Philipp Reinhardts Engagement mit Platz zwei belohnt

Eine kleine, aber feine Delegation vertrat am vergangenen Wochenende die Farben Thüringens bei der U23-DM in Wattenscheid. Neun Athleten aus fünf Vereinen gingen für den Freistaat an den Start. Die einzige Medaille holte Philipp Reinhardt (LC Jena) über 3.000 Meter Hindernis. Er musste sich Patrick Karl (8:44,44 min) in einem packenden Zweikampf in 8:44,60 Minuten geschlagen geben. Zudem testeten einige jüngere Athleten ihre Form mit Blick auf die U18/U20-DM in Mönchengladbach (29. bis 31. Juli).

So richtig kam Reinhardt in dieser Saison noch nicht in Fahrt. „Er hatte einige Probleme und suchte immer wieder nach Möglichkeiten, sich im Wettkampf zu beweisen“, sagte Rico May. Seit Anfang des Jahres hat sich der Hindernisspezialist dem LC Jena angeschlossen. „Er studiert in Jena Medizin, hat bei uns mittrainiert, so dass wir ins Gespräch kamen und er sich uns angeschlossen hat“, erklärt May und verweist darauf, dass er weiterhin von seinem Heimtrainer Armin Göckeritz betreut wird. Ebenso bleibt er seinem alten Verein, SV Einheit Worbis, als Mitglied erhalten.

Bei den deutschen Meisterschaften in Kassel lief es weniger rund für den 22-Jährigen, der in 9:03,44 Minuten den neunten Rang belegte. Die aufkommenden Zweifel verflogen nun in Wattenscheid. Bei der U23-DM hatte er sich eigentlich die Titelverteidigung auf die Fahnen geschrieben. Patrick Karl (TV Ochsenfurt) sollte sich als hartnäckiger Konkurrent erwiesen. Im Gleichschritt liefen beide dem Ziel entgegen. Mit dem besseren Ende für Karl, der sich den Titel holte. „Philipp war keineswegs traurig über den zweiten Platz. Er hat nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen. Noch dazu mit einer neuen persönlichen Bestleistung“, freute sich May über die Leistung.

Schritt für Schritt nähert sich Constanze Dietzsch ihrer alten Form. Die Sprinterin des TSV Zeulenroda, die von May trainiert wird, kommt nach Verletzungsproblemen so langsam wieder in Schwung. „Im April, wo eigentlich die Grundlagen gelegt werden, musste sie drei Wochen pausieren. Sie hatte immer wieder Probleme mit dem Rücken“, erklärte May ihren Leistungsrückstand. Anfang Mai startete das Training, die Leidenszeit vorbei. Doch diese drei Wochen fehlen ihr nun. Die Zeiten in ihren Wettkämpfen seien stabil, aber der Ausreißer nach oben fehle. In Wattenscheid war die 19-jährige über 100 und 200 Meter gemeldet. Im Vorlauf und Zwischenlauf über 100 Meter stand jeweils eine Zeit von 12,03 Sekunden zu Buche. „Sie ist stabil, aber das Ziel ist unter 12 Sekunden zu laufen.“ Die 200 Meter testete sie nur an und ließ aufhorchen. Ihre 24,88 Sekunden bedeuteten Saisonbestleistung. „Aus Belastungsgründen haben wir auf den B-Endlauf verzichtet“, sagt May, der bei ihr zuversichtlich auf die nationalen Jugendtitelkämpfe am kommenden Wochenende in Mönchengladbach schauen kann.

Über 100 Meter Hürden boten Tabea Winkler, Emelie Kohler und Rebekka Schubert (alle LC Jena) gute Leistungen, die als Formtest für Mönchengladbach galten. „Die Zeiten waren zweitrangig. Die Hauptsache war, dass sie Wettkampfluft geschnuppert haben. Für die U20-DM haben sich alle drei erstmalig qualifiziert.“ Die gemeldete Cynthia Weis hatte auf einen Start verzichtet. „Sie ist ein bisschen verletzt. Dass wir sie in Wattenscheid nicht haben starten lassen, das war eine Vorsichtsmaßnahme“, sagte May. Ebenfalls nichts riskieren wollte Speerwerfer Tom Meier, der sich statt Wettkampf für ein weiteres Training entschied. Nach einem Kreuzbandriss, den sich der Jenenser bei der U20-DM im vergangenen Jahr vor heimischer Kulisse zugezogen hatte, tastet er sich langsam wieder heran. Anfang Juni beim heimischen Speerwurfmeeting standen 67,04 Meter auf der Anzeigetafel.

