Tag der offenen Tür
Das Staatliche Sportgymnasium „Joh. Chr. Fr. GutsMuths“ Jena führt am Samstag, den 28.01.2012 von 10.00 bis 13.00 Uhr einen „Tag der offenen Tür“ durch.
Alle interessierten Sportlerinnen und Sportler sowie Eltern sind herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.
Rico May, verantwortlicher Spezialsportlehrer Leichtathletik
Auch das Sportgymnasium Erfurt führt an diesem Tag einen " Tag der offenen Tür" durch. Näheres dazu in den nachfolgenden Plakaten.

Thüringer Leichtathletik-Hallenmeisterschaften 2012
Noch haderten Thüringens beste Leichtathleten der Olympia- und Europameisterschaftssaison 2012 bei den Hallen-Landesmeisterschaften mit Top-Leistungen, zumal mit Sprinter Robert Hering, 800-m-Läufer Sebastian Keiner und Dreispringerin Katja Demut drei aussichtsreiche Kader nicht am Start waren.
Erfurt – Klasse-Top-Zeiten und –Weiten blieben zu Saisonbeginn erwartungsgemäß noch aus, obwohl mit Sprinter Julian Reus (TV Wattenscheid) und Mittelstrecklerin Annett Horna (TSV Bayer Leverkusen) zwei Athleten unter der Thüringer Schirmherrschaft erste hoffnungsvolle Achtungszeichen setzten. Der Schützling von Gerhard Jäger setzte sich beim 60-m-Sprint souverän in 6,70 Sekunden vor Martin Brieger (LG ohra hörselgas) in 6,94 s durch. Für die Deutschen Hallenmeisterschaften als ersten Saisonhöhepunkt hat sich Reus klare Prämissen gesetzt und schließt die Normerfüllung für die Hallen-WM (6,62 s) in Istanbul/Türkei (9.-11.03.) nicht aus. Erklärtes Ziel sei es aber, ließ Reus durchblicken, die Qualifikation für die Europameisterschaften in Helsinki und für Olympia in London zu schaffen. Einen entsprechenden Fahrplan gebe es schon. Auf jeden Fall könnte ein Start bei der EM die große Chance sein, sich zu mindestens für die 4 x 100-m-DLV-Staffel zu empfehlen.
Nachdem sich Martin Brieger beim TLV-Hallenmeeting über 200m in 21,65 s in neue Region katapultierte, wollte der Gothaer am Sonntag noch ein paar Hundertstel draufpacken. „Ich habe sehr gut trainiert und befinde mich in einer guten Form“, sagte der Schützling von Stefan Poser. Obwohl unterm Hallendach optimale Leistungen schlecht abrufen lassen, hatte sich Brieger eine Zeit im unteren 21er-Sekundenbereich vorgenommen. Letztendlich fehlte wohl mit Trainingskollegen Robert Hering die Konkurrenz, so dass die Uhren nur bei 22,01 s stehen geblieben waren. Trotzdem zeigte sich Brieger zuversichtlich, schon bald die 21er-Schallmauer zu knacken. Annett Horna, Schützling von Dieter Hermann, unterzog sich gleich einem dreifachen Test und wartete über 400 Meter in 56,85 s und über 1500 m in 4:24,59 min mit achtbaren Leistungen auf. Über 800m verfehlte die 24-Jährige in 2:06,79 min ihre Bestzeit um knapp vier Sekunden, fühlt sich aber trotzdem für die Hallen-DM in Karlsruhe gerüstet. Als gelungenen Einstieg in die Hallensaison bewertete Trainer Andreas Möckel die 8:09,34 Minuten seines Schützlings Rico Schwarz über 3000 Meter. „Rico ist ähnlich stark in die Saison gestartet wie 2011“, resümierte Möckel. Über 1500 m musste er sich zwar Stefan Eberhardt (LG Ohra-Hörselgas) knapp in 3:51,95 min geschlagen geben, stellte aber mit einer furiosen Endspurt seine gewachsene Schnelligkeitsausdauer unter Beweis. Eberhardt war es anzusehen, dass er der Trainingsausfall nach seiner sechswöchigen Verletzungspause noch nicht kompensieren konnte. Ob es angesichts der weiteren zielgerichteten Vorbereitung auf Olympia der letzte Hallenwettkampf war, ließ Eberhardt vorerst noch offen. Ziel ist es, wie Trainer Hermann zu verstehen gab, möglichst früh die Olympianorm von 3:35,50 min zu laufen, eventuelle zu den Meetings in Hengelo oder in Olso, um dann stressfrei den Saisonhöhepunkt „ Olympia“ angehen zu können.
