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05.03.2017

16. Deutsche Senioren Hallenmeisterschaften und DM Gehen 2017 in Erfurt - TLV-Senioren krönen ihren Meisterschaftseinsatz mit 26 Medaillen

Sebastian Keybe (ASV Erfurt) Foto: Theo Schwabe

Andy Dittmar (BIG Gotha) Foto: Theo Schwabe

Erfurt – Die Bilanz der Senioren des Thüringer Leichtathletik-Verbandes (TLV) mit zwölf Meistertiteln, sechs Silbermedaillen und acht Bronzenen untermauert mit einer Reihe von Top-Leistungen bei den 16. Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften und Winterwurftitelkämpfen sowie im Bahngehen im Feld der rund 1200 Teilnehmer aus 580 Vereinen kann sich sehen lassen. „Damit konnten wir unsere Vorjahrsbilanz noch einmal toppen“, freute sich der Vizepräsident für Organisation und Wettkampfwesen, Ralf Hafermann. „Schließlich richtete der TLV zum vierten Mal infolge die Hallenmeisterschaften aus und da wollen wir nicht nur unser perfektes Meisterschafts-Organisationsmanagement unter Beweis stellen, sondern auch zeigen, dass beim TLV die Senioren-Leichtathletik auf stabilen Füßen steht. Neben unzähligen neuen deutschen Rekorden ragen besonders der Europarekord der Olympiadritten von Sydney, Kristin Hilbig (VfR Essen), ehemals Münchow, im Hammerwurf der W40 mit 54,38 m heraus sowie der Hallenweltrekord im Weitsprung von Ramona Pfeiffer (USV Halle) mit 4,97 m in der W55 heraus.


Als Leuchtturm der 16. Senioren-Hallenmeisterschaft ragte aber einmal mehr Kugelstoßer Andy Dittmar (BIG Gotha) heraus. Der 42-Jährige  wuchtete das 7,26 kg-schwere Rundeisen auf phantastische 18,20 Meter und sicherte sich damit seinen achten Titel. „Wenn ich heute meine Jahresbestweite von 18,23 m nur knapp verfehlte“, so Dittmar, „bin ich mit meiner Leistung sehr zu frieden.“ Mit dem erneuten Titelgewinn wollte Dittmar schon einmal auf das von ihm organisierte 20. Gothaer Schlossmeeting am 15. Juli aufmerksam machen, wenn sich die deutsche Elite auf Schloss Friedenstein in Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in London (05.08 bis 8.08.2017) ein Stelldichein liefert. Als dann bereits 43-Jähriger wird Dittmar bei der WM in London zwar nicht mehr an den Start gehen, dafür hat er aber die Senioren-Europameister-schaften im dänischen Aarus (27.07.-06.08.2017) ins Auge gefasst, um nicht nur seinen Titel zu verteidigen, sondern auch zu demonstrieren, dass Kugelstoßen eine wunderschöne und reizvolle Leichtathletik-Disziplin ist und auch als Senior noch Top-Leistungen abrufen kann. So wird der Gothaer Recke auch 2017  keine nationalen noch internationalen Höhepunkte auslassen und auch bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt (8./9. Juli) an den Start gehen.


Das Niveau bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften, ob in der Halle oder bei Freiluftmeisterschaften ist sehr hoch. Will man bei Europa- oder Welt-meisterschaften starten, geht das ohne Norm. Nicht so bei einer Senioren-DM, wie in Erfurt, betont der DLV-Statistiker Jörg Reckemeier. „Nur wer die gesetzten Normen des DLV erfüllte, war heute hier startberechtigt. Und da hatten die Hochspringer Michael Stephan (Erfurter LAC) Daniel Laqua (Hochsprung mit Musik) keine Probleme. Erst jüngst beim Arnstädter Hochsprung mit Musik wartete der promovierende Student an der TU Ilmenau  mit einer Bestleistung von 1,90 m auf. Bei der DM ließ er die Latte fünf Zentimeter höher legen und sicherte sich mit ausgezeichneten 1,95 m den Titel in der M35. Eigentlich hat Laqua schon ein bisschen Thüringer Hochsprunggeschichte geschrieben, belegte er doch 2001 bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Braunschweig den 3. Platz. Bis heute ist Laqua bei seinem motivierenden Trainer Falko Becher aktiv geblieben. Auch der Erfurter Softwareentwickler Michael Stephan versüßte seinen Titelerfolg  mit einer neuen Bestleistung von 1,89 m. Das war heute mein fünfter Titel, so der 40-Jährige. Diese Leistung motiviert mich“, so Stephan, „in Aarus erstmals bei einer EM an den Start zugehen.“ Als wahrere Allrounder trat Ludwig Döring (SV Sömmerda) in Aktion. Nachdem die 1,66 m im Hochsprung nur zum 6. Platz reichten, ließ er es beim Weitsprung mit einer neuen Bestweite von 6,11 m krachen und schmückte sich mit Gold. Souverän in 9,19 Sekunden lief der 45-Jährige dann auch beim 60m-Hürdensprint fast spielend zum Erfolg.