Etwas unter seinen Möglichkeiten blieb Dimitri Antonov (ASV Erfurt), der im Dreisprung nicht über 14,70 Meter und Rang sechs hinauskam. Einen Platz unter den Top Ten sicherte sich Luisa Frech (LG Ohra Energie) im Dreisprung. In dieser Saison schon knapp über 12 Meter gesprungen, blieb sie nun mit 11,48 Metern etwas darunter und sicherte sich Platz neun. Für Anton Senft (SG Motor Arnstadt) ging es im Hochsprung nicht höher als 1,95 Meter hinaus, obwohl er in dieser Saison bereits 2,04 Meter übersprang. Mit dem Diskus steigerte sich Hans-Peter Hannighofer (ASV Erfurt) von Versuch zu Versuch und blieb im dritten Durchgang mit 45,64 Meter nur knapp unter seiner persönlichen Bestleistung (45,86 m). In einem starken Feld reichte es für ihn zu drei Versuchen und Rang 14.

(25.07.2016/S.Arm)

 

Eleni Frommann holt mit der Sprint-Staffel WM-Bronze

Es muss ein wahnsinnig geiles Gefühl sein, wenn man mit der Staffel beim internationalen Höhepunkt zu einer Medaille läuft. Was für ein Abend, was für ein Rennen: Nachdem die deutsche 4x100-Meter-Staffel der männlichen U20 am Samstag bei den U20-Weltmeisterschaften im polnischen Bydgoszcz mit Bronze und einem neuen deutschen U20-Rekord (39,13 sec) glänzte, legte das weibliches Pendant mit Saisonbestleistung nach. Katrin Fehm, Keshia Kwadwo, Eleni Frommann und Chantal Butzek sprinteten in 44,18 Sekunden ebenfalls zu Bronze. Die 4x400-Meter-Staffel mit Julian Wagner (Erfurter LAC) kämpfte sich am Schlusstag mit Saisonbestleistung (3:08,13 min) auf den fünften Rang.

Vor zwei Jahren stand Eleni Frommann (LC Jena) auf der Tribüne. Als Ersatzläuferin verfolgte sie das Finale der deutschen 4x400-Meter-Staffel bei der U20-WM in Eugene/Oregon (USA) und brüllte von draußen am lautesten. Eigentlich war die damals 17-Jährige auf Position drei für das Finale fest eingeplant. Kurzfristig fiel sie verletzungsbedingt aus, so dass völlig überraschend Hürdenläuferin Laura Gläsner (SV Germania Helmstedt) zum Einsatz kam. Die deutsche Staffel präsentierte sich geschlossen stark, bewies Kampfgeist und holte hinter den USA (3:30,42 min) und Großbritannien (3:32,00 min) in 3:33,02 Minuten sensationell Bronze. Auf das Podest durfte die Jenenserin damals zwar nicht, aber WM-Bronze hatte sie schon gewonnen.

Zwei Jahre später: andere Stadt, anderes Stadion, andere Staffel. Frommann nun für die Staffel über 4x100 Meter nominiert, gab sich im Vorfeld der WM selbstbewusst. „Es wäre wahrlich gelogen, wenn wir nicht schon darüber nachgedacht haben, eine Medaille zu holen.“ Sie wusste um das große Potenzial des Quartetts, das Anfang Mai beim Läufermeeting in Pliezhausen in 44,25 Sekunden mit Weltjahresbestleistung aufhorchen ließ. Über solch eine Leistung zu reden, ist das eine, es erneut auf die Bahn zu bringen, das andere. Das große Plus: das Quartett ist eingespielt, ging in dieser Formation bereits bei der Sparkassen-Gala in Regensburg (5. Juni) und bei der Junioren-Gala in Mannheim (25. Juni) an den Start. „Die Wechsel verliefen alle reibungslos. Es war kein Wettkampf dabei, wo etwas daneben ging“, hatte Frommanns Heimtrainer Rico May beobachtet.