Im Nachwuchsbereich sorgten vor allem die 15-jährige Eva Hiese (LG Ohra Hörselgas) im Hochsprung mit 1,71 m, die U18-Hürdensprinterin Anika Biehl (LC Jena) in 8,70 Sekunden, Kugelstoßerin Diana Steinhoff (LC Jena/U18) mit 14,93 m , 60-m- Sprinterin Cindy Raabe (Erfurter LAC/U20) in 7,75 s und nicht zuletzt 60-m-Hürdensprinterin Sandra Gottschlak (LC Jena) /U20) in 8,90 s für hoffnungsvolle Achtungszeichen, dass der TLV auch 2012 bei allen internationalen Meisterschaftshöhepunkten, insbesondere bei der U20-WM in Barcelona, vertreten ist. Dazu könnte auch Philipp Reinhardt (Einheit Worbis ) zählen, der in 1:55,18 min eine neue 800-m-Hallenbestzeit lief. Mit einer neuen Bestleistung überraschte Hammerwerfer Nils Lindner (ASV Erfurt), der nach seinem Sieg bei den Winterwurfmeisterschaften statt den Hammer die Kugel aus dem Ring wuchtete und stolze 16,19 m vermessen ließ. Immer näher der 2-Metermarke näherte sich Anton Senft (Motor Arnstadt). Nach seinem 1,96 –m-Sprung fehlen dem 16-Jährigen noch vier Zentimeter.
TLV-Sportdirektor Steffen Große freute sich vor allem über die Beteiligung von über 700 Teilnehmen. „Quantitativ waren das seit Jahren die besten Hallenmeisterschaften. „Jetzt geht darum, aus der Quantität neue Qualitäten zu entwickeln.“ –schwabe-
Skilehrgang in Ramsau am Dachstein
Teil 2 des Wintermärchens – Skilehrgang in Ramsau am Dachstein.
Nach dem sehr gelungenen Winterauftaktlehrgang im Dezember 2011 im beschaulichen Balderschwang im Oberallgäu, nutzten einige Athleten das Hochplateau der Ramsau am Dachstein, welches mit einer Lage von 1.100 bis 1.700 m über NN und ca. 160 km Skilanglaufloipen optimale Bedingungen bietet.
Neben dem „Feinschliff“ an den individuellen Skilanglauftechniken stand insbesondere durch den Einsatz des Trainingsmittels Ski in der Kombination mit spezifischen Lauftrainingseinheiten die Entwicklung im Grundlagen- und Kraftausdauerbereich im Focus des Lehrganges.
Ganzjährig wird Ramsau am Dachstein von Spitzensportlern als Trainingszentrum genutzt - Outdoor aber auch Indoor. Das nordische Vorzeigezentrum mit Leistungsdiagnostik, Sportmedizin und Trainingssteuerung wird höchsten Ansprüchen gerecht.
Der Lehrgang, der in Kooperation zwischen dem Thüringer Leichtathletik-Verband und dem Deutschen Leichtathletikverband insbesondere Bundeskaderathleten offen stand, wurde geleitet vom Sportdirektor des Thüringer Leichtathletik-Verbandes, Steffen Große, in Zusammenarbeit mit dem Stützpunkttrainer Lauf/Gehen des Thüringer Leichtathletik-Verbandes, Enrico Aßmus.
Die Gruppe mit dem Vize-Europameister über 1.500 Meter, Carsten Schlangen, sowie weiteren Hoffnungsträgern der deutschen Leichtathletik wie Wolfram Müller, Sebastian Keiner, Kevin Stadler und Marcus Schöfisch profitierte dabei von den optimalen Schneebedingungen, die Trainingseinheiten im Skilanglauf bis zu 50 km Gesamtlänge zuließen.
Natürlich kam auch das disziplinspezifische Training durch die Nutzung der örtlichen Gegebenheiten des Trainingszentrums nicht zu kurz und einige stark geschwindigkeitsorientierte Läufe auf dem bis zu 25 km/h schnellen Laufband vervollständigten den „Belastungsalltag“.
„Freizeitaktivitäten“ wie das Räumen der Dächer von den großen Schneemassen, der Bau einer Schneebar oder ein langer Fußmarsch mit Schneeschuhen auf dem Sonnenplateau direkt am Fuß der Dachsteinsüdwände bildeten ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.
In einem waren sich alle Teilnehmer einig: Eine Wiederholung im Jahr 2013 soll es auf jeden Fall geben.
Bilder sind in der Bildergalerie zu finden. Ein Video dazu folgt noch.
West- / Ostthüringer Meisterschaften
18.01.2012
Die Auschreibungen der West- / Ostthüringer Meisterschaften AK 7 – 11 sind hier zu finden.
Lehrgang-mal etwas anders.
(DLV – Balderschwang 11. bis 23. Dez. 2011)
Nur langsam schälen sich die Konturen des beschaulichen Balderschwang aus der Winterlandschaft des Hochallgäu. Es ist sonntags morgens in der Früh, für einige zu früh, und falls die Sonne pünktlich wach war, versteckt sie sich hinter einer dichten Wolkendecke. Durch das beschauliche Dörfchen und den dichten Schneefall stürmt eine farbenfroh gekleidete, bunt zusammen gewürfelte Gruppe. Ihr Frühstück müssen sich die deutschen Läufer und Geher beim zentralen Lehrgang Mitte Dezember erst mit einem gut halbstündigen Warmlaufen verdienen.
