Gera) kam im 800m Finale nach 1:56,49 min ins Ziel. Das bedeutete für den Ostthüringer Platz 5 bei der MJU18.

Beim Hammerwurf der MJU18 blieben für die Thüringer am Ende Platz 5 und 7. Julian Buchmann (ASV Erfurt) sicherte sich dabei mit wenig Abstand zu Platz 4 und einer Weite von 64,71m den 5. Platz, während Dennis Brendel (Erfurter LAC) sein Wurfgerät bis auf 59,93m beförderte und damit 7. wurde. In der gleichen Disziplin bei der MJU20 landete das Wurfgerät von Mirco Braun (ASV Erfurt) bei 63,26m. Am Ende bedeutete das für ihn Platz 6 in der Ergebnisliste.

Bei den gleichzeitig ausgetragenen Deutschen Staffelmeisterschaften über 3 x 1000 m erkämpfte das Trio der Startgemeinschaft Erfurt/Jena mit Kevin Stadler, Hindernisläufer Tim Stegemann und Philipp Reinhardt in 7:12,62 min Silber. Es ging dabei sehr knapp zu, hatten die Läufer der LG Braunschweig in 7:12,47 min die Nase nur wenige Zentimeter weiter vorn.