In Bydgoszcz musste zunächst der Vorlauf überstanden werden. Zunächst brachte Johanna Bechthold (LG Olympia Dortmund) als Startläuferin die Staffel auf Kurs, sie übergab an U18-Europameisterin Kwadwo (TV Wattenscheid). An Position drei spielte Frommann ihre ganze Erfahrung in der Kurve aus und übergab den Staffelstab an Schlussläuferin Butzek (LC Paderborn), die ihn sicher in 44,73 Sekunden ins Ziel brachte. Das Quartett sah mit Blick auf den Endlauf noch gehörig Luft nach oben. Am Folgetag belohnte sich das Team mit einer starken Leistung für die vergangenen Monate. Hinter den USA (43,69 sec) und Frankreich (44,05 sec) trumpften die deutschen Mädels in 44,18 Sekunden groß auf.

Die Bronzemedaille war für Frommann das i-Tüpfelchen auf eine tolle WM. Die Nominierung für einen Staffelplatz erfüllte die 19-Jährige ebenso mit Stolz wie ihr Einzelstart über 200 Meter. Das bedeutete zugleich ein gehöriges Pensum. So stand sie am Freitag gleich drei Mal am Start. Zunächst in der Mittagshitze über 200 Meter. Ihren Vorlauf schloss sie als Dritte in 23,79 Sekunden ab und qualifizierte sich souverän für das Halbfinale, das noch am Abend stattfand. Zwischendurch nahm sie die Hürde Vorlauf mit der Staffel. Abschließend folgte um 21.14 Uhr das Halbfinale über ihre Paradestrecke, das sie als Siebente in 24,22 Sekunden ohne das große oder kleine Q (es steht für Qualifikation) abschloss.

„Die Gesamtbelastung war nicht einfach zu verkraften. Sie war von 10 Uhr bis zu ihrem letzten Lauf im Stadion. Diese Situation kannst du nicht trainieren“, sagte May über die enorme Belastung. Als er sie am späten Abend am Telefon hatte, wirkte sie verständlicherweise „total platt“. Mit dem Einzug ins Halbfinale hatte die erfahrene Athletin ihr großes Ziel bereits erreicht. „Das Finale wäre nicht realistisch gewesen“, wusste auch May.

Das Finale peilte Julian Wagner mit der 4x400-Meter-Staffel an. Was das DLV-Quartett schon im Vorlauf auf die Bahn zauberte, hatte Respekt verdient. Hinter den USA (3:07,87 min) liefen Manuel Sanders (TSG Dülmen), Wagner, Fabian Dammermann (LG Osnabrück) und Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz) in 3:08,50 Minuten auf Rang zwei. Der Lohn war ein großes Q sowie Saisonbestleistung. Am Schlusstag der WM sorgte die Nachwuchsstaffel mit einer kämpferischen Leistung für einen tollen Schlusspunkt. Sie wusste sich im Vergleich zum Vorlauf noch einmal zu steigern und verbesserte sich auf 3:08,13 Minuten. Den Titel sicherte sich die USA (3:02,39 min).

(25.07.2016/S.Arm)

U16 DM-Einzel / Sportler-Befragung

Sehr geehrte Damen und Herren,liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die wissenschaftliche Begleitung des Wettkampfsystems im Jugendbereich ist ein wichtiger Bestandteil des Beschlusses des Verbandsrats von 2013. Aktuell erfolgt nun die Online-Befragung der Teilnehmer/innen an den DM U16-Einzel am 6.-7. August in Bremen.

Diese Sportler-Befragung stellt den Abschluss der dreijährigen wissenschaftlichen Evaluation dar. Aus den Untersuchungen werden wertvolle Hinweise für die weitere Entwicklung der Jugend-Leichtathletik gewonnen. Eine hohe Beteiligung der Sportlerinnen und Sportler ist für die Aussagekraft der Untersuchungen sehr wichtig.

Wir möchten Sie bitten, das beigefügte Anschreiben an alle diesjährigen Teilnehmer/innen an den DM U16 weiterzuleiten. Bitte unterstützen Sie eine möglichst hohe Beteiligung an der Online-Befragung und ermuntern Sie die Athletinnen und Athleten zur Teilnahme.