Der Lehrgang ist vom Thüringer Leichtathletik-Verband initiiert, steht aber auch den Bundeskaderathleten aus dem Elite- und Nachwuchsbereich offen und wird geleitet vom Lehrertrainer Alex Fromm aus dem Sportgymnasium Erfurt und stand unter der Gesamtregie des Sportdirektors des Thüringer Leichtathletik-Verbandes Steffen Große. Letzterer hat seine Erfahrungen mit solchen Wintertrainingslagern aus dem Triathlonsport an den Laufsport adaptiert, um durch den gezielten Einsatz semispezifischer Trainingsmittel wie klassisches Skilanglaufen, Skating und Schneeschuhwandern zusätzliche Leistungsreserven zu erschließen. Sein Argument klingt einleuchtend: „Sämtliche Sportarten übernehmen Trainingskonzepte aus der Leichtathletik, aber die Läufer trainieren meist nur konventionell ihr Laufen. Mit neuen Trainingsreizen können sich diese sowohl in der Spezifik, als auch in der Breite verbessern.“ Carsten Schlangen muss vom Konzept nicht mehr überzeugt werden und äußert sich euphorisch: „Für mich gehört dieses Trainingslager zu den schönsten Erfahrungen, die ich bislang im Sport erleben durfte.“ Dick eingemummt ist der 30-jährige Schlacks im Schneetreiben kaum zu erkennen und trotzdem leicht zu finden: Wo er ist, ist vorne. Die Gruppe zerfällt in Grüppchen, jeder nach seinem Tempo. Mit dem Vize-Europameister über 1.500 Meter messen sich immer wieder weitere Zugpferde der deutschen Leichtathletik wie Wolfram Müller, Sebastian Keiner, Rico Schwarz oder auch Annett Horna und natürlich die hungrigen, aufstrebenden Nachwuchskräfte wie der Fünfte über die 3.000 Meter Hindernis bei der U-20 EM Tim Stegemann und die Jüngste der 16 Athleten, Catherina Granz.
Abgesehen von den Profilen auf „Leichtathletik.de“, kannte die Berlinerin nur zwei Athleten persönlich und hat sich dennoch schnell eingelebt: „Jeder hat sich mit jedem verstanden, es war total unwichtig, ob man sechs Jahre älter oder jünger ist. Gefühlt hatten wir zwar fast den ganzen Tag Training, ich habe entweder gegessen, geschlafen oder trainiert, aber man kam schnell in den Rhythmus und ich fühle mich komischerweise trotz der Belastung ziemlich gut.“ Trotz Erfahrungsvorsprung vom Vorjahr litt Tim Stegemann wohl stärker, da er nach Achillessehnenproblemen erst vor drei Wochen ins Training einstieg und die intensive Gelegenheit für den Aufbau von Grundlagenausdauer mit hohem Kraftausdaueranteil ausgiebig nutzte: „Ich hatte meinen kaputten Tag. Im Sog der Trainingsgruppe gab ich öfter 110 Prozent und natürlich muss man das irgendwann bezahlen. Der Ehrgeiz in der Gruppe war sehr groß, da wir Sportler alle Ziele haben. Aber es war schön, sich gegenseitig anzuspornen, zu messen und sich an erfahrenen Athleten wie Carsten und Wolfram zu orientieren. Wer dann im Training mitzieht, wird auch problemlos akzeptiert. Dennoch war die Stimmung sehr locker.“ Um Anerkennung braucht der 24-jährige Rico Schwarz nicht mehr zu kämpfen und trotzdem schonte auch er sich nicht: „Mit oft vier Einheiten ist sowohl die Trainingshäufigkeit als auch der Zeit- und Kilometerumfang höher als bei normalen Trainingslagern. Durch die Abwechslung komme ich damit aber sehr gut klar und für den winterlichen Aufbau einer soliden Grundlage kommt mir der Ausbruch aus der üblichen Routine sehr gelegen. Es war eine große Gruppe mit großem Spaß und sogar eine Schneeschuhwanderung wird richtig anstrengend, wenn man mit ein bisschen Dampf durch den Tiefschnee den kompletten Berg hoch stürmt.“
Draußen ist es zwar schon längst dunkel, doch schneit es weiterhin, als sich die Athleten im kleinen Kraftraum und der Saunalandschaft wie jeden Abend wiedersehen. Die besonders von den Koppeltrainings aus der klassischen und freien Skilanglauftechnik und 1.000 Meter-Läufen gequälte Muskulatur verlangt nach Dehnen und Auflockerung. Bei harter Mucke kommt trotz Winterlandschaft keine besinnliche Stimmung auf. Weihnachten ist schließlich noch eine Woche hin und die Athleten haben andere Sorgen als den üblichen Vorweihnachtsstress. Wann ist morgen noch mal Wecken?

(Text u. Foto: Steffen Große / 23.12.2011)
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