„Ich habe mit heute einen Traum erfüllt“, so der glückliche Kommentar des Bad Liebensteiner Sebastian Keybe vom ASV Erfurt. Nachdem er sich bereits am 1. Tag den Titel über 800 m in 2:05,44 Minuten vor Stefan Zimmermann (LG Ohra Energie) in 2:05,55 min gesichert hatte, holte der 36-Jährige Fitnesskaufmann dann über 3000m zum zweiten Schlag aus und blieb mit neuer Bestzeit in 8:57,09 min erfolgreich. „Ich habe gleich meinen ehemaligen Trainer Jürgen Schramm in Rohr angerufen und von meinem Erfolg berichtet. Ihm habe ich so viel zu verdanken.“ „In Vorbereitung auf die Meisterschaften habe ich mich richtig gequält“, so Keybe. Dass sich das gelohnt hat, macht mich doppelt glücklich!“


Dagegen wurde Thüringens schnellster Sprinter der M60, Rudolf König (Saalfelder LV) wieder einmal seiner Favoritenrolle ohne Probleme gerecht. Der mehrfache Seniorenwelt und -europameister sprintete der Konkurrenz sowohl über 60 m in 7,99 s als auch über 200 m in phantastischen 25,91 s davon und blickt jetzt schon optimistisch der EM in Aarus entgegen. Dass der Titel im 60m-Sprint der Frauen W50 nur über Iris Opitz (LAV Elstertal Bad Köstritz) zu vergeben ist, deutete die mehrfache Landesmeisterin bereits im Vorlauf in 8,50 Sekunden an. Im Finale blieb die 51-Jährige in 8,41 s als einzige Finalistin unter 8,50 s und feierte einen großen Erfolg. Rückt Marco Bachmann (HSG Nordhausen) in die Startblöcke, dann hat der 42-Jährige auch immer eine Medaille im Visier. Nachdem er sich beim 60m-Sprint in 7,33 s die Silbermedaille sicherte, wiederholte er das gleiche Kunststück über 200 m in sehr guten 23,95 s. Im TLV tummeln sich nicht nur schnelle Sprinter, sondern auch Athleten, die hoch hinaus wollen, wie Wolf-Dietrich Roehr (SV Sömmerda), der sich mit übersprungenen 3,45 m Bronze im Stabhoch der M55  sicherte. Weil etwas älter und dafür etwas weniger, reichten die 3,00 Meter für Eberhard Löbel (LC Jena) ebenfalls zum Bronzerang in der Altersklasse M 60. Drehen, und das gleich dreimal, beherrscht Hammerwerfer Jürgen Sachse sehr gut. Der 62-Jährige Hammerwerfer aus Zimmernsupra schleuderte den 5 kg-schweren Hammer auf sehr gute 46,69 m und erkämpfte in der M60 Silber.


Eine starke Vorstellung lieferten die Geher ab. In der Altersklasse W35 gab’s durch Kathrin Schulze über 3000 m in 15:12,63 min sowie durch Yvonne Bonneß (beide ASV Erfurt) in 17:25,36 min einen Doppelerfolg. Udo Schaeffer (ASV Erfurt) gab in der M65 über 3000 m in 16:30,31 min den Ton an.
Ein spannendes Duell lieferten sich die Geher Christopher Linke, Nils Brembach (beide SC Potsdam) und Karl Junghannß LAC Erfurt). Der Olympia-Fünfte von Rio, Linke, wie auch Junghannß haben sich bereits für die WM in London qualifiziert. „Heute ging es darum schon einmal nachzuweisen, dass man für die WM gerüstet ist und mit der angestrebten Bestätigungsnorm keine Probleme hat. Das gelang allen drei Gehern. Linke sicherte in 19:08,82 min den Titel und Junghannß wurde als jüngster des Trios in 19:53,44 min dritter. „Jetzt geht’s ab ins Trainingslager nach Arizona/USA zur zielgerichteten Vorbereitung auf die WM, freut sich Junghannß, der zudem noch die U23-EM ins Auge gefasst hat. –schwabe-