Sportler U16:              www.soscisurvey.de/DLV/

Vielen Dank für die Unterstützung und herzliche Grüße
Bärbel Wöckel
(25.07.2016/tlv)
 

Jugend-Leichtathletik Sportler-Befragung U18

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die wissenschaftliche Begleitung des Wettkampfsystems im Jugendbereich ist ein wichtiger Bestandteil des Beschlusses des Verbandsrats von 2013. Aktuell steht die Online-Befragung der U18-Athletinnen und -Athleten an, die an der DM U18 am 29.-31. Juli in Mönchengladbach teilnehmen werden. Eine hohe Beteiligung der Sportlerinnen und Sportler ist für die Aussagekraft der Untersuchungen sehr wichtig.

Wir möchten Sie bitten, das beigefügte Anschreiben an alle diesjährigen Teilnehmer/innen an der DM U18 weiterzuleiten.

Bitte unterstützen Sie eine möglichst hohe Beteiligung an der Online-Befragung und ermuntern Sie die Athletinnen und Athleten zur Teilnahme.

Sportler U18       https://www.soscisurvey.de/DLV-Sportlerbefragung-U18/

Vielen Dank für die Unterstützung und herzliche Grüße

Bärbel Wöckel

(18.07.2016)

Eleni Frommann und Julian Wagner mit viel Selbstvertrauen nach Bydgoszcz

Sie sprüht vor Freude – und hat allen Grund dazu: Nach 2014 und 2015 wurde Eleni Frommann abermals für ein internationales Großereignis vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nominiert. Das Aufgebot für die U20-Weltmeisterschaften in Bydgoszcz (Polen; 19. bis 24. Juli) umfasst 65 Nachwuchs-Athleten. Die 19-jährige Sprinterin des LC Jena ist eine davon – und nicht die einzige Thüringerin. Mit Julian Wagner (Erfurter LAC) hat es ein weiterer Sprinter in den erlesenen Kreis der Nominierten geschafft.

„Ich will mein letztes Jahr in der U20 genießen“, sagt Frommann, deren Stimme bei dem Gedanken an ihr letztes Jahr im Jugendbereich etwas wehmütig klingt. Umso mehr will sie sich gebührend verabschieden. Zum Beispiel mit einer schnellen Zeit. Nach einer erfolgreichen Hallensaison mit dem Titel über 200 Meter, verlief der Auftakt in die Freiluftsaison etwas holprig. Mitte Mai beim Nationalen Jugend- und Schülersportfest des Dresdner SC stand eine Zeit von 24,14 Sekunden auf der Uhr.

Für die ehrgeizige Athletin ein kleiner Dämpfer. „Das war schon eine Zeit, wo ich ein bisschen ins Zweifeln gekommen bin“, lässt sie tief in ihr Innerstes blicken. Diese Gedanken sollten sich nur einige Wochen später zerstreuen. Die Heimkulisse verlieh der sympathischen Jenenserin regelrecht Flügel. Gepusht von Eltern und Freunden sprintete sie bei Top-Bedingungen in 23,66 Sekunden zum Sieg über ihre Spezialstrecke. „Das war erst mein zweites Saisonrennen, mit dieser Zeit habe ich absolut nicht gerechnet“, freute sie sich zugleich über die erfüllte WM-Norm. Noch dazu schob sich die 1,76 Meter große Athletin auf den Spitzenplatz der deutschen U20-Bestenliste.

Frommann traut sich noch mehr zu. „Meine Zeit in Jena war schon super geil. Ich denke schon, dass ich unter 23,5 Sekunden laufen kann.“ Dafür bietet sich zunächst die U20-WM an. Das Ziel ist das Halbfinale. „Der Einzug ins Finale wird schwer bei der starken Konkurrenz aus den USA, von den Bahamas oder Jamaika.“ Größere Chancen sieht sie mit der Staffel über 4x100 Meter. „Es wäre wahrlich gelogen, wenn wir nicht schon darüber nachgedacht haben, eine Medaille zu holen“, gibt sie offen zu und relativiert zugleich: „Dafür muss schon alles passen. Jeder von uns muss gut durchkommen, dann könnte es ein perfekter Lauf werden.“

Einzig der enge Zeitplan lässt Frommann kaum Zeit zum Durchatmen. Läuft alles planmäßig, sind am Freitag, 22. Juli, drei Starts möglich. Erst der Vorlauf über 200 Meter (12 Uhr), gefolgt vom Vorlauf mit der Staffel (18 Uhr) und abschließend das Halbfinale über 200 Meter (21 Uhr). Ein gehöriges Pensum. „Es ist schwer, sich darauf einzustellen. Dennoch fühle ich mich super und hoffe, dass ich drei Läufe an einem Tag schaffe. Der Wille ist da“, zeigt sie sich kämpferisch vor der Mammutaufgabe.

Das neue Selbstbewusstsein hat sie sich hart erarbeitet. Gerade nach einem für sie gebrauchten vergangenen Jahr unter anderem mit einer hartnäckigen Verletzung im Oberschenkel. „Das Jahr 2016 wollte ich lockerer angehen lassen. Ich habe mich mehr auf die Schule und das Abitur konzentriert. Die Leichtathletik hatte für mich nicht mehr oberste Priorität. Dennoch war der Sport ein schöner Ausgleich.“ Die Freude, der Spaß an dem, was sie liebt, kehrte zurück. Ebenso die Lockerheit. Jetzt kann sie mit dem Abitur in der Tasche noch besser durchstarten.2016_julian_wagner

Durchstarten, das will auch Julian Wagner. Der 18-Jährige wurde für einen Platz in der Staffel über 4x400 Meter nominiert. Zu Saisonbeginn war daran überhaupt noch nicht zu denken. „Ich habe mich eher auf die 100 und 200 Meter konzentriert und dafür trainiert. Die 400 Meter kamen eher aus dem Kalten“, erklärt der Erfurter, der sich Ende Mai beim Sparlassen-Meeting in Jena bei seinem Trainer durchsetzte, eine Stadionrunde laufen zu wollen. „Die war echt gut. Daraufhin haben wir gesagt, dass wir dafür zum Quali-Wettkampf nach Mannheim fahren.“ Geliebäugelt hatte Wagner eher mit einem Startplatz in der 4x100-Meter-Staffel. Die Einzelzeit (10,65 sec) und die starke Konkurrenz sprachen gegen ihn.

Also setzte er alles auf die Karte 400 Meter. Bei der Junioren-Gala in Mannheim blieb er zwar mit persönlicher Bestzeit von 48,09 Sekunden über der WM-Norm (47,15 sec), aber mit der U20-Auswahl II unterbot er die vorgegebene Staffelzeit von 3:11,00 Minuten. Insgesamt hofften nun acht Leute auf eins der begehrten Staffel-Tickets. „Zu mir wurde gesagt, dass man die Zeit nur fliegend rausstoppen kann. Ich hatte die dritt- oder viertschnellste Zeit von den acht Leuten, die dort gelaufen sind. Das war ausschlaggebend für die Nominierung.“ Bis dahin wurde Wagner gehörig auf die Folter gespannt. Die verantwortlichen Trainer ließen sich Zeit. „Ich erhielt erst einige Tage später einen Anruf, dass ich auf der Liste stehe.“ Bestätigt im Nachgang nochmals per Mail.

Als er die Nachricht bekam, saß Wagner im Kraftraum. „Ich hatte schon ein Lächeln im Gesicht, als ich die Mail gelesen habe. Ich habe es gleich meinem Trainer erzählt, er hat sich mit mir gefreut. Für mich ist zugleich ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagt der junge Langsprinter, der noch dem jüngeren U20-Jahrgang angehört. Angesprochen auf die WM-Ziele gibt er sich vorsichtig optimistisch. „Das Finale wäre schon schön und richtig cool. Schade wäre es, wenn wir schon im Vorlauf rausfliegen würden.“ Die Freude über seinen ersten großen internationalen Einsatz im DLV-Dress wäre dann doch etwas getrübt.

(18.07.2016/ Text+Foto: S.Arm)

 

Seite 1 von 78

«StartZurück12345678910WeiterEnde»
Joomla Template designed by Joomla Host